New Energy Startups: Kickstart für die Energiewende

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Windräder
Bild: Appolinary Kalashnikova, Unsplash

2020 ist der Energieverbrauch in Deutschland auf einen historischen Tiefststand gerutscht. In keinem Jahr nach 1968 wurde ein derart niedriger Verbrauch erreicht. Das ist einerseits auf die Folgen der Corona-Pandemie zurückzuführen, aber auch auf innovative Startups aus den erneuerbaren Energien, die durch intelligente Vernetzungen, autonomen Speichermöglichkeiten und ansprechende Produkte neuen Schwung in die Energiewende bringen.

Energiewende auf Hürden-Kurs

In unserem Alltag ist Elektrizität allgegenwärtig. Kaum jemand wird wohl aus dem Stegreif genau abschätzen können, wieviel Elektronik sich alleine im eigenen Haushalt befindet. Und obwohl wir viele dieser Geräte gar nicht direkt als Stromfresser wahrnehmen, halten sie doch die Zähler am Laufen.

Zu den größten Herausforderungen in puncto Energiewende gehört es nach wie vor, konstant die Menge an Energie zu produzieren, die auch tatsächlich von den Verbraucher*innen benötigt wird. Noch immer wird bei vielen Verbrauchsspitzen auf Energie aus Atom- und Kohlekraftwerken zurückgegriffen – und überschüssige Energie zu niedrigen Preisen in benachbarte Regionen verkauft. Da der Energietransport vom Erzeuger zu den Konsument*innen aber nie ohne Verluste über die Bühne geht, sind herkömmliche Verwertungswege in diesen Bereichen der Stromgewinnung in letzter Konsequenz nicht wirklich nachhaltig.

Kohlekraftwerke
Atomkraft gehört noch immer zu den häufigsten Quellen der Energiegewinnung (Bild: J.Plenio, Unsplash).

Intelligente Lösungen sind gefragt

Um eine den heutigen Maßstäben entsprechende, effiziente und nachhaltige Stromversorgung zu gewährleisten, sind ebenso komplexe wie intelligente Lösungen gefragt. Diese sollen sowohl die Abstimmung von Produktion und Bedarf, aber auch die Wege, um überschüssige Energie zu speichern, nachhaltig optimieren. 

Ziel der Energiewende ist es, den Großteil des Energiebedarfs mit Wind-, Solar- und Wasserenergie zu decken. Hierzu benötigen wir eine Vielzahl der heute verfügbaren Speicherkapazitäten, um Energie aus diesen regenerativen Quellen beizubehalten.

Einsatz moderner Speichertechnologie

Die in der deutschen Energieversorgung am häufigsten eingesetzte Speichertechnologien sind die sogenannten Pumpspeicherkraftwerke. Hierbei wird überschüssige Energie dazu verwendet, um Wasser aus einem Becken am Fuße eines Berges in ein weiteres Becken bergauf zu pumpen. Wird die Energie dann benötigt, lässt man das Wasser wieder in das erste Becken hinab und wandelt es per Turbine und Generator in elektrischen Strom um. Da Pumpspeicherkraftwerke allerdings oftmals das künstliche Anlegen von großen Wasserbecken voraussetzen – und damit nicht zuletzt einen dauerhaften Eingriff in die Natur bedeuten – sind sie nicht sonderlich gut geeignet, um unsere in Zukunft benötigten Kapazitäten abzudecken. 

Pumpspeicherkraftwerke
Energie aus Wasserkraft lässt sich in Pumpspeicherkraftwerken in Strom umwandeln (Bild: D.Meyers, Unsplash).

Größere Mengen an Energie können derweil im Power-To-Gas-Verfahren dazu verwendet werden, um aus Wasser und CO², Wasserstoff und Methan zu erzeugen. Methan kann in herkömmlichen Erdgasspeichern gelagert und anschließend wieder zur Energiegewinnung eingesetzt werden. Während die bereits bestehende Infrastruktur an Erdgasspeicheranlagen in Deutschland durchaus von Vorteil für dieses Verfahren ist, eignet sich die Methodik aufgrund des schlechten Wirkungsgrades (meist unterhalb von 50 %) eher für eine saisonale Anwendung.

Vielmehr sollen kleinere, dezentrale Speichereinheiten in Zukunft den individuellen Energievorrat sichern und das Eigenheim mit Strom versorgen. Viele der gerade in Entwicklung befindlichen dezentralen Speichereinheiten kann man sich dabei wie große Akkus vorstellen, sozusagen eine Hausbatterie. Um den breiten Markt zu erschließen, braucht es aber eine anwenderfreundliche und alltagstaugliche Funktionalität der entsprechenden Geräte.

Do It Yourself: Energie vom Nachbarn

Dass der Verbraucher nicht immer warten muss, bis der Markt ein geeignetes Produkt hervorbringt, zeigen Gründer*innen im Bereich der erneuerbaren Energien. In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Gemeinschaften gebildet, um Wissen und Erfahrungswerte über moderne Möglichkeiten der Stromerzeugung auszutauschen. 

Windräder
Damit alle von der Energiewende profitieren, ist ein ständiger Wissensaustausch notwendig (Bild: T.Reaubourg / Unsplash).

In gemeinnützigen Vereinen etwa werden unter Anleitung kleine Windräder gebaut, die die gesamte Nachbarschaft, Energie gemeinsam effizient nutzen lässt. Wenn auch im kleinen Maßstab, können sich so doch autonome, regionale Versorgungsnetzwerke bilden. Weiterhin gibt es unter den Gründer*innen Ambitionen, moderne Technologien dort einzusetzen, wo sie besonders benötigt werden: in Entwicklungsländern. 

Startups aus den erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien in den Alltag zu integrieren bedeutet nicht nur, den eigenen Haushalt auf möglichst umweltschonende Weise mit Strom oder Gas zu versorgen. Sie geben dir außerdem die Möglichkeit, deinen eigenen Beitrag zur Energiewende zu leisten und unseren Energieverbrauch nachhaltiger zu gestalten. Im Folgenden möchten wir dir eine Auswahl an Startups aus dem Bereich erneuerbare Energien vorstellen, die innovative Lösungen für eine grüne Zukunft gefunden haben.

VoltStorage – Solarstrom auch in der Nacht?

Photovoltaik-Anlagen sind auf die Sonne angewiesen – und somit beispielsweise in der Nacht nicht nutzbar. Es ist jedoch möglich, die gewonnene Energie mithilfe eines Speichers auch in sonnenarmen Stunden nutzbar zu machen. Hier ist der VoltStorage die ideale Ergänzung für dein Zuhause. Anders als vergleichbare Speicher setzt der VoltStorage nicht auf Lithium-Batterien, sondern die sogenannte Vanadium-Redox-Flow-Methode, die als besonders langlebig und sicher gilt.

Mithilfe einer App kannst du den VoltStorage per Smartphone überwachen, flexibel festlegen, wann du Strom brauchst und deinen Energieverbrauch effizienter machen.

Solarzellen
Mit dem VoltStorage speicherst du gewonnene Sonnenenergie (Bild: Vivint Solar / Unsplash).

Vortex Bladeless – Windkraftanlage für Zuhause

Jede*r von uns kennt die riesigen Windkraftanlagen auf Feldern oder im Meer, die leider weder praktisch für die Stadt noch den eigenen Vorgarten sind. Heißt, bisher musste Strom aus Windkraft immer zunächst an einen anderen Ort transportiert werden, bevor er eingesetzt werden konnte und verlor auf diesem Weg einen Teil seiner Energie. Mit der alternativen Technologie von Vortex Bladeless kannst du ohne den Einsatz von Rotoren, den Traum von der eigenen Windkraftanlage im Garten verwirklichen. 

Grundlage bildet ein rund 3 Meter hoher Turm, der alleine durch die Schwingung im Wind Strom erzeugt. Perfekt also, um einen freien Platz zuhause,zur nachhaltigen Stromerzeugung zu nutzen und Energie unabhängig zu produzieren.

Blue Freedom Portable – Das kleinste Wasserkraftwerk der Welt

Mit einem Durchmesser von gerade einmal 20 cm ist das Blue Freedom Portable laut Herstellerangaben das kleinste Wasserkraftwerk der Welt und soll auf lange Sicht gerade unterwegs helfen, Powerbanks abzulösen und Strom umweltfreundlich zu erzeugen. Das Kraftwerk kann für jegliche Art von Kleingeräten genutzt werden und speichert die Energie zur späteren Verwendung ab, damit dein Handy nicht direkt mit im nächsten Bach landet. 

Energiewende auf dem Vormarsch

Gehen wir mal von der finanziellen Sicht aus, dann sind gerade Wind- und Wasserkraftwerke verglichen mit anderen Kraftwerken kostengünstiger und zudem deutlich nachhaltiger. Und diese Entwicklung ist noch lange nicht am Ende, denn sowohl aus Politik als auch aus der Gesellschaft gibt es immer mehr Forderungen nach grünen Energiealternativen, mit denen die Energiewende auch auf lange Sicht gelingt. Doch die Stromversorgung aus dem gesamtdeutschen Stromnetz ist längst nicht mehr alternativlos und bietet ebenso Startups die Möglichkeit, mit innovativen Ideen, Lösungen für die Zukunft zu bieten. Ob es sich dabei um Wind, Wasser oder Sonne handelt – für jeden Bereich gibt es eine nachhaltige Möglichkeit. Und das alles ist definitiv besser, als weiterhin auf Energie aus Kohle- oder Atomkraft zu setzen.

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