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Grünes Licht für Hanf – 3 innovative Cannabis-Startups

Die Teillegalisierung von Cannabis nach ärztlicher Verschreibung eröffnet einen neuen Markt, der von innovativen Startups schnell erschlossen wird. Wir stellen euch 3 Cannabis-Startups vor, deren Geschäftsmodelle auf die Cannabispflanze bauen.

Begriffsunterscheidung und rechtliche Lage

Cannabis ist eine Pflanze, die auch unter dem Namen Hanf bekannt ist. Aus der Hanfpflanze können verschiedene Produkte gewonnen werden. Die wahrscheinlich bekanntesten, und dazu berüchtigtsten Produkte sind Haschisch und Marihuana, die aus den getrockneten Cannabisblättern und -blüten gewonnen werden. Dabei handelt es sich bei Haschisch um das gewonnene Harz aus der Pflanze, bei Marihuana um die getrockneten Blätter, sowie um die Blüten, die das Harz enthalten. Aufgrund der Substanz Tetrahydrocannabinol hat Marihuana eine berauschende Wirkung und gilt nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) als Betäubungsmittel. Daher sind Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, Veräußerung, sonstige Inverkehrbringung, Erwerb und Besitz eine Straftat. In einigen wenigen Ländern ist der Freizeitverbrauch von Cannabis legal, etwa in den Niederlanden. Weitere Länder, darunter auch Deutschland, erlauben Cannabis im Rahmen der Verschreibungspflicht. Seit Mai 2011 ist Cannabis als Inhaltsstoff von Arzneimitteln erlaubt und seit März des Jahres 2017 dürfen Ärzte mit einer Genehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) „Medizinal-Cannabisblüten oder Cannabisextrakt in pharmazeutischer Qualität auf einem Betäubungsmittelrezept verschreiben“ (Quelle: BfArM). Das BfArM hat seitdem eine Cannabisagentur ins Leben gerufen, die den Anbau des medizinisch verwendeten Cannabis beaufsichtigt und kontrolliert. Der Eigenanbau wird jedoch erst ab dem Jahr 2020 erlaubt sein. Bis dahin wird das benötigte medizinische Cannabis importiert. Ein Import muss zunächst vom BfArM gemäß dem BtMG genehmigt werden. Gründer eines Cannabis-Startup müssen diese Vorschrift also bei der Entwicklung ihres Geschäftsmodells in Betracht ziehen. Auch das Verfahren zur Genehmigung braucht Zeit, diese mögliche Zeitverzögerung muss ebenfalls beim Aufbau des Startups berücksichtigt werden.

Durch die teilweise Legalisierung von Cannabis entsteht ein neuer Markt. Es gibt bereits jetzt einige Startups, die diesen neuen Markt für sich erschließen. Trotzdem bleibt die Cannabis-Regulierung in Europa uneinheitlich, sodass die Märkte in den verschiedenen EU-Ländern unterschiedlich entwickelt sind. Je nach Land haben es Cannabis-Startups also leichter mit dem Absatz ihrer Produkte. Wir stellen euch 3 Cannabis-Startups mit ihren innovativen Ideen vor.

Hanfgarten

Das österreichische Startup Hanfgarten bietet als Online-Versandhändler verschiedene Cannabis Produkte auf seiner Website an. Das Startup möchte der Hanfpflanze wieder zum Image der Heilpflanze verhelfen. Hanfgarten hat mit einem Crowdfunding Projekt großen Erfolg und generiert schnell Investitionen in Höhe von über 1 Millionen Euro. In Österreich spricht man daher über Hanfgarten als das rekordbrechende und erfolgreichste Crowdfunding-Projekt des Landes.

Zu kaufen gibt es bei Hanfgarten neben CBD-Gras, -Blüten und -Ölen, Hanftee und sogar Cannabiswein. Auch Hanfsamen und ganze Hanfpflanzen werden auf der Website angeboten, sowie Accessoires, wie hanfhaltige Seifen, Duftlampen oder Raumsprays. Hanfgarten verschickt seine Produkte europaweit, solange die bestellten Produkte im Empfangsland legal sind. Gründer und Geschäftsführer Andreas Troger möchte nun den Markt des medizinischen Cannabisanbaus erschließen. Er sieht dort großes Potenzial möchte und Österreich zum internationalen Pionier im Bereich des medizinischen Cannabis machen (Quelle: Fernsehinterview mit heute österreich).

Harmony aus Spanien

Das spanische Cannabis-Startup Harmony setzt seinen Fokus auf Produkte, die ihren Kunden Harmonie und Wohlbefinden bringen sollen durch die Kombination von Hanf, Wissenschaft und Intelligenz. Dabei forscht das Startup vor allem an der Effizienz und Erschwinglichkeit von Produkten mit Cannabidiol (CBD). Die Substanz CBD ist ein natürlicher Bestandteil der Hanfpflanze und führt nicht zum Rausch, macht also nicht „high“.  CBD hilft etwa bei der Behandlung von Angstzuständen, Depressionen, Alzheimer oder Parkinson. Harmony verkauft CBD E-Liquids, also CBD versetzte Flüssigkeit für E-Zigaretten. Die CBD E-Liquids gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen, wie Erdbeere, Kiwi, Mango oder Minze. Außerdem verkauft Harmony auch „CBD Pens“, also die eigentlich E-Zigarette und sogenannte „Starter Kits“, die einen Vape Pen und eine E-Liquid enthalten. Der Gründer von Harmony, Antonin Cohen, möchte mit seiner Firma Harmony den Zugang zu hochwertigem Cannabis verbessern. Harmony besteht aktuell aus einem Team von 25 Leuten aus 12 verschiedenen Nationen, die in Barcelona, Prag und London arbeiten.

Tech-Startup: MedPayRx

Speziell für den deutschen Markt entwickelt, verbindet das Tech-Startup MedPayRx Patienten, die verschreibungspflichtiges Cannabis benötigen mit Ärzten, Versicherungen und Apotheken. Das Startup MedPayRx möchte mit seiner App den bürokratischen Verschreibungsprozess erleichtern. Sobald die Gesundheits-App gelauncht ist, sollen Patienten über die App unkomplizierter an ihr medizinisches Cannabis gelangen. Gleichzeitig soll die App auch Aufklärungsarbeit bezüglich des Konsums und der Anwendung von Cannabis leisten. Später sollen auch andere Medikamente über die App bezogen werden können. Die Gründerin und CEO von MedPayRx, Marguerite Arnold, ist Autorin und investigative Journalistin. Die Idee von MedPayRx entstammt ihrer Abschlussarbeit an der Frankfurt School of Finance and Management. Der MedPayRx-Mitgründer und CFO, Martin Weller bringt über 30 Jahre Erfahrung im Bereich Unternehmung, Beratung und Medizin mit an Bord.

Fazit: Teillegalisierung eröffnet neue Märkte

Die Legalisierung von Cannabis für die medizinische Verwendung bietet neue Möglichkeiten für Cannabis-Startups. Die Produktpalette kann durch die Legalisierung erweitert werden. Viele Cannabis-Startups erhoffen sich durch die Legalisierung außerdem eine bessere Erreichung ihrer Ziele, die vorwiegend auf der Gesundheit der Menschen und der Erleichterung von Leid bei schweren Krankheiten liegen. Die Startups vertreiben überwiegend Produkte mit CBD, sodass der Verbraucher beim Konsum der Produkte nicht „high“ wird, sondern nur die wohltuende und beruhigende Wirkung genießt. Da in Deutschland bisher nur der Konsum durch ein verschreibungspflichtiges Rezept erlaubt ist, hat der deutsche Cannabis-Markt noch viel Entwicklungspotenzial.

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