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Mit Vintage Mode gegen die Wegwerfgesellschaft

Anni Lindner stellt sich mit ihrer Vintage Mode gegen die Fast Fashion Industrie und erzählt, wie sie anfangs ohne Erfahrung im Online Marketing ihren eigenen Online-Modeshop mit viel Leidenschaft weiterentwickelt.

GRÜNE STARTUPS: Frau Lindner, stellen Sie doch bitte Ihr grünes Startup tantchen anni vintage kurz vor.

ANNI LINDNER: Bei tantchen anni vintage handelt es sich um einen Online Shop mit original Vintage-Kleidung aus den 30er bis 80er Jahren. Ich biete keine Kleidung an, die „auf alt gemacht“ ist oder den Schnitten der vergangenen Zeiten nachempfunden wurde, sondern ausschließlich original vintage Stücke. Vintage-Kleidung hat eine Geschichte, die man mit „nachgeschneiderter“ Mode niemals wird erzählen können.

GS: Welches „grüne“ Problem lösen Sie und welche Vision steckt hinter Ihrem Konzept.

AL: Die heutige Welt bewegt sich in rasantem Tempo und auch für Mode gilt, was heute „in“ ist, wird morgen als „out“ wieder aus den Kleiderschränken verbannt und weggeworfen. Ein weiteres Problem dieser „fast fashion“ ist die Produktion in Ländern, in denen die Rechte der Arbeitnehmer viel zu oft mit Füßen getreten werden. Die Menschen arbeiten teils unter gefährlichen und menschenunwürdigen Bedingungen, und dies nur, damit das 100ste Shirt in unseren Schränken noch billiger ist, als es das 99ste war.

Zu dem spielt die Textilindustrie auch in der Umweltverschmutzung eine entscheidende, negative Rolle.

Gegen diese Wegwerfgesellschaft und die Fast Fashion Industrie stellt sich tantchen anni vintage.

Vintage Mode ist slow fashion, nachhaltig und grün, die Kleidung wird wiederverwertet, statt entsorgt und jedes Stück erzählt eine Geschichte aus vergangener Zeit.

GS: Wie geht es Ihrer Branche aktuell?

AL: Vintage Mode ist derzeit nach wie vor ein Nischenprodukt. Allerdings wächst das Bewusstsein der Verbraucher für nachhaltige Mode immer mehr und auch die Zahl der Vintage-Liebhaber steigt immer weiter an.

Es muss sicherlich noch einiges passieren, aber ich blicke sehr zuversichtlich in die Zukunft.

GS: Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

AL: Derzeit handelt es sich bei meinem Online Shop noch um ein „Ein-Frau-Unternehmen“. Die Kleidungsstücke werden von mir persönlich ausgewählt und von verschiedensten Orten zusammengesucht. Ich gehe gerne auf Vintage Märkte, und wähle zum größten Teil jedes

Stück einzeln aus, es kommen also keine Containerladungen aus anderen Teilen der Welt bei mir an.

Die Kleidung wird gereinigt und von mir fotografiert, dann nach bestem Wissen und Gewissen beschrieben, ausgemessen, etc. und den Vintage-Liebhaberinnen online zum Kauf angeboten.

Durch das Alter der Kleidungsstücke kann ich guten Gewissens von Unikaten sprechen, die Chance das gleiche Teil noch einmal zu finden, ist nahezu ausgeschlossen.

GS: Was waren und was sind die größten Herausforderungen für Ihre Unternehmung auf dem bisherigen Weg?

AL: Die wohl größte Herausforderung war und ist, dass ich keinerlei Erfahrung im Online-Marketing mitbringe. Dies war für mich allerdings nie ein Hinderungsgrund, da in diesem Online-Shop einfach zu viel Herzblut und Leidenschaft steckt.

Entsprechend viel wird gelesen, ich lasse mich beraten und versuche für alle anstehenden Fragen die passenden Ansprechpartner zu finden, was mir bislang ganz gut gelungen ist. Man lernt eben nie aus.

Eine weitere Herausforderung für mich ist die Definition des Wortes vintage. Vieles wird angeboten und als „vintage“ bezeichnet, allerdings handelt es sich um Neuware, die lediglich der Mode vergangener Jahrzehnte nachempfunden ist und nichts mit originaler Vintage-Kleidung zu tun hat.

Hier muss noch etwas Pionierarbeit geleistet werden.

GS: Wie ist Ihr Gründerteam aufgestellt? Welche fachlichen und sozialen Kompetenzen waren für den bisherigen Erfolg ausschlaggebend?

AL: Alles, was ich tue, mache ich mit absoluter Leidenschaft und mit viel Herz und trotz des aktuellen Status eines Ein-Frau-Unternehmens bin ich gesegnet mit einem tollen Umfeld. Mein Mann unterstützt mich in allen Belangen und ist sogar begeisterter Vintage-Markt-Besucher. Zudem hat er sein Arbeitszimmer geräumt, um der Ware meines Shops genügend Platz zu bieten.

Meine Mutter ist Steuerfachangestellte und für mich die perfekte Ansprechpartnerin in allen Fragen rund um Buchhaltung und Steuer.

GS: Suchen Sie aktuell Mitarbeiter und wenn ja, welche Qualitäten sollten diese mitbringen?

AL: Die Suche nach Mitarbeitern ist derzeit noch nicht aktuell. Sollte ich in der Zukunft Unterstützung benötigen, wäre es für mich sehr wichtig, dass meine Mitarbeiter sich mit dem Produkt identifizieren können und idealerweise Kenntnisse im Marketing mitbringen.

GS: Wo soll die Reise für Ihr Startup in den nächsten 3 Jahren hingehen?

AL: Tantchen anni vintage steckt noch in den Kinderschuhen und möchte natürlich wachsen und gedeihen. Dies möchte ich gerne in den kommenden Jahren erreichen, um möglichst vielen Vintage-Schätzen einen Platz in einem neuen Kleiderschrank zu sichern. Dies bedeutet eine Erweiterung des Sortimentes, die Anmietung von Lagerflächen, und die Suche nach dem ein oder anderen Mitarbeiter.

Auf diese Reise freue ich mich.

GS: Zum Abschluss: Welchen Tipp möchten Sie zukünftigen Gründern mit auf den Weg geben?

AL: Ich denke, egal was man tut, man sollte alles aus Überzeugung und mit dem Herzen tun. Klingt nach einer Floskel, aber das ist die Wurzel, und ohne Wurzel, kann nichts wachsen.

Vielen Dank

1 Kommentar zu Mit Vintage Mode gegen die Wegwerfgesellschaft

  1. Hallo, ich bin auf der Suche nach Kleidung, Schuhe und Accessoires aus der 50/60er Jahren für mich und meinen Mann.
    Ich habe im Internet ihre tantchen Anni online Shop gefunden. Gibt es diese noch und ja, können Sie mir behilflich sein? Lg Wilma Striebing van den Brand

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