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Grünes Büro: Was sind die Dos und Don’ts?

Gaerner ist das Online-Portal für Bestellung von Office-Zubehör und Möbeln. Pressevertreter Christian Weber gibt im Interview Tipps für eine nachhaltige Bürogestaltung.

Gruene Startups: Welche Rolle spielt der Nachhaltigkeitsgedanke bei der Büroeinrichtung?

Christian Weber: Eine Rolle, die immer wichtiger wird. Viele Menschen machen sich Sorgen um unsere Umwelt. Das sieht man zurzeit an den weltweiten “Fridays for Future”-Protesten, die ursprünglich von Schülern in die Wege geleitet, inzwischen aber von Studenten und Wissenschaftlern mitgetragen werden. Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Medien nicht über zunehmende Umweltverschmutzung, Umweltzerstörung oder den Klimawandel berichten. Besonders dramatisch sind die Plastikverschmutzung der Meere, die Rodung der Wälder, das Artensterben und der CO2-Anstieg der Atmosphäre.

Nachhaltiges Verhalten gilt als Gegenstrategie, die die Probleme zwar nicht löst, aber die die bereits vorhandenen Probleme nicht weiter verschlimmert. Seit einigen Jahren ist das Thema auch im beruflichen Kontext nicht mehr wegzudenken. Nachhaltigkeit im Büro hat für Unternehmen verschiedene Vorteile: Mitarbeiter fühlen sich wohler, es kommt zu weniger Krankheitsausfällen und Kündigungen, das Unternehmen kann mit cleveren Ideen Geld sparen und natürlich profitiert es auch von einem positiven, modernen Image. Das wiederum kann eine Umsatzsteigerung zur Folge haben oder dafür sorgen, dass sich die besser qualifizierten Kandidaten auf freie Stellen bewerben.

Insbesondere junge Firmen und Startups legen Wert auf eine ökologische Bürogestaltung. Welche Bereiche sollten dabei mit einbezogen werden?

Das fängt schon bei den Büroutensilien wie Papier und Stiften an und geht bis zu den Möbeln und der Büroeinrichtung. In dieser Hinsicht finden interessierte Firmen und Startups eine große Auswahl an nachhaltigen Produkten, zum Beispiel bei gaerner. Doch natürlich lässt sich noch mehr tun, denn auch das Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters wirkt sich auf seine individuelle Ökobilanz aus. Es zahlt sich aus, wenn Startups dieses Thema offen im Team kommunizieren und eine Leitlinie oder Verhaltenstipps vereinbaren, zum Beispiel in Hinblick auf den Papierverbrauch.

Darüber hinaus können Unternehmen darauf achten, nur mit Partnern zusammenzuarbeiten, die sich ebenfalls der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Hier kommt es natürlich darauf an, wie viel Auswahl zur Verfügung steht. Vielleicht sind Partnerunternehmen aber dazu bereit, mehr Wert auf Nachhaltigkeit zu legen, wenn das bisher noch nicht der Fall ist. Potential herrscht oft beim Verpackungsmaterial von angelieferten Waren. Nicht immer ist es notwendig, dass diese in dicke Plastikschichten eingehüllt sind. Firmen können also ihre Macht nutzen, um andere Unternehmen zu etwas mehr Nachhaltigkeit zu bewegen.

Was würden Sie sagen, sind die wichtigsten Kriterien für ein grünes Büro?

Bei der Büroeinrichtung hat jeder die Wahl, ob er nachhaltige Möbel oder “normale” einkauft. Nachhaltige Möbel zeichnen sich dadurch aus, dass sie langlebig und robust sind, was eine vorzeitige Neuanschaffung überflüssig macht. Zudem sollten sie nicht aus umweltproblematischen Materialien wie Teak- oder Mahagoni-Holz bestehen. Auch wenn Produkte aus diesen Hölzern edel aussehen und diverse Zertifikate ihre Unbedenklichkeit belegen sollen: Für den Abbau werden immer Regenwälder und Ökosysteme zerstört.

Und wie die Bezeichnung “grünes Büro” schon nahelegt, dürfen auch reichlich Grünpflanzen nicht fehlen. Laut Studien steigt durch Büropflanzen die Produktivität der Mitarbeiter um bis zu 15 Prozent. Außerdem nehmen die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu, während die Stressbelastung und die Krankheitstage rückläufig werden.

Zum Thema Nachhaltigkeit gehört auch die Müllreduzierung. Einweg-Coffee-to-go-Becher, Plastikverpackungen für das Mittagessen und nicht-digitale Akten, die in regelmäßigen Abständen bergeweise vernichtet werden, sind Probleme, die sich leicht vermeiden lassen. Statt einer Kapselmaschine kann wohlschmeckender Kaffee auch in Filtermaschinen zubereitet werden. Natürlich ist durchdachte Mülltrennung nach wie vor wichtig und richtig.

Ein weiteres wichtiges Kriterium für ein grünes Büro sind energiesparende Lösungen. Wer einen neuen Kühlschrank für die Teamküche anschafft, sollte ein Modell mit hoher Energieeffizienzklasse kaufen. Das ist auch bei Computern, Druckern, Waschmaschinen und anderen Produkten möglich. Wenn ein Unternehmen zusätzlich sparen muss, kann es auf gebrauchte Produkte setzen, was der Umwelt ebenfalls zugutekommt. Und natürlich sollten die bekannten Tipps zum Stromsparen angewendet werden, zum Beispiel sollten Elektrogeräte nach Büroschluss nicht im Stand-by-Modus laufen.

Was sollte man unbedingt vermeiden?

Ein Startup muss nicht in Extreme verfallen, um zu 100 Prozent nachhaltig zu sein. Das Wichtigste ist, dass es auf dem Markt bestehen kann. Wenn Partnerunternehmen zum Beispiel nicht dazu bereit sind, nachhaltigere Verpackungen zu verwenden, muss das auch irgendwann akzeptiert werden, wenn keine bessere Alternative zur Verfügung steht. Hinzu kommt, dass manche vermeintlich nachhaltige Lösung ein Unternehmen vor ganz neue Probleme stellen kann.

Ein typisches Beispiel hierfür ist der Drucklufthandtuchtrockner. In manchen Büros sind sie zu finden, weil man dort die ansonsten typischen Müllberge von Papierhandtüchern vermeiden möchte. Tendenziell ist das eine gute Schlussfolgerung, doch eine Studie kam vor einigen Jahren zu dem Ergebnis, dass Drucklufttrockner wahre Keimschleudern sind. Wenn die Mitarbeiter aber ständig wegen Krankheit ausfallen, ist das natürlich keine sinnvolle Lösung. Eine deutlich bessere Idee sind waschbare Handtücher in entsprechend kleinen Büros oder recycelte Papierhandtücher. Bewährt hat sich ein kleiner Aufkleber, der darauf hinweist, pro Händewaschgang immer nur ein einzelnes Papiertuch zu benutzen, um die Umwelt nicht zu sehr zu belasten.

Auch das Sparen von Wasser ist eine Idee, die nicht zwangsläufig hält, was sie verspricht. Deutschland ist kein Wassermangelgebiet – anders zum Beispiel als das US-amerikanische Kalifornien, wo immer wieder von der Regierung darauf hingewiesen werden muss, Pools nicht zu füllen und den Rasen nicht zu wässern. In Deutschland ist der Grundwasserspiegel fast immer hoch genug, sodass es für alle reicht. Beim Wassersparen kommt es zu einem Problem, das der Umwelt sogar wieder schaden kann: Die Wasserleitungen müssen ständig mit genug Wasser gespült werden, damit sie sauber bleiben. Würde Deutschland zu viel Wasser sparen, nehmen die Rohre Schaden und müssen im schlimmsten Fall für viel Geld und Ressourcen saniert werden. Nur ganz selten befindet sich Deutschland in einer Dürresituation. Zuletzt geschah das im extrem trockenen Sommer 2018. Wenn das der Fall ist, weist die Regierung aber über die Medien darauf hin. Das bedeutet natürlich nicht, dass ein tropfender Wasserhahn nicht bald repariert werden sollte.

Wo sehen Sie bei Unternehmen hierzulande das größte Verbesserungspotenzial, was eine nachhaltige Bürogestaltung betrifft?

Im Prinzip können sich Unternehmen in jedem Bereich verbessern, vor allem aber bei der Vermeidung von Abfall.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit selbst bei gaerner?

Gaerner ist ein Unternehmen, das sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat. Wir bieten Office-Zubehör und Möbel, die die Idee der Nachhaltigkeit erfüllen und die Umwelt dadurch nicht unnötig belasten.

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