Die Little Sun für Licht auf der ganzen Welt

© Little Sun

Die Little Sun Original ist eine Solarlampe, die nach fünfstündigem Laden in der Sonne bis zu 50 Licht spendet. Mit Little Sun können Kinder in Afrika nun abends im Licht von sauberem Solarlicht Hausaufgaben machen und Geschäfte länger geöffnet bleiben.

06.04.2017 – das Interview führte Gessica Mirra

GRÜNE-STARTUPS.de: Frau Koss, stellen Sie doch bitte Ihr grünes Startup Little Sun vor.

Rabea Koss, Press and Communications Manager: Little Sun ist ein Social Business mit Sitz in Berlin, gegründet vom Künstler Olafur Eliasson und dem Ingenieur Frederik Ottesen. Unser Ziel ist es, Menschen für Solarenergie zu begeistern und auf das Problem des Energiezugangs aufmerksam zu machen. Durch den Verkauf der Produkte in Regionen mit zuverlässigem Netzanschluss können die Produkte überall dort, wo es kein flächendeckendes Stromnetz gibt, zu niedrigeren, lokal erschwinglichen Preisen angeboten werden. Momentan haben wir zwei Produkte auf dem Markt, die bald von einem Dritten ergänzt werden. Die Little Sun Original ist eine Solarlampe, die nach fünfstündigem Laden in der Sonne bis zu 50 Licht spendet. Der Little Sun Charge ist ein Solarladegerät, das zusätzlich zur LED einen USB-Ausgang hat, mit dem Smartphones, Kameras und andere kleine Elektrogeräte geladen werden können

Welches „grüne“ Problem lösen Sie und welche Vision steckt hinter Ihrem Konzept?

Allein in Afrika leben 600 Millionen Menschen ohne Anschluss an ein Stromnetz, weltweit sind es sogar 1,1 Milliarde Menschen. Um nach Einbruch der Dunkelheit zu arbeiten, zu kochen, zu lesen oder zusammenzusitzen werden neben Kerzen und batteriebetriebenen Taschenlampen vor allem teure und gesundheitsschädliche Petroleumlampen benutzt. Eine Petroleumlampe stößt jedes Jahr ca. 100 Kg CO2 aus. Sie sind aber vor allem auch gesundheitsschädlich. Kinder machen abends im Licht von Petroleumlampen Hausaufgaben, die pro Tag so giftig sind, wie das Rauchen von 40 Zigaretten. Die offenen Flammen bergen zudem ein hohes Brandrisiko. 6 Millionen Menschen erleiden jedes Jahr Verbrennungen durch die offenen Flammen, darunter vor allem Frauen und Kinder (da sie am meisten Zeit in den Häusern verbringen). Olafur Eliasson Frederik Ottesen saßen 2012 zusammen und beschlossen, gemeinsam an einer nachhaltigen Lösung dieses Problems zu arbeiten. Mit Little Sun können Kinder nun abends im Licht von sauberem Solarlicht Hausaufgaben machen, Geschäfte können länger geöffnet und Familien dank der solarbetriebenen Handyladegeräte in Verbindung bleiben.

Zugang zu Licht und Energie ist ein wichtiger Entwicklungsmotor für Bildung und wirtschaftlichen Aufschwung. Deshalb wurde es als ein Ziel zum Erreichen der „Ziele der nachhaltigen Entwicklung“ von den Vereinten Nationen festgelegt: http://www.un.org/sustainabledevelopment/sustainable-development-goals/).

Statt an einer funktionalen Solarlampe für Regionen ohne Strom zu basteln, entschlossen sich die Little-Sun-Gründer im Dialog mit Nutzern in Äthiopien eine Lampe zu kreieren, die nicht nur Licht spendet, sondern ein Symbol für Energiezugang und nachhaltige Energieressourcen sein sollte – nicht nur in Afrika, sondern überall auf der Welt.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

Wir vertreiben unsere Solarprodukte weltweit. Der Vertrieb der Little Sun Produkte in Europa ermöglicht uns dabei, Little Suns nach Afrika in Regionen ohne Strom zu bringen. In Europa zahlen Käufer etwas mehr und subventionieren dadurch bezahlbare, solarbetriebene Energie für Menschen, die ohne Stromnetz leben. Eine Lampe, die in Deutschland 22€ kostet, kann deshalb im Senegal für 12€ verkauft werden. Da Petroleumlampen teuer sind (1$ pro Woche), kann man mit einer einmaligen Ausgabe für eine Solarlampe schnell viel Geld sparen. In Afrika bilden wir zudem junge Unternehmer aus, die die Lampen von uns zum Produktionskostenpreis bekommen und mit dem Vertrieb ihren Lebensunterhalt finanzieren. Wir unterstützen sie dabei zusätzlich mit Businesstraining sowie Marketingmaterialien. Das bedeutet, für jedes verkaufte Little Sun Produkt im globalen Norden bringen wir das gleiche Produkt zu unseren Partnern in Afrika. Mittlerweile haben wir 500.000 Little Suns verkauft, die Hälfte davon in Regionen ohne Strom.

Was waren und was sind die größten Herausforderungen für Ihre Unternehmung auf dem bisherigen Weg?

Bei Little Sun gibt es täglich viele kleine Herausforderungen. Sicherlich gehörte im ersten Jahr nach der Gründung vor allem dazu herauszufinden, wie man Solarprodukte in die verschiedensten afrikanischen Länder importiert, welche Zollregelungen es gibt, usw. Und vor allem zu merken, wie schnell sich das auch wieder ändern kann. Da das Projekt ursprünglich in der Kunstwelt entstand, waren das für uns natürlich völlig neue Themen. Mittlerweile haben wir ein erfahrenes Team, das sich täglich mit dem Import nach Afrika beschäftigt und vor Ort tolle Partner findet, die uns unterstützen. Was natürlich nicht ausschließt, dass es nach wie vor immer wieder neue Herausforderungen gibt.

Wie ist Ihr Gründerteam aufgestellt? Welche fachlichen und sozialen Kompetenzen waren für den bisherigen Erfolg ausschlaggebend?

Gegründet wurde Little Sun ja von einem Künstler und einem Ingenieur, was sicherlich relativ ungewöhnlich ist. Für uns ist es natürlich ein großer Vorteil, dass Olafur Eliasson als renommierter Künstler überall auf der Welt tätig ist. Little Suns werden immer auch parallel zu seinen Ausstellungen im Museum verkauft, die anfänglichen Vertriebskanäle waren dadurch gesichert. Mit Frederik Ottesen kam dann der erfahrende Unternehmer dazu, der sich schon lange für nachhaltige Technologien einsetzt und auch an solarbetriebene Flugzeugen mitarbeitet hatte. Seit dem Start 2012 vergrößert sich das Team stetig und setzt sich zusammen aus einer bunten Mischung an beruflichem und kulturellem Wissen, das bei einem international agierenden Unternehmen unerlässlich ist.

Wie haben Sie sich gefunden und suchen Sie aktuell Verstärkung?

Olafur und Frederik kennen sich über ihre Söhne, die in Kopenhagen auf die gleiche Schule gingen. Mittlerweile ist Frederik mitsamt Familie nach Südafrika gezogen, um näher bei unseren dortigen Partnern zu sein. Wir suchen regelmäßig Verstärkung, also Ausschreibungen sind immer auf der Webseite zu finden http://littlesun.com/jobs/

Wo soll die Reise für Ihr Startup in den nächsten 3 Jahren hingehen?

Wir stehen mit Little Sun momentan noch ganz am Anfang der Energieleiter. Zurzeit produzieren wir kleine, tragbare Solarlampen. Im Herbst kommt eine weitere Lampe hinzu, Little Sun Diamond – eine kleine Variante der Little Sun Original.  Langfristig wollen wir da aber noch mehr Produkte hinzufügen, die deutlich mehr Energie spenden.

Als konkretes Ziel haben wir uns gesetzt bis 2020 1 Million Solarprodukte zu verkaufen und so einen sinnvollen Beitrag zur CO2 Reduzierung und zur Verbesserung der Energieversorgung beizutragen.

Zudem bauen wir unsere Bildungsprojekte immer weiter aus. Wir haben schon einige Workshops in Kindergärten und Schulen durchgeführt, wo wir mit einem künstlerischen Ansatz das Problem des Energiezugangs greifbar machen wollen. Auch dieses Jahr stehen wieder Workshops an, z.B. bei der IGA 2017 im September. Auch im humanitären Bereich bauen wir unser Angebot weiter aus, wir bringen Solarenergie beispielsweise in Flüchtlingscamps wo Energiezugang ebenfalls keine Selbstverständlichkeit ist und gerade Licht abends dringend gebraucht wird.

Zum Abschluss: Welchen Tipp möchten Sie zukünftigen Gründern mit auf den Weg geben?

Seid begeistern von eurer Idee und steckt andere damit an!

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