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E-Cargo-Bikes von ONO – die 5 deutschen Finalisten der GREEN CHALLENGE im Portrait

Der europäische Mobility-Dienstleister ONO entwickelt den Pedal Assisted Transporter, ein hochwertiges E-Cargo-Bike, das künftig von Lieferdiensten, öffentlichen Stellen und Unternehmen gemietet werden kann. Das 2016 gestartete Unternehmen zählt neben E-Mobility-Pionier Beres Seelbach den ehemaligen Chefdesigner des Volkswagen Konzerns, Murat Günak, sowie den Ingenieur Philipp Kahle zu seinen Gründern. Zusammengebracht hat sie das Ziel, Mobilität sauberer, leiser und platzsparender zu gestalten. Mit ONO und dem in Entwicklung befindlichen E-Cargo-Bike setzen sie ihre Vision von der lebenswerten und gesunden Stadt sowie neuen Mobilitätskreisläufen nun um. Hauptsitz des Unternehmens ist Berlin. www.onomotion.com

ONO-Team

Grüne Startups: Welche Philosophie verfolgt ihr und wie lautet eure Mission?

Veronica Louis: ONOs Ziel ist es, dank einer schnelleren, wirtschaftlicheren und nachhaltigeren City-Logistik Städte wieder lebenswerter zu machen. Als Vision steht die menschengerechte Stadt, in der die privaten wie geschäftlichen Mobilitätsbedürfnisse effizient und sozial gerecht bedient werden, ohne die Umwelt zu belasten. Hierfür entwickeln wir eine völlig neue Kategorie von Fahrzeugen. Den Pedal Assisted Transporter.

Was macht ONOMOTION als Startup besonders?

Um den besonderen Anforderungen der Paketbranche und innerstädtischer Logistik an elektrischen Lastenrädern gerecht zu werden, nutzen wir Wissen, Erfahrung und Technologien aus der Automobilwirtschaft, um eine neue Generation von Fahrzeugen zu entwickeln, die komplett auf die Bedürfnisse der Branche und Fahrer ausgerichtet ist. Wetterschutz, wechselbarer Container, Follow-Me Funktion sind einige der vielen innovativen Lösungen, die unser Fahrzeug zum idealen Zustellfahrzeug machen. Gleichzeit kann es ohne Führerschein auch auf Radwegen gefahren und auf Bordsteinen abgestellt werden. Damit lösen wir das Problem der Staus durch Lieferfahrzeuge in deutschen Städten und tragen essenziell zur Verbesserung des Verkehrsflusses und der Luftqualität sowie mittels des Konzepts der City-Hubs auch zu einer effizienteren und ökologischeren Parkraumbewirtschaftung.

Um diesen Innovationscharakter dauerhaft beizubehalten, wird in der Führung und Entwicklung des Unternehmens stark auf das Prinzip einer evolutionären Organisation gesetzt.

 Wie seid ihr auf die Geschäftsidee gekommen?

Beres Seelbach gründete bereits mit 24 Jahren während des Studiums sein erstes Unternehmen, um Elektromobilität in Deutschland voran zu bringen. Seither erlebte die Logistikbranche gerade auf Grund des boomenden E-Commerce ein starkes Wachstum. Stau und Luftverschmutzung sind die unmittelbare Folge in Städten, Dieselfahrverbote für Liefertrucks und Fahrermangel sind die Herausforderungen speziell für die KEP-Branche. Unsere ONO ist ein elektrisches Cargo-Bike, das in Verbindung mit Micro-Hubs die City-Logistik schneller, zuverlässiger, wirtschaftlicher und nachhaltiger gestalten kann.

Was hat das Design eurer Pedal Assisted Transport (PAT) inspiriert? Welche Eigenschaften waren euch besonders wichtig?

Um eine Lösung zu entwerfen, die den hohen Ansprüchen der Paketbranche an Qualität und Zuverlässigkeit gerecht wird und gleichzeitig eine Flexibilität und Nachhaltigkeit bietet, die man bei dem extrem stark wachsenden Markt braucht, musste eine völlig neue Fahrzeugklasse und damit auch Formsprache entwickelt werden. Diese sollte sich klar von bisherigen Entwürfen absetzen und z.B. den Fahrer wertschätzen und in den Mittelpunkt stellen. Das Fahrzeug ist daher im Wesentlichen um den Fahrer herum entwickelt worden.  Wichtigstes Erkennungsmerkmal ist die sog. Spange auf der linken Seite, die den gesamten Entwicklungsprozess hindurch beibehalten wurde.

ONO E-Cargo Bike

Was waren und was sind die größten Herausforderungen auf dem bisherigen Weg?

Das Entwickeln einer völlig neuen Fahrzeugkategorie bedeutete zum einen stetes Testen und Weiterentwickeln z.B. auf Basis von Fahrerfeedbacks, zum anderen die Entwicklung neuartiger Einzelteile und Probe diverser Materialien, für deren Gebrauch und Belastungsgrenzen es nicht immer Vorlagen gab. Eine solche Entwicklung ist naturgemäß zeit- und damit kostenintensiv.
Die Stabilität des Fahrzeugs bei gleichzeitiger Gewichtsreduktion für hohe Zuladungskapazitäten stellte einen weiteren Fokus in der Entwicklung dar.

Inwieweit spielt das Thema Nachhaltigkeit für euch eine Rolle?

Sie ist der wesentliche Treiber der Entwicklung! Elektroleichtfahrzeuge werden eine immer größere Rolle in Zukunft spielen, da immer mehr Städte in Europa und weltweit damit beginnen, Autos aus den Innenstädten zu verbannen. Die durch uns eingesparten Kosten können zusätzlich auch in eine bessere Bezahlung der Mitarbeiter fließen. Elektrofahrzeuge können durch ihre Batterien und intelligentes Laden die Schwankungen durch zunehmende regenerative Energieträger im Stromnetz ausgleichen. Zusammen mit unserem Partner Greenpack (http://www.greenpack.de) werden wir Akkutauschstationen aufbauen. Diese ermöglichen uns einerseits das Nachladen von 100 km in Sekunden und anderseits können diese Stationen intelligent das Stromnetz stützen.

Welche Trends und Entwicklungen in der grünen Gründerszene findet ihr aktuell besonders spannend?

Das Learning, dass eine “grüne Lösung” allein oft nicht reicht, sondern tatsächlich wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen muss, hat zu einer deutlichen Professionalisierung und damit Akzeptanz und Verbreitung geführt. Der damit verbundene höhere Grad an Vernetzung auch und gerade mit frühzeitigen Kapitalgebern und langfristigen strategischen Partnern ist zu begrüßen.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Essenziell für den Erfolg nachhaltiger Lösungen wird ihre auch kurzfristige Wirtschaftlichkeit sein, für die wiederum klare politische Rahmenbedingungen und ausreichend Förderungen gesetzt sein müssen. Nur wenn das Zusammenspiel aus wissenschaftlicher Forschung, politischer Administration und unternehmerischer Entwicklung passt, können auch große Weichenänderungen vorgenommen werden.

Veronica Louis

Die Green Challenge

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