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Lebensmittelretter SIRPLUS – die 5 deutschen Finalisten der GREEN CHALLENGE im Portrait

Gründer von SIRPLUS Raphael Fellmer

SIRPLUS ist ein Impact Startup, das sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln einsetzt. Wir retten überschüssige Lebensmittel aus Überproduktion, solche die kurz vor oder nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen oder nicht der Norm entsprechen. Verkauft werden die in 3 Supermärkten sowie im Online Shop. Gemeinsam mit 100.000 Menschen haben wir schon Millionen Lebensmittel gerettet. Damit noch viel mehr Menschen in ganz Deutschland einfach und bequem mitretten und bewusster mit Lebensmittel umgehen, starten wir 2020 mit einem Franchise Konzept in Deutschland durch. Ziel ist das Lebensmittel retten nach vegan, bio und fairtrade in die Mitte der Gesellschaft zu bringen.

Das Team von SIRPLUS

Grüne Startups: Welche Philosophie verfolgt ihr und wie lautet eure Mission?

Ziel ist es, Bewusstsein für die Verschwendung zu schaffen und mit einer Win-Win-Win Situation unsere Mission (in den nächsten 10 Jahren, 5 Millionen Tonnen Lebensmittel in mehr als 15 verschiedenen Ländern zu retten) umzusetzen.
Mit SIRPLUS machen wir das Lebensmittelretten durch unsere Rettermärkte und den Online Shop salonfähig, ermutigen die Menschen auf ihre Sinne zu vertrauen und bringen das Thema in die Mitte der Gesellschaft.

Was macht SIRPLUS als Startup besonders?

Der Ansatz von SIRPLUS ist einzigartig, da wir uns bei der Rettung von Lebensmitteln nicht auf eine bestimmte Lebensmittelgruppe beschränken, sondern all das was Tafel und foodsharing nicht retten können über unsere Rettermärkte und den Onlineshop zurück in den Kreislauf bringen. Das Besondere an SIRPLUS ist, dass jeder ganz einfach mitmachen kann, und die Kunden dabei nicht nur mit Freude Lebensmittel retten, sondern auch noch dabei Geld sparen.

Darüber hinaus schärfen wir mit unserer PR und Bildungsarbeit das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung in der Gesellschaft, sodass jeder eingeladen ist, Teil der Lösung zu sein.

Wie seid ihr auf die Geschäftsidee gekommen?

Als langjähriger Aktivist gegen Lebensmittelverschwendung hat Raphael Fellmer mit seinem Freund Martin Schott die Lebensmittel-Retter Initiative foodsharing 2012 mitinitiiert und aufgebaut. Da foodsharing auf Ehrenamt basiert und nicht dafür ausgerichtet ist, große Mengen direkt beim Produzenten abzunehmen, sahen sie einen Bedarf in einer professionellen Lösung. Ihnen lag es ebenso am Herzen, dass das Retten für den Mainstream zugänglich ist, denn nur so kann sich wirklich etwas Langfristiges bewegen. Die Idee war geboren und ist heute eine Ergänzung und keine Konkurrenz zur Tafel und foodsharing.

Was waren und was sind die größten Herausforderungen auf dem bisherigen Weg?

Wir sind sehr schnell gewachsen und haben innerhalb von knapp 2 Jahren 4 Supermärkte eröffnet, einen Online Shop gelauncht sowie mit über 100.000 Millionen Produkte gerettet. Mit dem Wachstum sind aber auch die Schulden gestiegen und das erforderte immer neues Geld aufzutreiben was nicht immer leichtfällt. Außerdem ist die Suche nach passenden Locations für weitere Rettermärkte sehr zeit- und kostspielig.

Die SIRPLUS Retterbox

Inwieweit spielt das Thema Nachhaltigkeit für euch eine Rolle?

Wir wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern möglichst ganzheitlich ökologisch und nachhaltig agieren und unsere Kunden einladen gemeinsam Umweltfreundlichkeit in den Alltag zu bringen. Dazu gehört für uns neben Ökostrom, auch ein Ökobankkonto. Wir schätzen alle Lebensmittel und die bei der Produktion geflossene Arbeit und Ressourcen. Wir lehnen keine Lebensmittel ab und retten von bio bis konventionell – denn für uns gehören Lebensmittel in den Magen und nicht in die Tonne. Nachhaltigkeit ist daher für uns ein MUSS und kein KANN.

Ihr bietet auch Bildungsangebote an, wie genau funktioniert eure Aufklärungsarbeit?

Offline basiert die Bildungsarbeit hauptsächlich auf Rettertouren und allgemeine Aufklärungsarbeit in unseren Rettermärkten. Zielgruppen sind unsere Kunden, Schulen, Unternehmen, die Zivilgesellschaft sowie die Presse. Durch letztere konnten wir bereits Millionen Menschen erreichen. Darüber Hinaus bedeutet Bildung für uns Vernetzungsarbeit, dafür veranstalten wir zum einen SIRPLUS Talks: Inspirierende Menschen der Nachhaltigkeitsszene (bspw. die Gründer von einhorn oder aber die Gründerin von Original Unverpackt) berichten von ihren Erfahrungen und laden zum Diskutieren ein. Zum anderen haben wir gemeinsam mit anderen Initiativen ein Bündnis erschaffen, welches konkrete Forderungen an die Politik stellt, sodass das Problem der Lebensmittelverschwendung effektiv angegangen werden kann. Online geben wir immer wieder Tipps und Tricks an die Hand, wie Lebensmittel gerettet werden können und klären über das Thema auf. Wir sind stets auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und versuchen Erkenntnisse zielgruppengerecht zu kommunizieren.

Welche Trends und Entwicklungen in der grünen Gründerszene findet ihr aktuell besonders spannend?

Derzeit leben wir in der größten Transformation der Menschheit und das ist auch notwendig, denn uns bleiben nur noch 10 Jahre um die Treibhausgase massiv zu reduzieren. Der Wille nach Veränderung und die Aufbruchsstimmung nach einem enkeltauglichen Leben in der Gesellschaft spiegelt sich auch bei den Startups wieder, wo fast täglich neue nachhaltige und soziale Innovationen in die Welt gesetzt und vorangetrieben werden. Ökologie und Verantwortung für unsere Erde sind längst keine leeren Worthülsen mehr, sondern werden in immer mehr Impact Startups zum Fundament ihres Wirkens.

Der SIRPLUS Rettermarkt

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Unsere Vision ist es, dass alle Menschen genügend zu essen haben und alle Lebensmittel, die produziert werden, auch gegessen werden. Dafür setzen wir uns mit bereits über 100.000 Kunden ein und etablieren “gerettete” Lebensmittel nach vegan, bio und fairtrade als das Neue in den Regalen. Unser Ziel ist es, dass das Retten von Lebensmitteln in die Mitte der Gesellschaft gelangt, dass bewusster und wertschätzender mit den Lebensmitteln umgegangen wird. Unsere Idee soll wachsen, weshalb wir gerade Unterstützung für die Expansion durch ein Franchise Konzept in ganz Deutschland von SIRPLUS suchen.

Deutschlands Finalisten im Startup-Interview

Die Green Challenge

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