Prokon: Nachhaltige Stromversorgung auch für Businesskunden

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INTERVIEW | Der Windkraftpionier startete bereits vor 26 Jahren mit der Planung und Errichtung regenerativer Erzeugungsanlagen. Seit 2015 ist Prokon eine Bürger-Energie-Genossenschaft und seither die mitgliederstärkste ihrer Art in Deutschland. Ihr aktueller Fokus liegt auf der stetigen Erweiterung der eigenen Wertschöpfungskette durch Angebote für Energiedienstleistungen an Endkund*innen und Unternehmen.

Wie wichtig erneuerbare Energien in der heutigen Zeit sind, ist uns allen bewusst. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch immer mehr Unternehmen setzen auf eine nachhaltige Energieversorgung. Ob das auch eine Marketingstrategie oder sogar Greenwashing sein kann, beantwortet Prokon in unserem Interview. Außerdem geben sie Tipps, worauf man bei der Suche nach einem Anbieter achten sollte und erklären die Rolle der Klimaneutralität für Businesskund*innen.

Bitte stellt uns Prokon einmal in kurzen Worten vor.

Achim Vogt: Prokon ist mit circa 40.000 Mitgliedern die größte Energiegenossenschaft in Deutschland. Unsere Kernkompetenz ist die Projektierung, die Errichtung, der Betrieb und die Wartung von Windkraftanlagen. Seit 2013 versorgen wir Kund*innen mit Ökostrom und seit diesem Jahr können wir unseren selbsterzeugten Windstrom an unsere Kund*innen vermarkten.

Welche Rolle spielen für euch Geschäftskund*innen?

Da wir zeitnah alle Energiedienstleistungen anbieten wollen, zudem Kooperationen (Marketing, aber auch Vertrieb) anstreben, ist die Bedeutung von Geschäftskund*innen ziemlich hoch. Aktuell können wir nur so genannte SLP-Zähler (=Standardlastprofil, analog zu normalen Haushaltszählern) anbieten. Mitte nächsten Jahres sollten dann auch Zähler mit registrierter Leistungsmessung (=RLM) dazu kommen. Weiterhin bieten wir ein (Bio-)Gasprodukt an, was wir natürlich auch an Geschäftskund*innen vermarkten werden.

Nachhaltige Unternehmen und insbesondere grüne Startups achten beim Stromvertrag natürlich auch auf Nachhaltigkeit. Ökostrom ist da meist die erste Wahl. Was unterscheidet euren Ökostrom von der Konkurrenz?

Die Wertschöpfungskette. Unser Stromportfolio wird aus eigenen Windkraftanlagen bewirtschaftet. Wir handeln also nicht nur, wir erzeugen Windstrom und forcieren den Zubau von erneuerbaren Erzeugungsanlagen deutlich. Ich denke, dass das auch Allen klar sein dürfte: Ein Ökostromprodukt, von einem an sich konventionellen Anbieter, hat nicht den Impact für die Energiewende wie ein Ökostromprodukt, was direkt vom Erzeuger kommt. Aus unserer Sicht gibt es keinen weiteren Ökostromanbieter, der derart viele Erzeugungsanlagen errichtet und betreibt, wie wir es tun.

Welche Rolle spielt Ökostrom auf dem Weg zur Klimaneutralität für Businesskund*innen bzw. inwiefern lässt sich die CO2-Bilanz durch Ökostrom für ein Unternehmen optimieren?

Wir bekommen mittlerweile Anfragen von Unternehmen, die sehr viel CO2 emittieren und ihren Fußabdruck mit Hilfe von Windstrombezug und einer Mitgliedschaft in der Genossenschaft auf null setzen wollen. Beides lässt sich an die CO2-Bilanz koppeln und in der Tat haben mehr und mehr Unternehmen ein Interesse daran, das für Ihren Außenauftritt zu nutzen: wir sparen X Tonnen CO2 im Jahr und produzieren klimaneutral. Das war übrigens auch vor zehn Jahren schon ein Thema, auch da wurde der Ökostrombezug an die eingesparten Tonnen CO2 gekoppelt. Indes gab es selten eine Bereitschaft jenseits „der üblichen Verdächtigen“ wie Bioläden, Reformhäuser etc., die das genutzt haben. Das ändert sich gerade.

Ist der Bezug von Ökostrom für Unternehmen auch ein Marketing-Tool, sprich kann man als nachhaltiges Unternehmen hiermit authentisch werben oder wird das eher als Greenwashing wahrgenommen?

Kommt drauf an, würde ich sagen. Wenn eine Tankstelle mit dem Bezug von Ökostrom wirbt, kommt das immer ein bisschen fragwürdig rüber. Andererseits: Wir müssen aus dem Lagerdenken raus. Wenn auch solche Unternehmen anfangen zu überlegen, wie sie ihre CO2-Bilanz verbessern können, ist das zu wenig, aber dennoch ein wichtiger Schritt. Ich glaube da sehr stark an die Marktmacht der Verbraucher*innen. Wenn mehr Ökostrom nachgefragt wird, wenn es wirklich zum neuen „Normal“ wird, dann wird mitunter auch der Ausbau beschleunigt werden. Das ist zumindest meine Hoffnung.

Worauf sollten Unternehmen achten, wenn sie den Stromanbieter wechseln? Habt ihr eine Art Punkte-Liste, die Unternehmen abhaken können, um sich für den optimalen Vertrag zu entscheiden?

Wir halten es für sehr wichtig, dass die Wechselprozesse reibungslos ablaufen. Insofern sind Faktoren wie ein fachkundiges Kundenmanagement oder persönliche Beratung von höchster Priorität. Meistens zahlen Unternehmen viel Geld für diesen Posten und können im Einkauf nicht viel Zeit auf Details dieses komplexen Marktes verwenden. Aus unserer Sicht ist es Aufgabe des Anbieters, möglichst viel davon abzunehmen und gut zu informieren. Sollte es zu Unstimmigkeiten kommen, sind diese zügig und unkompliziert zu klären. Wenn z.B. weitere Stromzähler zum Vertrag hinzugefügt oder auch ab- oder umgemeldet werden, sollte dies problemlos möglich sein. Ansonsten ist der Einkaufszeitpunkt bei hohen Verbräuchen sehr wichtig. Strom ist ein Börsenprodukt und unterliegt zum Teil heftigen Preisschwankungen. Aktuell würden wir z.B. davon abraten, langfristige Verträge bei hohen Verbräuchen (>100.000kWh) abzuschließen. Die Preise sind einfach extrem hoch.

In aller Kürze:

  1. Güte und Herkunft des Stromes
  2. Fachliche Kundenberatung
  3. Umfassende Kundenbetreuung

Wenn sich Unternehmen für euren Gewerbestrom interessieren, können sie sich wie und wo informieren bzw. beraten lassen?

Jederzeit auf unserer Homepage. Da sind auch Kontaktdaten hinterlegt und wir melden uns zeitnah bei allen Interessent*innen.

An welchen Stellen lässt sich für Unternehmen beim Stromvertrag Geld sparen?

Anbieter haben unterschiedliche Preisfindungsstrategien. Das hat Auswirkungen auf den Endpreis. Der Einkaufszeitpunkt ist mitunter bei hohen Volumina enorm wichtig. Ich würde sehr darauf achten, ob mein Berater seinen Job versteht oder nicht. Ich hätte vermutlich keine Lust, mich in der Tiefe in die Thematik einzuarbeiten. Das sollen die tun, deren Job das ist, damit ich mich um mein Kerngeschäft kümmern kann. Das spart dann auch Geld und sei es in Form von Ressourcen, die sich nicht mit dem Thema aufhalten müssen.

Man kann bei Prokon Mitglied werden. Was beinhaltet eine Mitgliedschaft und gilt das auch für Unternehmen?

Wie in jeder Genossenschaft kann man auch bei Prokon Mitglied werden, das stimmt. Die Mitgliedschaft ermöglicht es mir, den Kurs der Genossenschaft mitzubestimmen und mich einzubringen. Das geschieht auch immer wieder. Zudem bin ich in einer Genossenschaft wie Prokon wirksam: Ich tue was für den Ausbau der Erneuerbaren Energien, ohne dass ich eine Dachfläche dafür brauche, einen Acker für eine Windmühle oder das Know-how um diese zu errichten. Darum kümmern wir uns. Und wie oben beschrieben: Das geht auch für Unternehmen. Kürzlich hat ein großes Speditionsunternehmen angefragt, was sie tun können, um die CO2-Emission ihrer 58 LKW zu kompensieren. Wir haben dazu eine Idee…

Zu guter Letzt, habt ihr Vergünstigungen für Jungunternehmen?

Bis dato nicht wirklich. Wir bemühen uns um eine faire Preisgestaltung und vor allem um eine an die Bedürfnisse angepasste Beratung.

Vielen Dank für das Gespräch, lieber Achim!
Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an Prokon stellen möchtest?
Dann schreib sie in die Kommentare – wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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