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Obike- Nicht nur eine Pleite für das Unternehmen

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Obike, einer von vielen Leihfahrradanbietern, die besonders in Großstädten wie Berlin oder Hamburg gerne von der Bevölkerung angenommen werden. Doch was passiert eigentlich, wenn ein Unternehmen wie Obike, den Durchbruch in Deutschland nicht schafft?

In chinesischen Metropolen, wie beispielsweise Singapur, sind die praktischen Leihräder nicht mehr wegzudenken. Fast jeder Zweite nutzt die Räder um damit günstig zur Arbeit, zu Freunden oder Freizeitaktivitäten zu kommen. Da die Fahrräder leicht zugänglich sind und überwiegend per App ausgeliehen werden können, ist das Fahrradfahren für Jedermann möglich. Von Mobike, Obike, Next Bike über Lidl-Bike bis hin zu Call-a-bike und vielen mehr, die Auswahl scheint schier grenzenlos.

Was sich in China als funktionierendes Konzept etabliert hat, funktioniert mit Sicherheit auch in Deutschland! Das dachte sich wohl auch das in Singapur ansässige Unternehmen Obike, welches im Jahr 2017 seine Leihfahrräder in deutsche Städte brachte.

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Kann das Fahrrad überall abgestellt werden, auch auf Gehwegen?

Besonders die Mietart „Free Float“ ist angesagt. Die Leihräder müssen nicht mehr an bestimmten Stationen geliehen werden, sondern sind überall in der Stadt verfügbar- eben dort, wo der Vorgänger das Fahrrad zuletzt abgestellt hat. Das kann praktisch sein, sorgt aber auch für ein kunterbuntes Chaos in den Innenstädten. Das Beklagen vor allem die Anwohner, obwohl diese ursprünglich von dem Konzept profitieren sollten.

Zu viele Fahrradanbieter sind in den Städten vertreten und die Absprachen mit der jeweiligen Stadt zu ungenau, dies führt zu Problemen.

So blockieren die Räder der Bikesharing-Portale vermehrt Gehwege oder werden in Flüssen versenkt. Das sorgt für Ärger! Um das Problem in den Griff zu bekommen, arbeiten die Städte zur Zeit Regeln für die Anbieter von Leihfahrrädern aus. So dürfen beispielsweise in Köln, rund um den touristischen Platz des Doms, keine Leihfahrräder abgestellt werden. Da ist die Stadt strikt. Auch Frankfurt und München arbeiten Konzepte aus, um ein geordnetes Stadtbild aufrecht zu erhalten.

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Leihfahrräder sind dennoch beliebt- Wieso konnte Obike sich nicht auf dem Markt behaupten?

Obike hat seinen Ursprung in Singapur. Da besonders in chinesischen Metropolen der Markt der Leihfahrräder zu explodieren scheint, hat die Stadt Singapur eine Kaution eingeführt. Diese muss von den Kunden Obikes getragen werden. Das Unternehmen konnte diese Umstrukturierung nicht stemmen und wirtschaftete mit den Kautionszahlungen der Kunden. Nun ist der Fahrradanbieter insolvent und kann die eingenommenen Kautionen nicht mehr auszahlen. Aktuell schuldet Obike der Bevölkerung umgerechnet rund 4 Millionen Euro. Auch in Deutschland wurde Ende 2017 eine Kaution fällig. Diese wurde jedoch schnell wieder abgeschafft.

Obike nicht erreichbar.

Das Bikesharing-Unternehmen ist für die Städte kein Ansprechpartner mehr. Die Bikes werden jedoch nicht eingesammelt und liegen ungeordnet an den Straßenrändern. Besonders einer leidet darunter. Es handelt sich um Harald Ploß, welcher seine Lagerhalle in der Nähe von Hamburg an Obike vermietete. Nun sitzt er auf 10.000 gelben Fahrrädern, die nicht mehr von Obike abgeholt werden. 3800 der noch vorhandenen Fahrräder verkauft Harald Ploß nun für 69€ vor Ort, in Barsbüttel. Weitere Fahrräder werden für den guten Zweck, zum Beispiel an Flüchtlingsunterkünfte gespendet.

Fahrradbesitz oder Fahrradverleih? Ein Blick in die Zukunft…

Der ZIV (Zweirad-Industrie-Verband) verzeichnet eine Zunahme an Fahrradkäufen. Auch der durchschnittliche Preis für das eigene Fahrrad steigt. Besonders in Großstädten wird vermehrt vom Auto auf das Fahrrad umgestiegen. Keine Staus und keine Parkplatzsuche- das macht das Fahrrad wieder attraktiv. Auch die E-Bike Technologie macht Fortschritte. Somit wird das klassische Bild des eigens für Senioren geschaffenen E-Bikes nach und nach abgelöst. Die Elektromobilität wird laut ZIV voraussichtlich auf deutschen Straßen und Fahrradwegen zunehmen. So sind E-Bike Startups wie Fazua oder Ridetronic gefragt wie nie! Auch Lastenfahrräder für den Transport von beispielsweise Einkäufen oder den Kindern, sind auf dem Vormarsch und lösen nach und nach das Auto als praktisches Transportmittel in der Innenstadt ab. Diese Features haben Bikesharing-Anbieter bisher noch nicht im Angebot.

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