Algendrink HELGA vereint guten Geschmack und wertvolle Nährstoffe

Die Gründerinnen des Algendrinks ©HELGA: Renate Steger, Ute Petritsch und Anneliese Niederl-Schmidinger

Hinter dem Superfood-Drink HELGA steht Frauenpower: Die drei Gründerinnen haben ein gesundes Erfrischungsgetränk mit der Kraft der Superfrood Alge Chlorella entwickelt, das vor Nährstoffen strotzt und dabei zuckerarm, allergenfrei und vegan ist.

29.11.2017 – Das Interview führte Stefanie Suckau

Grüne-Startups.de: Wie entstand die Idee für Helga, was verbirgt sich hinter dem Unternehmen und hinter dem Namen?

Erfrischungsgetränk aus dem Superfood Alge von ©HELGA
Erfrischungsgetränk aus dem Superfood Alge von ©HELGA

Katharina Helm: Der Drang zu einem gesunden Trank führte zur Gründung von HELGA. Es gab die Erkenntnis des Marktnischenprodukts Alge als Superfood für den Menschen und die Suche nach einem gesunden low-carb-Getränk, das schmeckt und jeder verträgt. Die Idee entwickelte sich auch aus den unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen der drei Gründerinnen. Zum einen existiert(e) eine kritische Beschäftigung mit Ernährung und Herkunft von Nahrungsmitteln aufgrund von unterschiedlichen Ernährungsweisen und zum anderen gab und gibt es den Wunsch, den Körper zu entgiften und das Gewicht dauerhaft in den Griff zu bekommen. Und all das neben Beruf, Familie, Sport, Bildung, Freizeitaktivitäten und vermehrt auftretenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten. HELGA soll bei diesem Spagat helfen und zur Alltags-Begleiterin werden. HELGA ist das Einsteigerprodukt für Lebensmittel auf Basis von Algen. Weitere werden folgen – Anfang 2018 kommt etwa ein Algensnack auf den Markt.

Zum Namen HELGA – dieser kommt aus dem Schwedischen und heißt übersetzt „gesund“ bzw. „heilig“. Wir dachten uns: Das passt doch wunderbar! Außerdem ist HELGA ein Wortspiel aus: HEalthy aLGaE“ – also übersetzt „gesunde Alge“.

Welche Philosophie verfolgt euer Startup?

Tanke Alge! – und zwar in flüssiger oder fester Form. Wir wollen die Scheu vor Alge nehmen und eventuelle negative Assoziationen durch positive ersetzen. Algen schmecken und können dem Körper viele wertvolle Nährstoffe liefern. Ein Lifestyleprodukt wie ein gut schmeckendes, erfrischendes Getränk, das eine echte Alternative am zuckerlastigen Beverage-Sektor ist, schien uns dafür als ein geeigneter „Eisbrecher“.

Was steckt in euren Getränke, was ist das Besondere an euren Produkten?

Was HELGA so besonders macht ist die Chlorella Alge. HELGA ist das erste Erfrischungsgetränk mit diesem Superfood. Die Mikroalge Chlorella besteht zu 50 Prozent aus Proteinen, ist die Pflanze mit dem meisten Chlorophyll (3-5 %), dem höchsten Gehalt an bioverfügbaren Vitamin B12, enthält zudem Folsäure, Eisen, Beta-Karotin, Lutein und die Alpha-Linolensäure. In der Naturheilkunde wird Chlorella häufig zur Entgiftung und Ausleitung eingesetzt.

Und hier ein Absatz aus dem „Handbuch Lebensmittelhygiene“ im Behr’s Verlag: „Chlorella stärkt das Immunsystem, senkt die Infektionsanfälligkeit, wirkt entzündungshemmend, verbessert die Wundheilung und hat eine ganze Reihe weiterer positiver Effekte auf den Organismus, speziell auf verschiedene Stoffwechselfunktionen.“

Das Glasröhrensystem schützt die Algen vor Schadstoffen ©Roquette Klötze
Das Glasröhrensystem schützt die Algen vor Schadstoffen ©Roquette Klötze

Woher bezieht ihr eure Rohstoffe? Wie und wo wird HELGA hergestellt?

Der wichtigste Rohstoff für alle HELGA Produkte – die Chlorella Alge – kommt von einer deutschen Algenfarm. Dort verfügt man über bald 20-jährige Erfahrung im Anbau von Algen. Die Algen wachsen in einem 500 km langen Glasröhrensystem, in dem die Algen fern von Schadstoffbelastungen (wie sie etwa beim in Asien üblichen Anbau in offenen Teichanlagen nicht auszuschließen sind) bleiben. Der Wachstumsfortschritt wird ständig beobachtet – wodurch ein konstanter Nährstoffgehalt garantiert ist. Der gesamte Anbau von der Starterkultur bis zum fertigen Produkt wird von einem hauseigenen Labor kontrolliert und ist zertifiziert nach den internationalen Standards GMP, HACCP, ISO 9001, ISO 22000 und ISO 50001. Die Produkte werden zudem von externen Laboren egelmäßig analysiert.
HELGA wird bei einem Familienbetrieb im Mostviertel/Österreich nach einem Rezept der Gründerinnen hergestellt.

Welchen Stellenwert hat das Thema Nachhaltigkeit bei Helga, wie lebt ihr selbst Nachhaltigkeit?

Einen großen! Nachdem Algen wahre „Großkraftwerke der Natur“ sind – also die Photosynthese so gut beherrschen wie sonst kein anderes Lebewesen und dabei sehr rasch und ressourcenschonend wachsen, sind sie die elegante Antwort auf eine Frage, die sich beim Anbau von Pflanzen zur Herstellung von Treibstoffen stellt: Ist es ethisch vertretbar, Ackerflächen zur Treibstofferzeugung zu nutzen anstatt zur Lebensmittelproduktion?
Die (wissenschaftlichen) Debatten darüber werden als „Teller – Tank-Diskussion“ bezeichnet.

Dass Algen DIE Lösung in dieser heiklen wie zukunftsweisenden Frage sein könnten, wussten Renate Steger und Anneliese Niederl-Schmidinger schon vor der Gründung von HELGA im Jahr 2015. Da waren sie nämlich noch in einem Unternehmen tätig, das sich mit der Herstellung und Nutzung von Algen als Biodiesel beschäftigte. Dabei wurde uns klar, dass es eher noch eine Frage von Jahrzehnten als Jahren sein würde, bis die Technologie ausgereift genug ist, um Treibstoffe aus Algen herzustellen. Was aber sofort aus Algen verfügbar ist, sind die vielen Nährstoffe. Also entwickelten wir das erste Erfrischungsgetränk mit dem Superfood Chlorella Alge, um möglichst vielen Leuten die gesundheitlichen Vorteile von Algen bewusst zu machen. Zu einer zuckerarmen, veganen und allergenfreien Limonade greift es sich leichter als zu einem Nahrunsgergänzungsmittel aus Algen.
Also schien uns das Getränk HELGA als idealer Weg, einem breiten Personenkreis die Scheu vor Alge zu nehmen. Wir bieten mit dem HELGA Chlorella Pulver aber auch die Möglichkeit, 100 % Alge in die Nahrung einzustreuen und werden Anfang 2018 ein weiteres Algenprodukt – einen Snack – auf den Markt bringen.

Vor welchen Herausforderungen standet ihr bisher mit eurer Geschäftsidee?

Ein komplexes Thema wie die vielen Vorteile der Alge und gleichzeitig einen komplett neuen Lebensmittelrohstoff einem potenziellen Kunden innerhalb einer kurzen Zeitspanne (die er etwa vorm Getränkeregal oder einer Getränkekarte verbringt) zu kommunizieren. Und das mit dem Budget eines Startups – und nicht mit dem eines Weltmarktführers.

Algenpower von ©HELGA
Algenpower von ©HELGA

Welche Trends und Entwicklungen findet ihr im Bereich der nachhaltigen Lifestyle- und Food-Startups aktuell besonders spannend?

Nachdem wir Anfang 2018 unser drittes Produkt – einen Algensnack – heraus bringen, waren wir sehr umtriebig, was es so im (algigen) Snackbereich bereits gibt und welches Produkt hier eine echte Innovation wäre. Wir haben uns wirklich Mühe gegeben und hoffen, dass dieses Produkt gut ankommen wird!

Mit Spannung verfolgen wir außerdem das Thema Algen in der Kosmetik und alles was sich im veganen Foodsektor entwickelt.

Welche Pläne und Ziele habt ihr mit Helga für die Zukunft?

Geklotzt: Dass HELGA zum Synonym für gut schmeckende Algenprodukte wird.
Gekleckert: Weitere Algenfans zu finden und den HELGA-Algenteppich über Europa konstant wachsen zu lassen.

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