Schokolade ohne Beigeschmack – once upon a bean will mehr Bewusstsein schaffen

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Die Gründer von once upon a bean: Lisa und Marvin

INTERVIEW | Kinderarbeit und Umweltzerstörung sind Alltag in der Kakaoindustrie. Seit Jahren schon werden in den Ländern um den Äquator Menschen und Natur ausgebeutet für ein minderwertiges Endprodukt. Zwei die das satthaben und etwas ändern wollen sind Lisa und Marvin. Die beiden Schoko-Liebhaber haben letztes Jahr once upon a bean gegründet und sind gerade in ihrer Finanzierungsphase. Was once upon a bean ist, welche Geschichte dahinter steckt: Lies selbst.

GRUENE-STARTUPS.de: Erzählt doch mal kurz. Was ist once upon a bean und was hat euch zu der Gründung bewegt?

LISA & MARVIN: Wir beide lieben Schokolade, aber eine Sache hat uns mehr und mehr gestört: Die Branche ist alles andere als transparent! Wir möchten um jeden Preis vermeiden, dass für unseren Schokoladen-Genuss Regenwälder gerodet werden oder gar Kinder auf Plantagen arbeiten müssen. Wir wollten die gravierenden Probleme in der Kakaoindustrie nicht länger hinnehmen und selbst etwas dafür tun, die Branche zu einem besseren Ort zu machen. Das war dann im Sommer letzten Jahres der Startschuss von once upon a bean. Unser Ziel ist es die Anlaufstelle für wirklich fairen & transparenten Schokoladen-Genuss zu werden. Wir möchten zeigen, wie man Nachhaltigkeit und Genuss auch in der Schokoladenbranche miteinander verbinden kann. Dazu überlassen wir ausgewählten bean-to-bar Schokoladen-Herstellern die Bühne, denen ökologischer Anbau, faire Bezahlung und Partnerschaft entlang der gesamten Lieferkette genauso wichtig sind wie uns.

Was macht once upon a bean einzigartig?

Wer steckt hinter der Schokoladen-Tafel? Wie wurde sie produziert und woher genau stammt der Kakao für diese Tafel? Genau diese Fragen wollen wir beantworten. Wir haben den Namen „once upon a bean“ gewählt, weil wir die Geschichte hinter jeder Tafel in unserem Shop erzählen wollen. Dazu gehen wir in den direkten Austausch mit den bean-to-bar Herstellern, stellen sie ausführlich vor und machen ihre gesamte Lieferkette transparent. Wir möchten also weit über die Informationen im Supermarktregal hinausgehen und arbeiten wirklich nur mit Partnern zusammen, hinter denen wir zu 100% stehen und mit denen wir die gleichen Werte teilen. Ihre besten Tafeln stellen wir dann zu verschiedenen Probierpaketen wie etwa der „Vegan Voyage“ oder „Explore Africa“ zusammen und liefern die Hintergrundinfos zur Herstellung gleich mit.

Bild: once upon a bean

Habt ihr schon ein Auge auf einige Herstellerfirmen geworfen, die ihr gerne in eurem Shop vorstellen wollt? Welche Eigenschaften könnten diese haben?

Seit letztem Sommer haben wir schon ein tolles Netzwerk aus Partnern aufgebaut, mit denen wir ab unserer aktuellen Crowdfunding-Kampagne (geht bis 20.04.2021) gern fest zusammenarbeiten würden. Generell achten wir bei der Auswahl der bean-to-bar Hersteller darauf, dass sie direkten Handel mit den Kakaofarmern betreiben, langjährige Partnerschaften eingehen und Projekte in den Anbauregionen starten. Ein Partner arbeitet zum Beispiel eng mit einer Maya-Gemeinde im südlichen Belize zusammen und engagiert sich dort gemeinsam mit den Menschen vor Ort für bessere Schulbildung, neue Arbeitsplätze und sichere Zukunftsperspektiven durch nachhaltigen Kakaoanbau. Die Tatsache, dass ihre Tafeln auch noch reihenweise Auszeichnungen für ihren einzigartigen Geschmack gewinnen, kommt dann noch on top. Echter Schokoladengenuss und Nachhaltigkeit muss bei uns immer zusammenkommen.

Die Kakao-Bohne wächst ja weit entfernt von Europa. Achtet ihr bei der Auswahl der Herstellerfirmen auch darauf, wie diese den Transportweg nachhaltig gestalten?

Das ist eine total wichtige Frage. Kakao wächst nur in Äquatornähe und muss daher immer aufwendig zu uns gelangen und einige der Hersteller finden dort zum Glück immer kreativere Lösungen. Ein Partner nimmt diesbezüglich wirklich außerordentliche Mühen auf sich und versegelt seine Kakaobohnen klimaneutral per Segelschiff aus der Karibik nach Deutschland. Dies ist leider noch nicht immer möglich und aus diesem Grund machen wir uns dafür stark, Schokolade bewusster zu konsumieren. Man sollte es aufgrund seiner exotischen Herkunft als Luxusgut sehen und nicht bloß als schnellen und günstigen Energiekick für Zwischendurch.

Wie werdet ihr überprüfen, ob die Herstellerfirma den bean-to-bar Anforderungen gerecht wird?

Dazu gehen wir in den direkten Austausch mit den einzelnen Herstellern und möchten jeden von ihnen persönlich kennenlernen. Am Ende können wir dann nur zusammenarbeiten, wenn der Hersteller auch bereit ist, uns ganz transparent seine Geschichte zu erzählen. Das heißt zum Beispiel ganz konkret: Von welchen Farmen/Kooperativen stammen die Kakaobohnen? Welche „Farmgate“ Preise werden den Kakaobauern für ihren Kakao gezahlt? Wird der Kakao biologisch angebaut? Wir brauchen diese Infos, damit wir die gesamte Lieferkette ganz transparent beleuchten können. Bislang stoßen wir mit diesem Vorgehen zum Glück auf offene Türen, weil wir alle das gleiche Ziel erreichen wollen: Eine faire & transparente Schokoladenbranche.

Inwiefern wird sich das Thema Nachhaltigkeit im Versand der Schokolade von once upon a bean zu eurer Kundschaft durchsetzen?

Wir selbst versuchen beim Versand immer die umweltfreundlichste Option zu wählen und machen uns dabei viele Gedanken. Unsere Versandkartonage ist zum Beispiel aus Graskartonage. Das ist Altpapier mit einem beigemischten Grasanteil von Feldern, die ansonsten landwirtschaftlich nicht genutzt werden. Es entsteht also Altpapier aus Upcycling, welches dann wiederum selbst recyclebar ist. Außerdem sprechen wir mit den bean-to-bar Herstellern über ihre eigenen Verpackungen und glücklicherweise haben viele von Ihnen das Thema bereits auf dem Schirm und verzichten bewusst auf Verbundstoffe und achten auf komplett recyclebare Verpackungen. Generell sind wir wirklich offen für jeden Hinweis, wie wir beim Thema Logistik und Versand immer nachhaltiger werden können.

Bild: once upon a bean

Welche Herausforderung werdet ihr als nächstes meistern müssen, um once upon a bean ins Rollen zu bringen?

Das ist definitiv unsere aktuelle Crowdfunding-Kampagne. Wir möchten möglichst viele Menschen von unserer Idee überzeugen und so gemeinsam ein Statement für mehr Fairness und Transparenz in der Schokoladenbranche setzen. Dazu bieten wir in der Kampagne unsere allerersten bean-to-bar Probierpakte für Zuhause an. Durch eine Vorbestellung ermöglicht ihr uns, die ersten Tafeln bei ausgewählten Herstellern einkaufen, unseren Shop einzurichten und alle Hintergründe zu jeder Schokolade ganz transparent aufzuarbeiten.

Und zu guter Letzt: Macht Schokolade deiner Meinung nach glücklich?

Den Satz würden wir beide zu 100% unterschreiben! Unser Ziel ist es aber, dass nicht nur wir Konsumenten dem Satz zustimmen können, sondern auch die Kakaofarmer und die Natur.

 

Vielen Dank für das Interview, Lisa und Marvin!

 

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Bilder: once upon a bean

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