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Das Food-Startup KoRo setzt auf kurze Handelswege

© KoRo

Obwohl das junge Unternehmen anfangs nur Waschmittel verkaufte, ist die Koro-Drogerie mittlerweile ein erfolgreiches Food-Startup. Geschäftsfüher Piran Asci verrät uns im Interview, warum KoRo auf wenig Handelsstufen setzt und den Kunden trotzdem Qualitäts- und Preisvorteile sichern kann.

21. März 2018 | Das Interview führte Mona Kern |

Bitte stellt uns KoRo und eure Arbeit kurz vor. Wofür steht außerdem der Name eures Startups?

KoRo ist eine Online-Handelsplattform für haltbare Lebensmittel, die durch Weglassen von Zwischenhandel Bauern und Kunden direkt zusammenbringt. Davon profitieren alle Beteiligten: Der Kunde erhält Qualitätsprodukte und spart Geld, die Bauern werden fair entlohnt und KoRo erzielt deutlich höhere Margen als klassische Händler. Der Name KoRo setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen der beiden Gründer zusammen: Constantinos Calios, kurz „Kosta“, und Robert Schyska, der inzwischen aus dem Unternehmen ausgeschieden ist.

Wann und wie entstand die Idee zu eurem Startup KoRo?

Die Idee zu KoRo entstand während des Studiums beim Lesen des Buches „Kopf schlägt Kapital“ von Günter Faltin. Ursprünglich boten wir Wasch- und Reinigungsmittel in Großpackungen an: Flüssigwaschmittel, Weichspüler, Spülmaschinentabs als Bruchware. Kannisterweise und direkt vom Hersteller. Die Produkte brachten wir über eBay, Amazon und den Online-Shop an den Endkunden. Schließlich kam die Frau von Kosta, Michelle, mit der Idee von naturbelassenen Nüssen und Trockenfrüchten auf. Im Einzelhandel seien diese oft geschwefelt und gezuckert. Ganz unkonventionell testeten wir dies. Wir fanden einen Importeur und listeten einige Food-Produkte, unter anderem Trockenfrüchte, Nüsse und Superfoods. Neben den Wasch- und Reinigungsmitteln sah das anfangs für den Kunden sicherlich merkwürdig aus, brachte uns jedoch eine wichtige Erkenntnis: Die Verkäufe der Food-Produkte waren besser als die Verkäufe der durch Marketing beworbenen Wasch- und Reinigungsmittel. So beschlossen wir einen Pivot: Wir verkauften die Wasch- und Reinigungsmittel ab und konzentrierten uns ausschließlich auf Food. Zu Food-Experten wurden wir dann nach und nach mit der Zeit.

Was bietet Ihr in eurem Online-Shop an und welche Produkte Eures Sortiments sind besonders beliebt?

Bei KoRo bieten wir eine breite Auswahl an naturbelassenen Lebensmittel in Großpackungen an. Unser Sortiment teilen wir dabei grundsätzlich in zwei Sparten auf:

  • Frequenzbringer, bei denen wir durch vertikale Integration (Überspringen von Handelsstufen) und Großpackungen einen Preisvorteil für den Kunden bieten. Beispiele sind unser weißes Mandelmus, das wir ca. 30% günstiger anbieten können, als im Handel üblich, MCT Öl das bei Amazon 50-100% teurer ist uvm.
  • Innovative Produkte, bei denen wir meinen, eine bessere Qualität als der Markt bieten zu können (Ananasringe, Mangostreifen etc.), bis hin zu Produkten, die man so nur bei KoRo findet: Coquitos (Mini-Kokosnüsse) und extra grünes Pistazienmus aus 100% Pistazien.

Grundsätzlich schauen wir bei Produkten stets auf Alleinstellungen auf Produktebene: Sei es durch einen attraktiven Preis oder durch das Produkt selbst. Ganz nach dem Kampagnenprinzip von Günter Faltin.

Die beliebtesten Produkte sind aktuell:

– Cranberries mit Ananassaft gesüßt, ohne raffinierten Zucker
– Datteln Deglet Nour
– Bio-Mangotreifen aus Burkina Faso
– Pistazienmus aus 100% Pistazien

Durch den Hype um Superfoods haben mittlerweile viele Anbieter Chia, Matcha und Co. in ihr Sortiment aufgenommen. Was unterscheidet euch von der Konkurrenz?

Superfoods wir Chia, Matcha und Co. spielen für uns eine untergeordnete Rolle, weil wir kein reiner Superfoods-Anbieter sind. Superfoods machen 10-15% unseres Umsatzes aus. Bei einem Großteil unserer Superfoods wie Chia-Samen und Goji-Beeren setzen wir auf Bio-Qualität, weil wir sehen, dass bei den Qualitäten viel gepfuscht wird: Teilweise werden Bio-Chargen, die den Grenzwerten für Bio-Ware nicht entsprechen, dem Markt als konventionelle Ware angeboten. Wir veröffentlichen Spezifikationen und Rückstandsanalysen auf unseren Produktdetailseiten und kommunizieren die Preisentwicklung transparent. Bei Chia-Samen ist beispielsweise auch die Reinheit entscheiden. Da findet man von 98% – 99,99% unterschiedlichste Qualitäten am Markt. Ob sich im Schnitt unter jedem hundertsten oder jeder tausendsten Chia-Korn ein Steinchen findet, spielt für uns und unsere Kunden eine Rolle. Dieses Produkt-Know-How und Qualitätsmanagement können die Kunden von uns erwarten.
Nichtsdestotrotz versuchen wir aber auch, einen Preispunkt zu halten, der attraktiv für unsere Kunden ist.

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© KoRo

 

Wie lebt ihr Nachhaltigkeit in eurem Unternehmen? Was macht KoRO zu einem Grünen Startup?

Wir hinterfragen tagtäglich unsere Entscheidungen kritisch bei KoRo. Das fortwährende Einarbeiten in fremde Fachgebiete ist für uns Alltag. Beispielsweise haben wir uns in den letzten Monaten stark mit der Verpackung unserer Produkte auseinandergesetzt. Es gibt einen regelrechten Anti-Plastik-Hype in Deutschland. Wir wollten uns nicht einfach fügen, sondern haben uns ausgiebig mit der Thematik beschäftigt: Woher kommt die Bewegung? Wie ist die Ökobilanz unserer Verpackungen gemessen an jeweils 100g des Inhaltes? Wie können wir das optimieren? Wir gehen bei solchen Themen sehr tief in die Materie, tauschen uns mit Experten aus und möchten aufklären, statt uns Trends zu beugen. Wir finden, dass uns das im Kern unterscheidet zu Wettbewerbern.

Mit welchen Schwierigkeiten hattet ihr nach eurer Gründung besonders zu kämpfen?

Besonders schwierig für uns war sicherlich die Anfangszeit und später der Sprung von fünf auf 15 Mitarbeiter. In der Anfangszeit ist alles neu. Man ist Quasi-Selbstständiger und versucht mit kleinsten Mitteln und strenger Liquiditätsplanung voranzukommen. Lange Nächte, ständiges Ausprobieren und die Unsicherheit trieben uns ständig um – wenn auch im positiven Sinne. Man weiß nie, was morgen ist.

Später ist es umso wichtiger, nicht alles selbst machen zu wollen. Mitarbeiter erfordern Führung und Leadership. Das haben wir stark unterschätzt. Strukturen und Hierarchien, wo keine herrschten, werden notwendig, um skalierbar zu bleiben. Das erfordert Management-Fähigkeiten. Auch in diese mussten wir uns erst einmal einarbeiten.

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© KoRo

Was können andere Gründer von euch lernen? Welche Tipps habt ihr für angehende Unternehmer?

Was wir gesehen haben, sind Unternehmer und Gründer, die scheiterten, weil sie für die Gesellschaft auf Produktebene keine Mehrwerte boten. Man muss sich – und davon sind wir überzeugt – substanziell mit dem Kern des Produktes oder der Dienstleitung, die man anbietet oder anbieten möchte, auseinandersetzen, um im ersten Schritt einen Mehrwert zu erkennen und diesen dann im zweiten Schritt an den Kunden weitergeben zu können. Der Markenaufbau allein wird das Problem nicht lösen.
Nicht umsonst ist der geschmacklich unnachgeahmte bekannte Schoko-Nuss-Aufstrich strategisch relevant für jeden Einzelhändler. Und nicht umsonst musste der bekannteste Energy-Drink-Hersteller preislich mit den Discounterprodukten mitziehen, weil diese nahezu identisch schmeckten.

Wir bedanken uns bei Koro für das Interview!

Neugierig geworden und vom Konzept der Gründer überzeugt? Mit der aktuellen Crowdkampagne auf Companisto.com kann man aktuell in KoRo investieren.

Lies hierzu auch: Entrepreneur werden – wo lohnt sich Gründen wirklich?

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