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Wir schließen die Lücke zwischen Soll- und Ist-Emissionen

Das wissenschaftsbasierte Startup right. setzt sich für die Erreichung des globalen Klimazeils ein, die Erderwärmung unter 2°C zu halten. Dabei setzt es auf einen neuen Ansatz zur Festlegung von Emissionszielen.

Frau Helmke, stellen Sie doch bitte Ihr grünes Startup ‚right. based on science‘ kurz vor.

right. hat sich zum Ziel gesetzt, sogenannte Wissenschaftsbasierte Emissionsziele (WBE) wirtschaftlich, akademisch und politisch zu etablieren. WBE geben Firmen die Möglichkeit in Kennzahlen zu verstehen, welches ihr fairer Beitrag zum Erreichen des klimapolitischen Zieles ist, den Anstieg globaler Durchschnitts-temperaturen in händelbarem Maße (<2°C) zu halten. Mit steigenden sozialen Erwartungen, strengeren Regularien und systematischen Veränderungen von Wirtschaftsstrukturen ist ein solches Verständnis für die erfolgreiche Geschäftsentwicklung unabdingbar.

Welches „grüne“ Problem lösen Sie und welche Vision steckt hinter Ihrem Konzept?

Aktuelle Emissionsziele führen dazu, dass sich die Erde bis Ende des Jahrhunderts um ca. 4°C erwärmen könnte WIRD. Stellen Sie sich einfach kurz vor, Ihr Körper erwärmt sich um 4°C. Damit wäre er nicht mehr funktionsfähig – ein solches Szenario ist auch für das Klima unbedingt zu vermeiden. Aus durchaus nachvollziehbaren Gründen setzen viele Unternehmen ihre Emissionsziele aktuell nach unternehmensinternen Maßstäben: Inwieweit können wir unsere Emissionen senken und weiterhin ungestört unseren üblichen Geschäftstätigkeiten nachgehen? Schwache Emissionsziele leiten entsprechend schwache Nachhaltigkeitsmaßnahmen ein, welche die Wirtschaft für das Erreichen des 2°C-Ziels einfach nicht ausreichend dekarbonisieren.

Emissionsziele sollten stattdessen so ausgestaltet sein, dass sie den fairen Beitrag eines Unternehmens zum Erreichen des 2°C-Ziels darstellen. WBE erfüllen genau diese Anforderung, indem sie nicht fragen, was ein Unternehmen leisten KANN, sondern was es im Bereich Emissionsreduktion leisten MUSS. Damit sind sie natürlich auch sehr herausfordernd für ein Unternehmen. In unserer Vision sind Unternehmen mit WBE sowohl von Investoren, als auch von Mitarbeitern, Kunden und Politikern hoch angesehen, sodass ein starker Business Case für WBE nachweisbar ist.

Wie geht es Ihrer Branche aktuell?

Der Dienstleistungsmarkt rund um Wissenschaftsbasierte Emissionsziele ist, gelinde gesagt, in der Entstehungsphase. Derzeit ist right. unseres Wissens nach der einzige Anbieter, welcher sich ausschließlich auf die Anwendung und Weiterentwicklung des wissenschaftsbasierten Ansatzes fokussiert. Der bestehende Markt für das Angebot von Dienstleistungen zur Betreuung von Klimastrategien von Unternehmen basiert häufig auf dem vorab kritisierten Verständnis, die unternehmerische Nachhaltigkeitsagenda von innen heraus zu bestimmen. Die Notwendigkeit eine von außen gesetzte Klimaagenda bei der Geschäftsentwicklung durch WBE ausdrücklich zu berücksichtigen, erkennen neben right. derzeit nur relativ wenige andere Dienstleister an.

Die neusten politischen Entwicklungen, wie zum Beispiel das in Kraft treten des Pariser Klimavertrags am 04.11.16, das Gesetz 173 in Frankreich oder auch der Montreal Pledge deuten allerdings stark darauf hin, dass wir in naher Zukunft mit konkreten regulatorischen Maßnahmen für das Erreichen des <2°C Szenarios rechnen können. Daher gehen wir davon aus, dass die Beraterbranche bald „forward-looking information“ in ihr Nachhaltigkeitsangebot aufnehmen wird. Welche Beratungsunternehmen dabei in der Lage sind, den schon jetzt von vielen Experten geforderten Paradigmenwechsel aufzunehmen, bleibt gespannt für uns abzuwarten.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

Unsere Beratungsleistung besteht grundsätzlich darin, die Lücke zwischen Ist- und Soll-Emissionszielpfaden eines Unternehmens als Beitrag zum Erreichen des <2°C-Ziels zu ermitteln und zeitlich nachvollziehbar darzustellen. Zur Zielgruppe gehören demnach primär vorausschauende Unternehmen, die ihren Stakeholdern schon heute ihre Managementqualität bezüglich eines wertschöpfenden Übergangs in eine emissionsarme Wirtschaft demonstrieren wollen. Eine solche Demonstration ist vor allem für Investoren interessant, unter denen gerade ein enormes Momentum für die Integration von ESG-Kriterien herrscht. Außerdem sind Unternehmen mit WBE sehr anerkannt unter jungen Menschen mit Fähigkeiten und Kompetenzen, die in einer vom Klimawandel beeinflussten Welt unverzichtbar sind.

Durch die aktive Teilnahme an der Etablierung von WBE bauen wir außerdem eine Expertise auf, welche für die weitere Entwicklung des Geschäftsmodells von right. für die Phase notwendig sein wird, die nach der wirtschaftlichen, akademischen und politischen Etablierung von WBE ansteht: Dem eigentlichen Erreichen der Ziele.

Was waren und was sind die größten Herausforderungen für Ihre Unternehmung auf dem bisherigen Weg?

Die deutlich größte Herausforderung war und ist die Kommunikation von dem, was right. ist und tut. Menschen haben die Erwartung, dass wir das in einem „Elevator Pitch“, in drei Sätzen oder sonstwie kurz herunterbrechen. Die gängige Meinung ist, dass ein Startup, das so etwas nicht kann, sein eigenes Geschäftskonzept nicht verstanden hat. Wo käme man hin, wenn nur Geschäftskonzepte für Probleme kreiert würden, die einer Jury in 5min greifbar gemachen werden können? Vielleicht zu einer Welt, die drauf und dran ist, sich um katastrophale 4°C zu erwärmen. Klimaprobleme sind vielschichtig geworden, Lösungen sind nicht kompliziert, aber schlichtweg komplex. Die Wirtschaftlichkeit von WBE versteht man unserer Meinung nach nur bei konzentrierter Beschäftigung mit der Kohlenstoffblase, dem Problem von Externalitäten, den zahlreichen Risiken eines >2°C-Szenarios und nicht zuletzt der menschlichen Natur selbst. Das Setzen von WBE ist ein Ansatz, vorhersehbare Überraschungen zu vermeiden. Es ist zum Mäuse melken, nach welchen Kriterien viele Förderprogramme ihre Gelder vergeben. Wir haben damit bisher sehr schlechte Erfahrungen gemacht, was uns vor große Herausforderungen gestellt hat.

Wie ist Ihr Gründerteam aufgestellt? Welche fachlichen und sozialen Kompetenzen waren für den bisherigen Erfolg ausschlaggebend?

Unser Gründerteam besteht aus mir, Hannah Helmke, und meinem Partner Dr. Sebastian Müller. Sebastian ist promovierter Jurist mit Schwerpunkt Steuerrecht. Sein Beitrag zur Geschäftsentwicklung wird in den ersten Jahren hauptsächlich darin bestehen, ein solides Fundament für unternehmensinterne Bereiche wie Accounting, Wissens- und Datenmanagement, Due Diligence und Administration zu entwickeln. Fachlich wird Sebastian seine Kenntnisse im Bereich Doppelbesteuerungsabkommen nutzen, um effektive Systematiken auf die Anwendung und Weiterentwicklung von WBE zu übertragen. Sebastian hat beachtliche soziale Kompetenzen: Ein unheimlich charmanter, neugieriger und respektvoller Mensch. Jemand, mit dem man einfach gerne arbeitet.

Ich selbst habe einen Bachelor in Psychologie und einen weiteren in International Business. Mein Interesse besteht neben der Verfolgung des ‚Top-Down’ Ansatzes im Emissionszielmanagement auch in der Anwendung der Psychologie auf die Kommunikation, Darstellung und Anwendung von WBE. Konkret habe ich wertvolle Erfahrung im Bereich WBE bei Daimler, der Deutschen Post DHL Group und beim IT-Dienstleister BridgingIT gesammelt. Meine Eltern haben mir ermöglicht zu lernen, dass man „einfach“ das tun sollte, was einen erfüllt. Dann wird man gut darin und verdient automatisch auch Geld. Diese Philosophie macht mich zufrieden und vor allem stets zuversichtlich, wovon die Menschen um mich herum glaube ich auch in unterschiedlicher Weise stark profitieren.

Suchen Sie aktuell Mitarbeiter und wenn ja, welche Qualitäten sollten diese mitbringen?

Ja, wir sind gerade in der Mitte des Bewerbungsprozesses, eine aufregende Sache. Ich gehe mit den Bewerbern mit unserer Nachbarshündin am Main spazieren. Wie Menschen mit Tieren umgehen und vice versa spricht Bände. Wir suchen Persönlichkeiten, die niemanden laut übertönen müssen, sondern in einem multidisziplinären Team anderen mit ihren Kompetenzen wertschätzend helfen zu wachsen. Eigenständigkeit ist für uns auch sehr wichtig, denn bei right. gibt es beachtliche Freiheiten. Wer dabei nicht intrinsisch für die Sache brennt, verliert automatisch den Anschluss. Als Geschäftsführerin versuche ich festen Boden unter die Füße meiner Mitarbeiter/-innen zu setzen – laufen müssen sie alleine.

Wo soll die Reise für Ihr Startup in den nächsten 3 Jahren hingehen?

right. soll ein starkes Team aufbauen, das die Monotonie der konventionellen Wirtschaft konstruktiv ärgert. In drei Jahren machen Sebastian und ich uns konkrete Gedanken über das nächste Land, das wir im Rahmen eines zweiten Büros erkunden wollen. Bis dahin muss viel erreicht werden: Expertise unserer Mitarbeiter, bereichernde Partnerschaften, innovative Projekte in Wirtschaft, Bildung und Politik, zufriedene Kunden und wertschöpfende Ergebnisse unserer Arbeit, auf denen ein gesundes Geschäftsmodell aufbaut. Tatsächlich sind all diese Punkte bereits angestoßen. Derzeit lernen wir viele hochinteressante Menschen mit gemeinsamer  Vision kennen und führen erste Partnerschaftsverhandlungen. Außerdem konzeptionieren wir gerade Projekte, wie z.B. „KOO2“, ein Zusammenschluss mehrere junger Unternehmen zum gemeinsamen Setzen von WBE.

Zum Abschluss: Welchen Tipp möchten Sie zukünftigen Gründern mit auf den Weg geben?

Echter Respekt ist von zentraler Bedeutung – anderen und auch sich selbst gegenüber. Viele junge Menschen verwechseln Respekt mit Unterwerfung, was schade ist. Was beobachte ich die unsympathische Arroganz vieler Gründer, die einfach nur naiv bezogen auf ihre vermeintlichen Kompetenzen sind! Es ist großartig Menschen mit der Neugierde darauf zu treffen, was man von ihnen lernen kann. Echte Wertschätzung füreinander öffnet Türen, die opportunistische Marketing-Charaktere noch nicht einmal sehen. Sie ermöglicht es einem, Dinge in ihrer Tiefe zu verstehen. Gründer verpassen meiner Meinung nach das Essentielle am Führen eines eigenen Unternehmens, wenn sie dabei lediglich längst überholten Werten, wie beispielsweise der eintönigen Profitmaximierung hinterherrennen.

Vielen Dank

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