Caroline und ihr Mann Tim

Caroline und ihr Mann Tim haben 3Bears gemeinsam gegründet (Bild: 3Bears).

Caroline Nichols von 3Bears zu Porridge und gesunder Ernährung

Heute im Grüne-Startups Podcast: Caroline Nichols, CEO und Co-Gründerin von 3Bears. Unsere Moderatorin Nele Hofmann hat sich mit Caroline über die gesundheitlichen sowie ökologischen Vorteile von Porridge und Hafer unterhalten und gefragt, was in den Produkten von 3Bears wirklich steckt. Darüber hinaus gibt die gebürtige Bayerin spannende Einblicke in die Teilnahme bei „Die Höhle der Löwen“, das Know-How der Investor*innen und den rasanten Start nach der Gründung. Insgesamt erhältst du wertvolle Tipps einer Gründerin, Ehefrau und Mutter, die von ihrem Produkt mehr als begeistert ist und potenziellen Gründerinnen wichtige Learnings und Erkenntnisse mit auf den Weg geben möchte.

„Cut through the noise.“

Diesen Tipp bekam Caroline von Frank Thelen zu hören – einer der beiden Investor*innen von 3Bears. In der Sendung „Die Höhle der Löwen“ erkannte er das Potenzial der Idee, gesundes Porridge nach Deutschland zu bringen und schlug zu. „Cut through the noise“ bedeutet im Deutschen ungefähr so viel wie „durch den Rauschpegel zu brechen“. Im Business ist mit der Redewendung vor allem gemeint, auf eine Art und Weise zu kommunizieren, mit welcher man sich von der Konkurrenz abheben kann. Aber auch, dass man bei all den To-Dos und Möglichkeiten die unwichtigen Dinge ausblendet und den Fokus für das Wichtigste behält. Caroline Nichols beschreibt diesen Fokus als essenziell, wenn man erfolgreich ein Unternehmen gründen und führen möchte.

Von der Arbeitnehmerin zur Gründerin

Caroline kommt ursprünglich aus der Nähe von Nürnberg und beschreibt sich selbst als Bayerin. Nach der Schule ging es für sie nach Passau auf die Universität, wo sie als sogenannte Diplom-Kultur-Wirtin abschloss. Die Gründerin erinnert sich, dass sie schon immer in der Konsumgüterbranche tätig sein wollte. Nah an den Kund*innen zu sein, Produkte zu entwickeln – das waren die angestrebten Wünsche. Insgesamt arbeitete Caroline fünf Jahre in einem Angestelltenverhältnis bei dunnhumby in England. Eigentlich beschreibt sie sich selbst als Person, die Routine und Sicherheit liebt.

Doch dann kamen einige Dinge zusammen: In England lernte Caroline ihren späteren Ehemann Tim Nichols kennen, mit dem sie 3Bears 2016 zusammen gründete. Außerdem wuchs die Frustration mit der Lebensmittelbranche immer weiter – Caroline wollte endlich wirklich gesunde Produkte in die Regale bringen. Da für Tim sowieso schon feststand, sich irgendwann selbstständig zu machen, sprang Caroline mit auf den Zug auf. Gemeinsam eigneten sie sich einen gesünderen Lebensstil an, trieben Sport und aßen vor allem viel Porridge. So kamen berufliche und private Entwicklungen zusammen und die Idee: „Let’s make porridge“ war geboren.

Caroline mit Porridge
3Bears setzt bei seinem Porridge auf natürliche Zutaten (Bild: 3Bears).

Warum eigentlich Porridge?

Caroline hat sich definitiv in das Produkt Porridge verliebt – was im Gespräch mehr als deutlich wurde. Sie spricht vor allem von den vielen Gesundheits-Benefits, die Hafer mit sich bringt. Schon die alten Germanen haben Porridge gegessen und von der langanhaltenden Sättigung profitiert. Vor allem das Beta-Glucan – ein hafertypischer Ballaststoff – reduziert nachweislich den Cholesterinspiegel im Blut. Bei Typ-2-Diabetikern ist außerdem eine blutzuckersenkende Wirkung bewiesen sowie im Allgemeinen eine regulierende und beruhigende Wirkung auf den Verdauungstrakt.

„Es gibt nichts, was geiler ist als Porridge.“ – so fasst Caroline die Benefits des Superfoods einfach zusammen. Deshalb hat das Unternehmen sein Sortiment sogar schon auf Haferriegel, sogenanntes „Pocket Porridge“ erweitert.

Schon gewusst?

Hafer ist im Vergleich zu Mandeln oder Soja am ökologisch wertvollsten – vor allem wenn es um pflanzliche Alternativen zu Milch geht. Haferdrinks benötigen für ihre Herstellung insgesamt am wenigsten Wasser und sind somit super nachhaltig. Caroline beschreibt außerdem, dass sich Hafer optimal an verschiedenste klimabedingte Gegebenheiten anpassen kann. Das ist besonders zur heutigen Zeit sehr wichtig, da wir die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Umwelt deutlich spüren können.

Die Reise beginnt bei „Die Höhle der Löwen“

Caroline und Tim haben 3Bears im Mai 2016 gegründet. Die TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ wurde auf das noch sehr kleine Unternehmen aufmerksam und fragte sie für die neue Staffel an. Nach etwas Bedenkzeit stand für Caroline fest: Wenn sie wissen wollen, ob Deutschland für Porridge bereit ist, dann sei das die beste Gelegenheit. So sagten die beiden letztendlich zu.

Caroline beschreibt die Erfahrungen bei „Die Höhle der Löwen“ als „sehr positiv“ und als „tolle Möglichkeit“ und schaut fast ein bisschen nostalgisch auf die Zeit zurück. Sie ist davon überzeugt, dass 3Bears auf einem anderen Weg nie so viele Menschen auf einmal erreicht hätte.

Die Aufzeichnung der Sendung fand im März 2017 statt, wobei sogar direkt zwei Investor*innen zuschlugen. Das Investment betrug damals 150.000 Euro und war, so Caroline, sehr schnell aufgebraucht. Was dem 2-Personen-Unternehmen noch viel wichtiger war, war das Know-How der Investor*innen. Ohne diesen enormen Impact, die Unterstützung und Netzwerke, hätte all das wahrscheinlich so nicht funktioniert. Frank Thelen und Judith Williams sind auch heute noch Teil von 3Bears. Das Unternehmen wächst nun allerdings organisch aus eigener Kraft.

Die Ausstrahlung der Sendung fand dann im Oktober 2017 statt, was bedeutet, dass 3Bears nur ca. 6 Monate Zeit hatte, ihre Strukturen aufzubauen – mit allem was dazugehört. Diese Zeit beschreibt Caroline als „hardcore“ aber auch hilfreich, um wirklich fokussiert zu bleiben. Mittlerweile ist das Unternehmen auf 30 Mitarbeiter*innen gewachsen.

Wofür steht 3Bears noch?

Der Markenpurpose von 3Bears lautet „We make feelgood food for your daily adventures”. “feelgood” bedeutet erst einmal, dass man sich nach einem Frühstück mit Porridge einfach besser fühlt, als nach 3 Stullen mit Marmelade. Aber auf der anderen Seite steht 3Bears für Inklusion – egal wie dein „daily adventure“ auch aussehen mag. Die Produkte von 3Bears sollen der tägliche Begleiter für jede*n sein.

Daneben sagt die Gründerin, sei es ihr schon immer wichtig gewesen mit 3Bears nachhaltig zu wirtschaften. Dadurch, dass das Unternehmen zu 100% pflanzliche Produkte verkauft, ist natürlich schon mal ein großer Schritt Richtung Nachhaltigkeit getan. Außerdem ist die Nachhaltigkeit von Hafer nicht zu leugnen – und der stellt nun mal die Basis aller Produkte von 3Bears dar. Für Caroline ist die Nachhaltigkeit ihrer Produkte enorm wichtig, da immerhin 25% der CO2-Emissionen auf die Lebensmittelindustrie zurückgehen (in erster Linie eben auf die Fleisch- und Fischindustrie).

So versucht sich 3Bears stetig zu verbessern und noch grüner zu werden. Dazu gehört, die Verpackung so nachhaltig wie möglich zu gestalten, nachwachsende Rohstoffe zu verwenden und die Zusammenarbeit mit anderen nachhaltigen Organisationen. Das sind unter anderem Plastic Bank und 1% for the planet.

Mittlerweile ist 3Bears Markenführer für Porridge, obwohl mit der Zeit auch viele andere Unternehmen auf den Zug aufgesprungen sind. Aber weiterhin macht keiner ein Porridge mit so viel Fruchtanteil und ohne Zuckerzusatz – weil es eben teurer ist.

Auf die Frage, warum man Porridge von 3Bears kaufen sollte und sich das Ganze nicht einfach selbst mischen sollte, hat Caroline eine ganz klare Antwort. Der Geschmack lasse sich nicht so einfach nachahmen, da die Rezepte in absoluter Kleinstarbeit entwickelt werden – viele der Rohstoffe bekomme man so überhaupt nicht im Einzelhandel zu kaufen.

Caroline und Tim
3Bears unterstützt nachhaltige Organisationen und Projekte (Bild: 3Bears).

Learnings und Fails

„Erzähl‘ so viel wie möglich von deiner Idee.“ – das ist laut Caroline ein Tipp, der für alle potenziellen Gründer*innen wichtig ist. Denn, wenn man nicht wagt, kann man auch nicht gewinnen. Und wenn man kein Feedback bekommt, kann man auch nicht weiterwachsen.

Um jeden Tag wachsen und lernen zu können, sei es von großer Bedeutung, das Essenzielle immer im Blick zu behalten. Was braucht heute wirklich meine Aufmerksamkeit? Wo liegt mein Fokus? Solche Fragen sollte man sich jeden Tag aufs Neue stellen. Am besten sei es, wenig Zeit für viel Impact einzusetzen. Um das zu erreichen, gehört es auch dazu, „Nein“ sagen zu können.

Als Unternehmer*in muss man laut Caroline eine starke Intuition, viel Fleiß und Mut unbedingt mitbringen. Viele der anderen Dinge kann man auf dem Weg lernen.

Grundsätzlich ist die Gründerin der Meinung, dass es dazugehört, Dinge zu erleben, die wehtun. Fehler müssten gemacht werden. 3Bears hat laut Caroline zu spät auf Expert*innen gesetzt und lange Zeit vor allem mit Praktikant*innen und Werkstudent*innen gearbeitet. Heutzutage arbeitet das Unternehmen größtenteils mit langzeitigen Mitarbeiter*innen, die ihr Know-How im Unternehmen lassen.

Kann man Privates und Geschäftliches voneinander trennen – vor allem, wenn man mit dem Co-Gründer verheiratet ist? Nicht immer, ist Carolines Aussage. Aber das sei auch okay, wenn man lernt damit umzugehen. Für Caroline und Tim ist vor allem ihr Sohn Leon derjenige, der Struktur in das Familienleben gebracht hat. So ist das Wochenende mittlerweile nur noch Familienzeit. Außerdem wird jeden Abend zu dritt gegessen, was für die Ehefrau und Mutter enorm wichtig ist.

Die Gründerszene in Deutschland

Grundsätzlich schätzt Caroline den Austausch mit anderen Gründer*innen sehr. Auch mit ihren Investor*innen von „Die Höhle der Löwen“ ist sie weiterhin in engem Kontakt. So ist sie bemüht, Teil verschiedener Netzwerke zu sein. Allerdings ist es für die Gründerin auch nicht immer einfach, Zeit für all das zu finden. Deshalb müsse man manchmal in der Hinsicht auch zurücktreten und sich auf andere Dinge fokussieren.

Caroline bemerkt außerdem etwas kritisch, dass das Gründen in Deutschland – vor allem im Vergleich zu England – nicht sehr einfach sei. Es werden viele Hürden in den Weg gelegt, die potenziellen Gründer*innen wahrscheinlich auch daran hindern, den Schritt in die Selbstständigkeit wirklich zu wagen. In der Hinsicht sieht Caroline noch Verbesserungsbedarf und ist sehr froh, den Weg trotz Hürden, mit 3Bears gegangen zu sein.

Filmempfehlung: 14 Gipfel – Nichts ist unmöglich

Buchempfehlungen:

  • Good To Great – Jim Collins
  • Tools of Titans – Timothy Ferriss

 

Neugierig geworden? Dann viel Spaß mit der neuen Episode des Grüne Startups Podcast!

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Schon die letzte Folge des Podcasts gehört? Karolina Decker von finmarie zu finanzieller Selbstbestimmtheit

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