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Die Pleite von Envion

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©Envion

Das Startup Envion, mit Sitz in der Schweiz, geht pleite. Was sich als vielversprechende und revolutionäre Idee verkaufte, ist nun nichts mehr wert. Die Pleite von Envion kam besonders für Anleger unerwartet.

Blockchain, Bitcoin, Ethereum, Mining und Co.

Undurchsichtig und nicht leicht zu greifen- das Geschäft mit der Kryptowährung. Durch die Blockchain-Datenbank wird das große Geld gewittert. Das die Erschaffung der Kryptowährung mit einem besonders hohen Energieaufwand verbunden ist, wissen die wenigsten. Um alleine den Bitcoin aufrecht zu erhalten wird Energie verbraucht, die ein ganzes Land, so groß wie Argentien, mit Strom versorgen kann. Die „virtuelle“ Währung ist demnach nicht nachhaltig. Das Berliner Startup Envion, welches seinen Sitz aber in der Schweiz benennt, hat eine innovative Idee. Sie wollen die Überschüsse von erneuerbaren Energien, die nicht gespeichert werden können, für das sogenannte „Mining“, welches das aufwändige Rechenverfahren zur Herstellung der Kryptowährung bezeichnet, nutzen. Ein umweltfreundliches Kryptomining ist die Vision des Startups. Um die Überschüsse zu verwenden, hat die Envion AG ein Konzept entwickelt. Sie wollen mobile Container mit ihren Servern ausstatten, sodass diese schnell und flexibel von den jeweiligen Solaranlagen profitieren können. Bitcoins sollen der Envion AG zufolge also dort produziert werden wo der Strom am nachhaltigsten und gleichzeitig günstigsten ist. Die Idee ist umweltfreundlich und grundsätzlich nachvollziehbar, doch an der Umsetzung scheitert es. Auch die internen und personellen Strukuren sind verworren. Das führt zu großen Problemen, besonders die Anleger sind von der Pleite von Envion betroffen.

Der ICO von Envion

Als ICO (Initial Coin Offering) bezeichnet man einen virtuellen Börsengang oder auch eine Art Finanzierungsrunde für Unternehmen die mit Kryptowährungen arbeiten. Anstelle von Aktien werden hier Tokens, virtuelle Münzen, ausgegeben. Geschäftsführer Matthias Woestmann hat das Marketing in die Hand genommen und konnte durch zielführende Aktionen den ICO erreichen. Investoren beteiligten sich mit ca. 100 Millionen Dollar, welche sie in die bereits benannten Tokens investierten. Mit dem Geld konnten Bitcoins produziert werden. Es wurden jedoch nicht Tokens im Wert von 100 Millionen Dollar produziert, sondern mehr. Der Überschuss wurde vermutlich an Dritte übertragen. Es ist unklar, wer für diesen Fehler zuständig ist. Der CEO Woestmann verklagte seinen Geschäftspartner Michael Luckow, welcher als Leiter der Trado GmbH an Envion beteiligt ist. Die Trado GmbH ist quasi das Herzstück des Startups, denn sie sind für den reibungslosen Ablauf und die technische Verarbeitung zuständig. Als führende Person des jungen Unternehmens wollte Luckow allerdings nicht auftreten, da er bereits verschuldet ist. Woestmann wird zum Image der Envion AG. Ein Geheimnis, welches den Investoren vorenthalten wurde. Von Betrug und Verschleierung ist hier die Rede.

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Was bedeutet das für die Investoren?

Gekauft wurden die Tokens für 1 Dollar. Sie haben jedoch an Wert verloren und sind nun nur noch ca. 30 Cent wert. Prognostiziert wird ein weiteres Sinken des Token-Wertes. Der Verlust ist nicht auszugleichen und die Investoren bleiben auf dem Schaden sitzen. Viele Klagen wurden bereits eingereicht. Gespräche mit der geschäftsführenden Leitung werden nur noch über Anwälte ermöglicht. Schuldige ausfindig zu machen, kann sich als schwierig gestalten. Somit ist unklar wer die Schadensersatzsumme tragen wird. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits, doch die Verantworlichen verklagen sich nun auch noch gegenseitig. Es ist eine Misere für alle Investoren, die an das Projekt der nachhaltigen Kryptowährung glaubten und sich nach dem erfolgreichen ICO finanziell beteiligten. Medienberichten zufolge wird vor ICOs gewarnt. So berichtet die Europäische Börsenaufsicht ESMA beispielsweise, dass der schnelle Anstieg von ICOs in Europa mit vielen Risiken für Anleger und Investoren verbunden ist. Es wird vor Totalverlusten gewarnt. Darüber sollten sich, gerade nach dem Fall von Envion, die Anleger im Klaren sein. Die Kryptwährung ist bisher noch kein beständiger Markt und wird daher als besonders risikoreich eingestuft.

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