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Umweltfreundliche Schaltanlagen von nuventura – die 5 deutschen Finalisten der GREEN CHALLENGE im Portrait

nuventura hat eine neue, revolutionäre Schaltanlage – ein wesentlicher Teil des Stromnetzes – entwickelt, die alle Vorteile des heutigen Industriestandards vereint, aber frei von Treibhausgasen ist. Die Technologie von nuventura ist technisch überlegen und reduziert die Gesamtbetriebskosten einer Schaltanlage. Bestehende gasisolierte Schaltanlagen (GIS) basieren auf SF6 – dem stärksten Treibhausgas, dass es gibt. Es hat ein Treibhauspotenzial von 23.500, was bedeutet, dass 1 kg SF6 äquivalent zu 23.500 kg CO2 ist. Die jährlichen Emissionen von SF6 entsprechen den jährlichen CO2-Emissionen von ungefähr 100 Millionen Autos. Die GIS von nuventura nutzt statt SF6 einfach die Luft, die wir atmen.

Grüne Startups: Welche Philosophie verfolgt ihr und wie lautet eure Mission?

Wir setzen uns für ein Stromnetz frei von SF6 ein. SF6 ist das stärkste aller Treibhausgase. 85% des gesamten produzierten SF6 wird in gasisolierten Schaltanlagen für elektrische Transport- und Verteilnetze verwendet. nuventura hat eine neue gasisolierte Schaltanlage entwickelt, die anstelle von SF6 Atemluft ohne weitere Zusätze verwendet.

Was macht nuventura als Startup besonders?

nuventura hat die Chance den Grundstein für die Vermeidung von globalen SF6 Emissionen in der Größenordnung von 100 Millionen Autos pro Jahr zu legen. Wir haben schon jetzt großen Einfluss auf die R&D Investitionen in alternative Technologien für Schaltanlagen bei unseren Konkurrenten und sorgen somit für Bewegung wo es lange Stillstand gab.

Wie seid ihr auf die Geschäftsidee gekommen?

Einer der Gründer, Manjunath Ramesh, arbeitete früher für einen großen Hersteller, der selbst SF6-basierte Schaltanlagen entwickelte. Dort erlebte er alle damit verbundenen Schwierigkeiten aus erster Hand. Er erkannte, dass es aufgrund des nischenhaften Charakters des Segments, des langen Produktlebenszyklus und des jahrzehntelangen Fehlens von Innovationen nur sehr wenige Menschen gibt, die in der Lage sein würden, die notwendigen Veränderungen vorzunehmen. Er gab seinen Job auf und war von dem Ziel getrieben, eine bahnbrechende Netztechnologie zu entwickeln. Er zog ohne ein Netzwerk zu haben nach Berlin und traf dort erst auf Nikolaus Thomale und später Fabian Lemke. Zusammen gründeten sie nuventura.

gasisolierte Schaltanlage von nuventura

Welche Aspekte haben das Design eures Produkts besonders beeinflusst?

Die Betreiber von elektrischen Netzen haben einen gesellschaftlichen Versorgungsauftrag und sind berechtigterweise insbesondere an Personen- und Versorgungssicherheit interessiert. Zudem besteht permanenter Kostendruck. Vor diesem herausfordernden Umfeld eines Hardware-B2B-Produkts, besteht das grundlegende Prinzip unseres Designs darin, sicherzustellen, dass eine Schaltanlage mit trockener Luft sicher und kosteneffizient funktioniert. Wir genießen leider noch kein jahrzehntelanges Vertrauen und somit sind die Anforderungen an unsere Technologie höher als an bestehende Technologien. Das Design zeichnet sich daher durch besondere Sicherheit und Belastbarkeit aus.

Was waren und was sind die größten Herausforderungen auf dem bisherigen Weg?

Die Energiebranche ist sehr konservativ und risikoavers. Und zu Recht: Die Stromversorgung unserer Städte ist die Triebkraft unserer Zeit. Energieversorger sind in der Wahl neuer Technologiepartner daher sehr vorsichtig. Eine unserer größten Herausforderung besteht deshalb darin, Vertrauen in unsere Technologie aufzubauen, indem wir die Marktreife unseres Produkts anhand von Studien und Piloten zeigen. Wir stellen uns auf eine gewisse Zeit des vorsichtigen Kennenlernens ein. Diese Zeit muss von uns und unseren Investoren besonnen und mit Ruhe überbrückt werden und erfordert viel Vertrauen darin, das Richtige zu tun.

Inwieweit spielt das Thema Nachhaltigkeit für euch eine Rolle?

Nachhaltigkeit ist einer unserer wesentlichen Antriebsfaktoren. Wir sind davon überzeugt, dass keine Technologie zukunftssicher ist, wenn sie nicht nachhaltig ist. Diese Erkenntnis beginnt gerade weitreichende gesellschaftliche Akzeptanz aufzubauen. Bisher hört Unterstützung für nachhaltiges Denken aber oft dort auf, wo mit neuen Lösungen Einschnitte oder Einschränkungen für Menschen, die Gesellschaft oder Unternehmen entstehen. Nachhaltigkeit besteht also auch darin, diese Hürde so gut es geht zu überwinden.

Welche Trends und Entwicklungen in der grünen Gründerszene findet ihr aktuell besonders spannend?

Ein vergleichsweise neuer Trend ist es, dass die Gründerszene im allgemeinen grüner wird. D.h. Unternehmer bzw. junge Unternehmen beschäftigen sich im Allgemeinen mit Ihrer Verantwortung für unsere Umwelt und sind bereit ihr handeln dem unterzuordnen. Ohne diese Bewusstseinsveränderung bei allen hat die nachhaltige Bewegung keine Chance, ganz gleich wie spannend einzelne Technologien sind. Daher ist für uns die ermutigendste Veränderung, dass extrem kompetitive Umfelder wie die Gründerszene wieder stärker werteorientiert handeln als dies noch vor ein paar Jahren der Fall war.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Wir wünschen uns eine Zukunft, in der wir uns von reinem Konsum hin zu einem nachhaltigen Lebensstil bewegen. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass Technologien die Welt retten – nur ein drastisches Umdenken kann das bewirken.

Fabian Lemke, Mit-Gründer von nuventura

Deutschlands Finalisten im Startup-Interview

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