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ECOFARIO beseitigt Mikroplastik im Abwasser – die 5 deutschen Finalisten der GREEN CHALLENGE im Portrait

ECOFARIO-Team

ECOFARIO ist ein Münchner GreenTech-Startup, welches ein neuartiges, auf Hydrozyklontechnologie basierendes, Mikroplastikfiltrationsverfahren entwickelt hat. Durch den Einsatz der ECOFARIO-Technologie können Kläranlagen die Menge an Mikroplastikpartikeln und die damit verbundenen Schadstoffe im geklärten Abwasser nahezu komplett eliminieren. Somit kann kein Mikroplastik mehr in Oberflächengewässer gelangen, wodurch die negativen Auswirkungen von Mikroplastik und den anhaftenden Schadstoffen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit drastisch reduziert werden. Das Revolutionäre an der Technologie ist, dass sie derzeit die einzige verfügbare Lösung ist, die filterfrei arbeitet und somit im großindustriellen Maßstab der Abwasserbehandlung effektiv eingesetzt werden kann. Dies bedeutet, dass die Mikroplastikpartikel allein durch Gravitationskräfte vom umgebenden Wasser getrennt werden. Dadurch werden die Hauptnachteile bereits verfügbarer, aber wesentlich teurerer Technologien eliminiert.

Welche Philosophie verfolgt ihr und wie lautet eure Mission?

Es ist unsere Mission durch die weite Verbreitung unserer Anlagen die Belastung durch Mikroplastik und die damit verbundenen Schadstoffe in Oberflächengewässer auf ein Minimum zu reduzieren. Somit soll garantiert werden, dass zukünftig kein Mikroplastik und die damit verbundenen Schadstoffe über unser Abwasser in die Nahrungskette gelangen und dort zu einer weitreichenden negativen Belastung des Ökosystems und unserer menschlichen Gesundheit führen.
Unsere Philosophie ist es dieses Ziel mit maximaler Nachhaltigkeit in Bezug auf Geschäftsmodell, Produkt, Kundenbeziehungen und vor allem Ökosystem zu erreichen.

Diese Philosophie und auch unsere Mission haben wir in unserem Firmennamen „ECOFARIO“ verankert. ECOFARIO setzt sich sinnbildlich aus Ökosystem „ECO“ und der Bachforelle „Salmo Trutta FARIO“ zusammen, eine der wichtigen Indikator-Spezies für beste Wasserqualität in unseren Heimatgewässern.

ECOFARIO Kraftwerk

Was macht ECOFARIO als Startup besonders?

Das besondere an ECOFARIO ist, dass wir es bis zum heutigen Tag geschafft haben, alle notwendigen Schritte in kompletter Eigenregie und vor allem in finanzieller Unabhängigkeit zu erreichen. Das bedeutet, dass wir bisher komplett eigenkapitalfinanziert sind. Dadurch ist es uns gelungen unser Startup genau nach unseren Vorstellungen aufzubauen, ohne den Druck von Geldgebern schnelle Umsätze generieren zu müssen. Natürlich ist es auch unser Ziel Produkte zu verkaufen. Wir wollen aber sicherstellen, dass unsere Technologie absolut ausgereift und bestmöglich durchdacht platziert wird.

Wie seid ihr auf die Geschäftsidee gekommen?

Unser Gründer und Erfinder der Technologie Sebastian hat sich mit dem Thema Mikroplastik in Gewässern schon seit den frühen Veröffentlichungen um 2013 beschäftigt. Ihm war klar, dass ein Großteil des Mikroplastiks über das Abwasser aus Haushalten und der Industrie in die Gewässer gelangt. Gleichzeit war Ihm bewusst, dass es mit verfügbaren Filtrationstechnologien zwar möglich wäre Mikroplastik in Kläranlagen herauszufiltern, dies aber viel zu komplex und teuer wäre. Eines Nachts (tatsächlich) kam Ihm dann die Idee dieses Problem über modifizierte Hydrozyklone zu lösen und die Geschäftsidee war geboren.

Wie funktioniert eure Hydrozyklontechnologie?

Eigentlich funktioniert unsere Technologie extrem einfach. Wir leiten das zu reinigende Abwasser am oberen Ende unseres modifizierten Hydrozyklons, unserem High-G-Separator, tangential ein. Durch die spezielle Bauform wird das Wasser in eine Spiralbewegung nach unten gezwungen. Da die Strömungsgeschwindigkeiten in dieser Spirale sehr hoch sind und der Rotationsradius sehr klein, erzeugen wir hier extreme Fliehkräfte, welche das bis zu 2000-fache der Erdanziehungskraft erreichen. Durch das so erzeugte künstliche Gravitationsfeld werden spezifisch leichtere Teilchen (Mikroplastik) in das Zentrum des High-G-Separators gezwungen. Dort wird es dann abgeleitet, was dazu führt, dass wir einen Teilstrom ohne Mikroplastik und einen mit Mikroplastik erlangen. Durch eine Schaltung der High-G-Separatoren in Bänke und in Kaskade schaffen wir es dann, sauberes Wasser zu erzeugen und gleichzeitig das Mikroplastik aufzukonzentrieren.

Was waren und was sind die größten Herausforderungen auf dem bisherigen Weg?

Die größte Herausforderung war bisher die solide Gründung der ECOFARIO GmbH an sich. Da wir schon seit nunmehr 5 Jahren an diesem Thema arbeiten und forschen und wir für die Patentierung, Markenanmeldung etc. sehr tief in die eigenen Taschen greifen mussten, liegt eine lange Durststrecke hinter uns. Wir haben sehr großen Wert darauf gelegt, dass alles was wir getan haben und was wir tun bis auf das letzte Detail durchdacht ist und, dass wir keine übereiligen Entschlüsse fassen. Durch diese Art der Strategie sind wir zwar vergleichsmäßig langsam, haben aber bisher keine Entscheidungen bereuen müssen. Somit haben wir ein perfektes Fundament für ECOFARIO geschaffen, auf welchem wir die nächste Zeit optimal agieren können.

Inwieweit spielt das Thema Nachhaltigkeit für euch eine Rolle?

Das Thema Nachhaltigkeit ist für uns als Startup und vor allem als Personen das zentrale Thema. Der Einsatz unseres Produktes ist darauf ausgelegt einen Teil des menschgemachten negativen Einflusses auf das globale Ökosystem nachhaltig zu minimieren. Dabei legen wir sehr großen Wert darauf, dass hierbei nicht nur die Technologie zur Nachhaltigkeit beiträgt, sondern auch dass unser Produkt aus nachhaltigen Materialien gefertigt wird und eine extrem lange Lebenszeit aufweist. Wir wollen unseren Kunden ein Produkt verkaufen, welches sie über Jahrzehnte zufrieden stellt. Aus diesem Grund ist der Hauptfokus unseres Geschäftsmodell auf Anlagenverkauf und nicht auf Wartung, Service und Ersatzteile ausgelegt. Dieses Ziel wollen wir durch solide, robuste und einfache Bauweise unserer Anlagen verwirklichen.

Welche Trends und Entwicklungen in der grünen Gründerszene findet ihr aktuell besonders spannend?

Für uns ist es generell spannen zu sehen, dass sich in der grünen Gründerszene gerade einiges an allen Ecken und Enden tut und zu erkennen ist, dass auch hier Investments in nachhaltige Geschäftsmodelle und Produkte getätigt werden. Wir finden es vor allem sehr schön, dass wir Mitstreiter haben, welche auch die Vision einer besseren Zukunft verfolgen und dafür ein hohes Risiko eingehen. Wir hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt und es künftig noch viele mutige Gründer geben wird die das Zeil haben unseren Planeten lebenswert zu halten.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Unser größter persönlicher Wunsch für die Zukunft ist eine grundlegend überdachte globale Politik in Bezug auf Klimaschutz und nachhaltige Industrie. Die Politik muss begreifen, dass sie am Hebel sitzt und nur durch harte Gesetze unser Planet gerettet werden kann. Als Beiprodukt einer solchen Gesetzgebung würde natürlich auch ECOFARIO profitieren, was dann zum nachhaltigen Erfolg unseres Startups und zur Belohnung unseres eingegangenen Risikos führen würde.

Deutschlands Finalisten im Startup-Interview

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