Top notch – 6 sehr erfolgreiche nachhaltige Startups in Deutschland

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Regelmäßig werden in Deutschland neue Ideen geboren und Startups gegründet. Doch nicht alle schaffen es, ihr Konzept gekonnt umzusetzen. Auch wenn großer Erfolg nicht alles ist, haben wir dir einige sehr erfolgreiche nachhaltige Startups herausgepickt. 

Um das 1,5 Grad Ziel einzuhalten und unsere Zukunft lebenswert zu gestalten, brauchen wir Umdenken und Innovation. Nachhaltig orientierte Startups sind dafür essenziell. In Deutschland sind rund 30 Prozent der Startups grün. Diese sind jünger als 10 Jahre, innovativ und leisten einen Beitrag zu den ökologischen Zielen einer Green Economy. Auch Umsatz- und Mitarbeiterwachstum spielt bei Startups eine große Rolle. Jedoch kann und will nicht jedes das Erfolgreichste werden. In diesem Beitrag stellen wir dir solche Startups vor, die es hoch hinauf geschafft haben. Einige von ihnen sind kurz davor, Einhorn genannt zu werden. Die folgenden Startups haben entweder Umsätze im Millionenbereich erzielt oder haben eine Millionen-Bewertung. Welche erfolgreichen grünen Startups du bereits kennst und welche dir unbekannt waren, findest du jetzt heraus. 

Tier Mobility – die Zukunft heißt elektronische Mikromobilität

Du hast sie in deiner Stadt bestimmt schon mal gesehen. Die E-Scooter sind mittlerweile in mehreren Städten Europas zu finden. Gegründet wurde TIER Mobility 2018 von Lawrence Leuschner, Julian Blessin und Matthias Laug. Das Prinzip ist für die Nutzer*innen ganz einfach. Mit einer App kann man sich anmelden, freie E-Roller finden und ausleihen. Bequem durch die Stadt cruisen ohne CO2-Ausstoß kann so einfach sein. In Berlin, Hamburg, München und Köln bietet Tier Mobility außerdem E-Mopeds an. Das Startup will anfangen, innerhalb seiner europäischen Service-Orte Ladestationen für die Akkus der Elektrofahrzeuge zu errichten. Zu den Investoren zählen der japanische Tech-Investor Softbank, Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg und Mubadala Capital aus Abu Dhabi. Auch europäische Investoren wie Northzone, Goodwater Capital und White Star Capital sind beteiligt. Mit Softbank als Investor stellt Tier Mobility eine starke Konkurrenz für andere E-Scooter-Anbieter wie Bird aus den USA dar. Von diesem Startup werden wir in Zukunft also wohl noch so einiges sehen. 

InFarm für das Farming Drinnen 

Eine der wohl innovativsten Technologien für die Ernährung der Zukunft ist Vertical Farming. Vor allem im urbanen Raum. Auf kleiner Fläche können so mehrere essbare Pflanzen auf engstem Raum heranwachsen. Mit den Gewächshäusern von InFarm können Produkte sogar dort “angebaut” werden, wo sie gegessen werden. So werden unnötige Transportwege vermieden. Dank innovativer Technologie können die Gewächshäuser mit 95 Prozent weniger Wasser, 75 Prozent weniger Dünger und ohne Pestizide auskommen. Die Pflanzen wachsen durch eine sonnennachbildende LED-Beleuchtung. Sensoren im Gewächshaus überwachen die Feuchtigkeit, die Temperatur und den Nährstoffgehalt. Alle InFarms werden über eine Cloud kontrolliert, damit diese jederzeit die idealen Bedingungen für das Pflanzenwachstum schaffen können. Gegründet wurde das Startup 2013 von den Brüdern Guy und Erez Galonska und Osnat Michaeli. Am Anfang wurden die InFarms, welche wie riesige Weinkühlschränke aussehen, in deutschen Supermärkten und Restaurants aufgestellt. Jetzt findet man sie auch in Dänemark, der Schweiz, Luxemburg, den Niederlanden, Großbritannien, Japan, Kanada und den USA. Viele Investoren sind von dem Startup begeistert. Unter anderem Hanaco Ventures, Atomico, TriplePoint Capital, Mons Capital, GT Lighthouse, Latitude und Bonnier sind investiert. Jetzt plant InFarm weitere 250 US-Dollar aufzunehmen. Damit könnte das Startup zum Einhorn werden. 

Kleines Gewächshaus in einem Supermarkt – Bild: InFarm

Zolar macht Solar einfach 

Auch Private können aktiv an der Energiewende teilhaben und zu ihr beitragen. Da erneuerbare Energien die nachhaltigste Stromversorgung ermöglichen, hilft Zolar bei der Planung und Montage von Solaranlagen. Das Startup wurde 2016 von Alex Melzer und Gregor Loukidis gegründet. Viele Interessierte wissen nicht, welche Solaranlage sie kaufen sollen oder wen sie mit der Installation beauftragen können. Deshalb bietet sich Zolar als digitaler Handwerksbetrieb an. Das Startup berät Kund*innen bei der Auswahl der passenden Photovoltaikanlage und kümmert sich mit eigenem Montageteam um die Umsetzung. Das Ziel: so viele Solaranlagen wie nur möglich auf alle Dächer zu bringen. Solaranlagen sind wenig invasiv, weil sie sich an die Dachform anpassen und sind leise sowie geruchsneutral. Eigenschaften, welche die Gründer überzeugte, auf Sonnenenergie anstelle anderer Erneuerbaren zu setzen. Privatpersonen können so dezentral versorgt werden und mehr Unabhängigkeit gewinnen. Das Greentech-Startup konnte mit seinen Kunden so schon mehr als 5 Millionen Kilogramm CO2 einsparen. Diese Zahlen überzeugen auch Investoren. Viele Millionen flossen bereits in Zolar. Investiert sind unter anderen Energy Impact Partners, Inven Capital, Heartcore Capital und Partech. 

Sirplus – damit weniger Essen in der Tonne stirbt

In Europa werden jedes Jahr fast 90 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. In Deutschland schätzt die WWF diese Menge auf rund 18 Millionen Tonnen. Dabei hat Lebensmittelverschwendung negative Auswirkungen auf unser Klima und macht halt generell wenig Sinn. Sirplus stimmt da zu. Seit der Gründung 2017 konnten Raphael Fellmer und Martin Schott zusammen mit ihrem Team bereits 2.500 Tonnen Lebensmittel retten. Im Online Shop kann man unter anderem eine Box abonnieren. So kann man sich jeden Monat über gerettete Lebensmittel freuen. Dank Crowdfunding konnten auch bereits 5 Rettermärkte eröffnet werden. Dort können Interessierte vor Ort die geretteten Lebensmittel vergünstigt einkaufen. Bezogen werden die Lebensmittel meist von Großhändlern, Produzenten und Landwirten. Bei der Verteilung des Geretteten haben die deutschen Tafeln immer Vorrang. Bei ihrem Auftritt bei DHDL konnte Sirplus keinen Deal abschließen. Allerdings haben sie die Aufmerksamkeit von drei Impact Investoren erregen können. So sind jetzt Tim Schumacher, welcher bereits in Ecosia und Zolar investierte, Benjamin Otto und Matthias Willenbacher beteiligt. Mit einem bereits abgeschlossenen Crowdinvesting konnten sich auch Privatpersonen an dem Startup beteiligen.

ChargeX hat die Mehrfachsteckdose für E-Ladestationen entwickelt

Um die Mobilitätswende voranzutreiben, will das Technologie-Startup die Ladeinfrastruktur ausbauen, besonders im urbanen Raum. ChargeX wurde 2018 von Johannes Engeln, Michael Masnitza und Tobias Wagner gegründet. Da Elektromobilität deutlich klimafreundlicher ist, will ChargeX das Aufladen der Fahrzeuge zugänglicher machen. Ihr Produkt Aqueduct wird auch “Mehrfachsteckdose für E-Autos” genannt. Das liegt daran, dass sich mit der modularen Eigenschaft von Aqueduct ganz einfach weiter Ladepunkte hinzufügen lassen. So kann ChargeX seine Kundschaft mit weiteren Ladepunkten ausstatten, ohne aufwendige Neuinstallation. Diese Skalierbarkeit von Ladestationen hatte man vorher auf dem Markt vermisst. Am Anfang hatten bereits Expert*innen der Szene investiert. Etwa Matthias Willenbach, Gründer bei juwi und Investor bei Sono Motors, oder Thomas Klug von EAutoLader. Aus der “Höhle der Löwen” sind die Gründer von ChargeX ohne Deal gegangen. Allerdings hat ihr darauffolgendes Crowdfunding so geboomt, dass sie es einen Tag früher beendet haben. Auf Green Rocket haben insgesamt 831 Private in ChargeX investiert, womit das spätere Fundingziel von einer Million Euro erreicht wurde. 

Aqueduct, das skalierbare Ladesystem – Bild: ChargeX

everphone bietet Phone-as-a-Service an 

Lieber mieten statt kaufen. Laut Jan Dzulko, Gründer von everphone, bedeutet Besitz jede Menge Verantwortung und Arbeit. Mit seinem Startup will Jan Firmen diese Last abnehmen und bieten ihnen ein Abo-Modell an. Interessierte können ihren Mitarbeitenden bei everphone ein Smartphone oder Tablet mieten und bei einer Kündigung einfach zurückschicken. Ohne viel Bürokratie kümmert sich everphone auch um die Wartung der Geräte. Bei Defekten wird sofort ein neues Gerät an die Firma geschickt, damit die Arbeit nicht ins Stocken kommt. Neben seiner Kundenfreundlichkeit überzeugt everphone auch mit Nachhaltigkeit. Die alten Smartphones der Firmen kauft das Jungunternehmen ab und bereitet sie neu auf. Mit diesem Refurbishing werden die bereits benutzen Ressourcen langlebiger gemacht. Die Verlängerte Nutzungsdauer kann pro Handy etwa 58 Kilogramm CO2 einsparen. Auch die Mietpreise sind dank Refurbishing günstiger. Noch eine Nummer umweltfreundlicher ist das Mieten eines Fairphones 3+. Everphone und das niederländische Fairphone haben kooperiert und wollen somit ein noch nachhaltigeres Angebot schaffen. Außerdem kooperiert everphone mit dem nachhaltigsten Handy-Tarif WEtell. Den Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und die nachhaltige Orientierung hat einige Investoren gepackt. Signals Venture Capital, die niederländische NIBC Bank, Telekom Innovation Pool und AlleyCorp sind investiert. Erst vor Kurzem ist der deutsche Phone-as-a-Service Anbieter in die Niederlande expandiert. 

Fazit: Innovation und Impakt mit Erfolg 

Die Startups hohlen sich Investoren mit an Bord und können ihr Startup somit auch eine internationale Expansion verwirklichen. Es braucht erfolgreiche Startups, da sie einen noch größeren Impakt in puncto Nachhaltigkeit ausüben können. Über die geografischen Grenzen hinaus, denn vor ihnen macht auch der Klimawandel nicht halt. Erneuerbare Energien auch in Privathäusern zu fördern, hat erhebliche Vorteile für die Energiewende. Auch Elektromobilität und seine effiziente und benutzerfreundliche Umsetzung ist Pfeiler der Mobilitätswende. Wie wir uns in Zukunft ernähren, beruht vermehrt auf Vertical Farming und darauf, Lebensmittel effizient zu produzieren und konsumieren. Schlussendlich spielt auch das Thema Kreislaufwirtschaft in vielen Bereichen eine wichtige Rolle. Ressourcen sollen geschont werden und Produkte so langlebig wie möglich gestaltet werden. So können wir eine fatale Klimakrise stoppen und unsere Zukunft umweltbewusst gestalten. 

 

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Bilder: Unsplash, InFarm, ChargeX

 

 

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