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Happy Cheeze – wie die Cashew den Käse-Markt erobert

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Die Milchindustrie steht schon lange in der Kritik und pflanzliche Milch gibt es mittlerweile zu genüge. Aber was ist mit Käse? Hierauf scheinen die wenigsten verzichten zu können. Das Food Startup Happy Cheeze hat die Lösung – Käse aus Cashewkernen. Wie das funktioniert, ob die Käse-Alternative den Geschmackstest besteht und mit welchen Herausforderungen das Startup zu kämpfen hatte, erfährst du im Interview.

Grüne-Startups.de: Was ist Happy Cheeze und welche Idee steckt hinter eurem Startup?

Annika Mannah: Happy Cheeze ist die GmbH, die hinter den HAPPY CASHEW-Produkten steht und mit ihren pflanzenbasierten Alternativprodukten die Welt revolutionieren will. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Im Ernst: Seit 2012 treten wir an, um unseren Cashew Käse Alternativen und mittlerweile weitere Produkte wie Joghurt Alternativen und Cashew-Drinks (Buttermilch Alternativen) allen zugänglich zu machen, die sich planetenfreundlich, bewusst und innovativ ernähren möchten. Dabei soll der Geschmack nicht zu kurz kommen, denn in unseren Produkten steckt wirklich nur das, was hinein gehört: Fermentierte Cashewkerne, Salz, Wasser und das jeweilige Gewürz. Keine Stabilisatoren oder andere Zusatzstoffe. Die Idee ist also, die Welt ein Stückchen glücklicher und vielfältiger zu machen, indem wir gute und wahnsinnig leckere Alternativen zu tierischem Käse oder Joghurt aus Milch anbieten.

Aus welchem Team besteht Happy Cheeze?

Das Herz des Unternehmens ist der Ideengeber und Gründer Dr. Mudar Mannah, der 2011 auf einer kleinen Weltreise und bedingt durch seine eigene Ernährungsumstellung auf die Idee kam, eine Alternative zu Kuhmilchkäse zu entwickeln. Diese Idee wuchs und gedieh und mittlerweile sind wir rund 25 Mitarbeitende vor Ort in unserer 1.400m2-Produktion in Cuxhaven, sowie extern mit Vertrieblern und Messeteams, die bundes- und sogar europaweit agieren.

Bild: Happy Cheeze

Eure Gründung ist ja schon eine Weile her. Wie habt ihr euch seitdem weiterentwickelt?

Bedingt durch die stetige Nachfrage, sind wir natürlich nicht nur personell gewachsen, sondern auch räumlich. Haben wir anfangs noch in einer kleinen umgebauten Bäckerei produziert, siedelten wir Mitte 2016 in eine alte Fischkonservenfabrik am Hafen um und erweiterten unsere Produktionsfläche im letzten Jahr um weitere 700m2. Allerdings bekommen wir auch hier schon langsam Platzproblem und halten die Augen auf nach weiteren Produktionsflächen.
Das Interesse und die Akzeptanz an unseren Produkten steigt kontinuierlich und dabei freut uns ganz besonders, dass wir die breite Öffentlichkeit erreichen und so zu einer gesunden und nachhaltigen Ernährung inspirieren können.
Dies ist und war auch immer unser Ziel: Ein Stückchen Glück in die Herzen aller zu pflanzen und so viele Menschen wie möglich zu einer bewussteren Ernährungsweise zu inspirieren. Die Rückmeldungen unser Kund*innen zeigen uns, dass wir auf dem besten Weg sind, das zu schaffen.

Welchen Herausforderungen seid ihr bei der Gründung bzw. beim Wachstum eures Startups begegnet?

It’s easy enough,
when life flows along like a sweet song,
but a man worthwhile is a man with a smile,
when everything goes dead wrong!

Produktionsbedingungen, die alles andere als optimal waren, fluktuierende Mitarbeitende, die das Potential eines Startups nicht erkannt haben oder Lieferanten, denen es nur um den persönlichen Gewinn ging, anstatt um die gesamt Wertschöpfungskette, v.a. auch in den Anbauregionen der Cashews … sind nur einige Beispiele. Das alles waren jedoch auch wichtige und charakterbildende Ereignisse, die uns dahin gebracht haben, wo wir heute stehen: Ein gesund wachsendes und stabiles Unternehmen, das eine Vorreiterrolle in einem der am schnellsten wachsenden Branchen der Lebensmittelindustrie eingenommen hat. Jeder Tag bleibt eine Herausforderung, mit der wir stetig wachsen.

Bild: Happy Cheeze

Es gibt ja verschiedene Käsealternativen auf dem Markt. Was unterscheidet euch von der Konkurrenz?

Europaweit waren wir die ersten, die Käse-Alternative auf Cashewbasis auf den Markt gebracht haben. Weltweit gab es noch zwei weitere Firmen (beide in den USA), die ebenfalls mit Cashews arbeiteten.
Der wesentliche Unterschied zu anderen Käsealternativen ist, dass wir bewusst traditionelle Herstellungstechniken aus der traditionellen tierischen Käseherstellung nutzen. Aus einer Cashew-„Milch“ entsteht ein angesäuerter Bruch, der in Form gebracht wird und dann in Reifekammern heranreift, um sein volles Aroma und die richtige Konsistenz zu entwickeln. Das ist der wesentliche Unterschied. Wir versuchen nichts zu imitieren. Mit der Markteinführung unserer Camembert-Alternative HAPPY WHITE in 2014, schufen wir einen Meilenstein und dieser schlug regelrecht ein wie eine Bombe. Das gab es vorher noch nicht.
Mittlerweile gibt es einige Firmen weltweit, die mit Cashews arbeiten, allerdings in sehr kleinem Maßstab.
Sehr bald werden wir eine neue Produktreihe auf den Markt bringen, die wieder eine Weltneuheit sein wird. Das Essen der Zukunft sozusagen. Ihr dürft auf unsere neusten Entwicklungen gespannt sein, denn sie hat in den Verkostungen schon einige vom Hocker gehauen. Wir haben bei der Entwicklung auch darauf geachtet, noch mehr regionale Rohstoffe zu verwenden um eine Käsealternative für jeden Tag zu entwickeln.
Diese Innovationskraft unterscheidet uns wohl ganz deutlich von der mittlerweile erstarkenden Konkurrenz. Natürlich sind unsere Produkte bio-zertifiziert, aber was wirklich zählt, ist die jahrelange Expertise zur Herstellung pflanzenbasierter, neuartiger Lebensmittel sowie die Fähigkeit, den Einstieg in eine Genusswelt zu bieten, die vorher noch nicht da gewesen ist. Das macht uns so schnell keiner nach!

Bild: Happy Cheeze

Was ist eure Zielgruppe und wie nimmt diese eure Produkte an?

Unsere Produkte sind für alle da: Ob überzeugte Veganerin oder verspielter Flexitarier, ob eingefleischte Steakesserin, stylischer Foodie oder das Laktose-intolerate Kind.
…und alle sind begeistert! Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, doch scheinen wir mit unseren Produkten einen Konsens zu treffen, der nicht nur an Käse, Joghurt, etc. erinnert, sondern darüber hinaus noch ein völlig neues Geschmackserlebnis bietet, das vielen gefällt. Und das wiederum gefällt uns.

Eure Produkte bewegen sich eher im höheren Preissegment. Wie setzt sich eure Preispolitik zusammen?

Mittlerweile sind viel Konsument*innen an Dumpingpreise im Lebensmittelbereich gewöhnt. Viele scheinen vergessen zu haben, dass Qualität seinen Preis hat. Wir stellen hochwertige Produkte mit viel Handarbeit her, dies hat seinen Preis.
Anfang des Jahres haben wir den Preisvorteil unserer Mehrproduktion an unsere Kundschaft weitergegeben und unsere Verkaufspreise deutlich gesenkt. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass bei 99 Cent-Produkten im Discounter immer Jemand in der Lieferkette leidet. Ob man dies bewusst unterstützen möchte, bleibt Jedem selbst überlassen. Wir hingegen arbeiten zwar an günstigeren Alltagsprodukten, versuchen aber die gesamte Wertschöpfungskette so abzubilden, dass es für alle fair bleibt.

Bild: Happy Cheeze

Denkt ihr, dass eure Produkte langfristig eine Gefahr für Kleinbauern werden können, die von der Produktion von biologischen und fairen Milcherzeugnissen leben?

Keinesfalls. Es ist nicht unser Ziel, eben jene Bauern durch unsere Produkte vom Markt zu verdrängen. Vielfalt ist der Schlüssel zum Erfolg. Auf der Mikroebene sowie auf der Makroebene.
Welch ein Luxus ist es doch, zwischen so vielen unterschiedlichen Produkten wählen zu können und sich entsprechend der individuellen Konstitution zu ernähren. Wir haben die Wahl!
Wir möchten mit unserer Produktpalette nicht zuletzt auch auf einen bewussten Umgang mit unseren Ressourcen aufmerksam machen. Eine Ausbeutung der Natur – egal in welche Richtung – kann nicht der richtige Weg sein. Wir wollen einen gesunden Mittelweg finden, der für alle gut und lebenswert ist.

Was sind eure Pläne und Wünsche für die Zukunft?

Zuerst einmal sind wir enorm dankbar für unsere treue Kundschaft – unsere „Happy-family“ – die uns bereits all die Jahre begleitet und uns hilft, zu wachsen. Ihr seid großartig!
Unser Wunsch ist es demnach auch, diese Familie zu vergrößern und mit immer neuen Food-Innovationen zu begeistern. Und es sind harte Kritiker dabei, ohne Frage.
Daher haben wir uns Anfang 2020 entschieden, unsere Produkte großflächiger verfügbar zu machen. Leider wurden diese Pläne durch Covid-19 verlangsamt, aber unsere Expansionspläne nehmen wieder Fahrt auf.
Wie bereits angesprochen planen wir aktuell eine weitere Produktionsstätte, die optimal auf unsere Bedürfnisse abgestimmt ist und die es uns auch weiterhin ermöglicht, Menschen aller Hintergründe zu einem Geschmackserlebnis der besonderen Art einzuladen und diesen Genuss mit einem guten Gewissen für Mensch, Tier und Umwelt zu verbinden.

Bilder: Happy Cheeze

Lies auch: Die Klimakrise macht’s uns madig – Ist Insekten Food die Zukunft?

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Vera Kluck
Über Vera Kluck 44 Artikel
Kommunikation und Marketing. Redakteurin bei Gruene-Startups.de.

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