ACT-ORANGE .. save the planet

Die Berichterstattung über die Energiewende sei essentiell, aber es würden oft nur Halbwahrheiten vorgesetzt, statt den BürgerInnen Ihre Mündigkeit zu lassen und zu erlauben, dass sie sich selbst eine Meinung bilden – und das betreffe leider fast alle politischen Lager –  so Dr. Gregor Weber, Gründer von ACT-ORANGE.

GRÜNE-STARTUPS.de: Würden Sie uns ACT-ORANGE kurz vorstellen und die bisherige Entwicklung schildern?

Dr. Gregor Weber: ACT-ORANGE …save our planet ist eine ehrenamtliche Initiative für Nachhaltigkeit und wurde 2014 von mir gegründet und ist an das ecoistics.institute angegliedert. Sie informiert unabhängig und mit dem Anspruch der Gemeinnützigkeit über die Themen Klimawandel, Energiewende und Nachhaltigkeit und stellt Projekte mit Vorbildcharakter für die Energiewende vor. Ein Ziel ist es, ein Gegenpol zur meist „einseitigen“ Berichterstattung zu diesen wichtigen Themen zu sein; außerdem bildet ACT-ORANGE … save our planet eine Plattform für Fragen der Bürger zu diesen Themen. Der Fokus lag zu Beginn auf einer Promotiontour für erneuerbare Energien, Energieeffizienz und alternative Antriebe, als Teil meiner Abschlussarbeit im Masterstudiengang Erneuerbare Energien (M.Sc.). Die Einzelveranstaltungen wurden 2014 als UNESCO Weltdekadeprojekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aufgenommen; Schirmherren wurden Dr. Franz Alt und Hans-Josef Fell.

Ab Juli 2014 wurden bundesweit viele Stationen angesteuert an denen Themen wie Strompreise, Klimawandel, Nachhaltigkeit und Energiewende thematisiert und interessierten Bürgern erläutert wurden. Jede Veranstaltung hatte ihren eigenen Themenschwerpunkt aus den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und alternative Antriebe. Darunter waren auch einige Veranstaltungen für die Außenhandelskammern, die ich bei Entwicklung und Durchführung der Pilotveranstaltungen der „innovation seminars – energy efficiency in the industry“ als Fachreferent unterstützen durfte. Diese inzwischen etablierte Reihe unterstützt den Dialog „Energieeffizienz in der Industrie“ zwischen Wissenschaft und Wirtschaft an Hochschulen der Zielländer.

2016 habe iK1024_DSC_0569ch am lokalen Gymnasium den Unterricht mit ehrenamtlichen Beiträgen zu Nachhaltigkeitsthemen ergänzt und einen Nachhaltigkeitstag für die Klassenstufen 8 und 9 organisiert. In Folge haben sich spontan einige SchülerInnen gemeldet, die „auch so etwas machen wollten“. In Konsequenz läuft aktuell das Projekt „Nachhaltigkeitsscouts“ an, in dem die interessierten SchülerInnen zu Nachhaltigkeitsscouts ausgebildet werden. Das Ziel ist es, die SchülerInnen dann bei Organisation und Durchführung von Nachhaltigkeitstagen an anderen Schulen zu unterstützen und zur Seite zu stehen. Die Vision hierbei ist es, dass immer mehr Nachhaltigkeitsscouts an immer mehr Schulen entstehen, die ihrerseits Nachhaltigkeitstage durchführen und die Idee sich so immer weiter verbreitet.

Welches grüne Problem möchte ACT-ORANGE lösen und welche Vision steckt hinter dem Konzept?

ACT-ORANGE .. save our planet soll helfen, die Philosophie der Nachhaltigkeit weiter zu verbreiten und eine Anlaufstelle für Fragen zu diesem so wichtigen und komplexen Thema sein. Die Vision steckt im Namen: „helfen, den Planeten zu retten“.

Welche fachlichen und sozialen Kompetenzen waren für den bisherigen Erfolg ausschlaggebend?

Fachlich konnte ich auf meine diversen Ausbildungen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Energie zurückgreifen, wie oben beschreiben ist die Initiative ja durch die Umsetzung meiner Masterthesis in die Praxis entstanden. Die vorhandene Fachkompetenz ist auch sehr wichtig um Fragen und Themen kompetent diskutieren zu können. Ohne diese Qualifikationen wäre die Initiative nicht beständig und auch nicht zum UNESCO Weltdekadeprojekt geworden. Bei Veranstaltungen stehen die Akteure vor größerem Publikum, weshalb die Fähigkeit des freien Sprechens, der Moderation und Umgang mit Zwischenrufen etc. sehr wichtig ist. Gerade auf diesem Gebiet werden die o.g. Nachhaltigkeitsscouts auch speziell begleitet um nicht Schiffbruch zu erleiden.

Wie wichtig ist die Berichterstattung über die Energiewende und welche Probleme sehen Sie hier aktuell?

Die Berichterstattung über die Energiewende ist essentiell. Ganz wichtig dabei sind Neutralität, Ehrlichkeit und Ausgewogenheit der Themen – und da sehe ich auch das Problem. Es wird immer wieder über das Thema berichtet –diese Berichterstattung wird aber auch dazu missbraucht, diverse Themen bewusst von einem bestimmten Standpunkt zu beleuchten. Speziell fällt mir das immer wieder auch bei Beiträgen öffentlicher Stellen wie auch Ministerien auf. Es werden (gesteuert durch persönliche Interessen oder Lobbyisteneinfluss) oft nur Halbwahrheiten vorgesetzt, statt den BürgerInnen Ihre Mündigkeit zu lassen und zu erlauben, dass sie sich selbst eine Meinung bilden – und das betrifft leider fast alle politischen Lager.

Wie wird ACT-ORANGE finanziert?

ACT-ORANGE… save our planet wird bisher größtenteils aus Privatmitteln des Gründers finanziert, unterstützt durch Zuflüsse des ecoistics.institute. Hier darf ich auch die Adam Opel GmbH lobend erwähnen, die seit Beginn einige Veranstaltungen beispielsweise durch Bereitstellung von Elektrofahrzeugen unterstützt hat und ACT-ORANGE mit dem „Tourmobil“ mobil hält. Künftig ist geplant, Unternehmen als Sponsoren zu gewinnen, um die Aktivitäten ausweiten zu können und die Events der Nachhaltigkeitsscouts zu unterstützen.

Was waren die bisher größten Herausforderungen für ACT-ORANGE?

Zu Beginn als „Newcomer“ war es sehr schwierig, Gehör zu finden. Nachdem aber die ersten Veranstaltungen inklusive der o.g. „innovation seminars“ der AHKs erfolgreich verlaufen sind und auch die UNESCO Auszeichnung dazu kam, haben sich immer wieder Unterstützer gefunden, so dass ACT-ORANGE … save our planet sich erfolgreich behauptet hat. Ein Selbstläufer ist es aber nicht, die Initiative trägt sich durch unser persönliches Engagement.

Welche langfristigen Ziele verfolgen Sie?

Langfristig liegt der Fokus auf dem Nachhaltigkeitsscoutprojekt. Gerade die 13- bis 15-jährigen bis hin zur Oberstufe durfte ich als dankbare und engagierte „Mitmacher“ kennenlernen. Das freut mich umso mehr, da diese Gruppe durch ihr Engagement und Wissbegierigkeit ein Hauptgestalter der eigenen Zukunft sein kann. Diese Altersgruppe hat erkannt, was „die Stunde geschlagen hat“ und möchte mitgestalten – ein Phänomen, welches ich den älteren Semestern leider Großteils aberkennen muss. Dieses Momentum und die Wissensschärfung für Nachhaltigkeit wird ACT-ORANGE .. save our planet langfristig weiter unterstützen, idealerweise mit der Unterstützung vieler Sponsoren.

Ihr Insidertipp: Welches grüne Produkt hat Sie zuletzt fasziniert?

Neumarkter Lammsbräu – dunkles Weißbier alkoholfrei: isotonisch, weniger Kalorien als Apfelsaftschorle, biozertifiziert … und schmeckt „trotzdem“– und ganz wichtig, nicht nur das Produkt ist nachhaltig, sondern das ganze Unternehmen – vorbildlicher geht es kaum.

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