e.GO Life: Vom E-Transporter zum elektrischen Kleinwagen

© Streetscooter GmbH

Mit seinem Startup Streetscooter verkaufte Günther Schuh bereits erfolgreich erste elektrische Transporter an die Deutsche Post. Jetzt plant der Unternehmer mit dem preiswerten Elektrofahrzeug e.GO Life den deutschen Automarkt zu revolutionieren.

18.08.2017 Mona Kern

Der Aachener Universitätsprofessor Günther Schuh gründete sein Unternehmen Streetscooter GmbH im Jahr 2010 und begann elektrische Transporter für die Deutsche Post zu produzieren. 2014 wurden die Fahrzeuge erstmals als Lieferwagen in ihrem Betrieb getestet, bis die Deutsche Post das Startup schließlich aufkaufte. Zuvor hatte man sich an viele deutsche Autobauer gewandt, um eine elektrische Flotte zusammenzustellen, aber kein Hersteller erklärte sich bereit, die Lieferwagen für die Post zu produzieren.

Seit dem Beginn der Zusammenarbeit mit Streetscooter vor drei Jahren ist Bonn die erste Stadt Deutschlands in der die Post gänzlich CO²-frei zugestellt wird. Die Flotte umfasst allein in Bonn 120 elektrische Fahrzeuge, von denen 20 aus eigener Produktion mit Streetscooter stammen. Mittlerweile wird auch in Zusammenarbeit mit Ford der größere Transporter Work XL in Ballungsräumen getestet.

Produktionsausbau trotz zunehmender Kritik

Der Einsatz von elektrische Lieferwagen ist in Innenstädten besonders sinnvoll, da Postboten bis zu dreihundertmal am Tag ein- und aussteigen müssen und E-Autos im Stop-and-Go wesentlich praktischer und umweltfreundlicher sind. Außerdem sind die Scooter leiser und geruchsneutraler als ein normales Benzin- oder Dieselfahrzeug.

Allerdings ließ auch die Kritik an den Streetscootern nicht lange auf sich warten. Viele Angestellte beklagen, die Fahrzeuge seien nicht verkehrssicher und und zu klein für die Masse an Paketen, die man ausliefern müsse. Das Nachladen kostet die Zusteller dann wertvolle Zeit, sodass weniger wird sie unproduktiver arbeiten als mit Benzin- oder Dieselautos. Andere Mitarbeiter berichten, dass sich die Motorhaube manchmal plötzlich während der Fahrt öffne und im Winter die Temperatur im Auto viel zu niedrig sei.

Der Hersteller weißt die meisten Vorwürfe zurück, beharrt auf der Verkehrssicherheit seiner Scooter und baut seit April diesen Jahres weiter die Produktion aus. Von nun an werden die Streetscooter auch an externe Interessenten verkauft und erhöhen somit zusätzlich den Druck auf andere deutsche Autobauer.

Das neue elektrische Stadtauto „e.GO Life“

Der Wettbewerb für Elektrofahrzeuge wird in Kürze wohl ohnehin deutlich verschärft, da Unternehmer Günther Schuh jetzt plant mit seiner neu gegründeten e.GO Mobile AG das preiswerte Elektroauto e.GO Life auf den Markt zu bringen. Im März 2017 wurde der Kleinwagen auf der CeBIT in Hannover der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Moment kann man das Auto für den Stadtverkehr nur vorbestellen, da die Serienfertigung und somit auch die Auslieferung erst 2018 startet. Das Unternehmen hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt dann etwa 20.000 Stück pro Jahr herzustellen. Der Hersteller wirbt damit, dass der Kunde beim Kauf sowohl die Vorteile eines Sportwagens, als auch die eines Kleinwagens erfährt.

Für beide Varianten des Modells liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 104km/h. Wenn das Auto mit der Basisbatterie ausgestattet ist, liegt die Reichweite bei 130km und die Ladedauer beträgt etwa fünfeinhalb Stunden. Entscheidet man sich für ein Auto mit großer Batterie, beträgt die Reichweite 170km, allerdings braucht das Auto auch zwei Stunden länger um sich vollständig aufzuladen.

Der entscheidende Vorteil des e.Go Life

Ein e.GO Life soll circa 15.900€ kosten und ist damit beispielsweise 11.000€ billiger als das ähnliche Modell e-Up! von Volkswagen. Zieht man die staatliche Prämie auf elektrische Fahrzeuge ab, reduziert sich der Preis für einen e.GO Life sogar auf 11.900€.Ä

Damit wären das Produkt von e.GO Mobile deutlich vorteilhafter für Kunden als die vergleichbaren E-Auto-Modelle von anderer Hersteller. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob das Unternehmen auch die Qualität seiner Fahrzeuge garantieren kann, oder ob ähnliche Probleme wie mit den Streetscootern auftreten werden.

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