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RECUP – Das Pfandsystem für deinen Kaffee To Go

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Bild: RECUP

Das Startup RECUP hat ein Pfandsystem für den Kaffee To Go entwickelt. So können sowohl Kosten als auch Ressourcen gespart werden.

Pfand – ein beliebtes Konzept in Deutschland welches seit Jahren für Flaschen und Dosen aller Art bestens funktioniert. Wieso also wendet man das System nicht auch auf andere Bereiche an, wie zum Beispiel den Kaffee für unterwegs? Das Startup RECUP hat genau das gemacht und hilft so zum einen Anbieter*innen dabei, Ressourcen und somit Kosten zu sparen und ermöglicht zum anderen Verbraucher*innen einen nachhaltigen Genuss ohne Kompromisse. Wir haben uns mit CO-Founder Florian Pachaly unterhalten und er erzählt wie das Pfand-Konzept genau funktioniert, wie sich RECUP als Startup finanziert und was es mit der reBowl auf sich hat.

Grüne-Startups.de: Was ist RECUP und wie funktioniert das Konzept?

Florian Pachaly: RECUP ist das deutschlandweite Pfandsystem für Coffee-to-go-Mehrwegbecher und die nachhaltige Alternative zum Einwegbecher. Die Idee von „Pfand“ ist ja ein bereits vertrautes, erprobtes und erfolgreiches Konzept in Deutschland, welches wir auf Kaffeebecher adaptiert haben. Das RECUP-Pfandsystem basiert auf unseren recyclebaren Pfandbechern, den sogenannten RECUPs. Jeder einzelne RECUP kann bis zu 1000 mal genutzt werden und ersetzt somit ca. 1000 Einwegbecher. Anschließend geben wir sie zurück ins Recycling bei unserem Hersteller.

Die Kaffetrinker*innen bestellen sich ihren Kaffee bei einem unserer Partner im RECUP und hinterlegen 1 Euro Pfand für den Becher. Die leeren Becher können anschließend deutschlandweit bei allen RECUP-Partnern wieder abgegeben und der Pfand zurückerhalten werden. Über die RECUP-App oder app.recup.de kann ich jederzeit ganz einfach herausfinden, wo es den nächsten RECUP-Partner in der Nähe gibt.

Also wie Coffee-to-go: verfügbar und bequem  – aber im RECUP eben auch ressourcenschonend und nachhaltig!

Was war der Anreiz für die Idee bzw. die Gründung des Startups?

Angefangen hat das Ganze im Sommer 2016, als mir während des Studiums der unverhältnismäßig hohe Verbrauch von Einwegbechern und die daraus resultierenden Müllberge extrem vor Augen geführt wurden. Mir war es erst überhaupt nicht bewusst, dass die Einwegkaffeebecher gar nicht recycelt werden. Der klassische Pappbecher ist innen mit Plastik beschichtet und besteht außen aus Papier. Das macht das Recycling sehr umständlich und extrem teuer, daher werden die Becher in der Regel verbrannt. Und das ganze für 5 Minuten Kaffeegenuss, vom Ressourcenverbrauch ganz zu schweigen.

Fabian, mein Mitgründer, hatte ganz unabhängig die Gleiche Idee und zufällig mit derselben Person über die Idee gesprochen, die uns dann anschließend vernetzt hat. Zusammen haben wir dann im November 2016 ein Pilotprojekt mit 26 Partnern in meiner Heimatstadt Rosenheim gestartet. Das System kam gut an und daher folgten im Mai 2017 50 Partner in München. Mittlerweile ist RECUP bundesweit vertreten und wir freuen uns, dass unser Pfandsystem stetig weiter wächst.

Bild: RECUP

Wo wurde das RECUP Pfandsystem bereits überall eingeführt?

Das RECUP Pfandsystem gibt es mittlerweile an rund 5000 Ausgabestellen in ganz Deutschland. Ausgabestellen sind Cafes, Kioske, Tankstellen, Bistros etc.

In unserer kostenlosen RECUP-App oder über unsere Seite recup.de wird der Weg zur nahegelegensten Ausgabestelle angezeigt.

Was ist der Vorteil für eure Partner*innen, den RECUP Becher anzubieten?

RECUP ist für Kaffeeanbieter leicht umsetzbare Nachhaltigkeit, die durch den Einsatz von RECUP-Pfandbechern gleichzeitig die Kosten für Einwegbecher einspart. Gastronomen registrieren sich online bei uns und werden so Teil des Systems. Steigt ein Partner komplett auf RECUP um, kann er sich damit jede Menge Kosten für die Einwegbecher und gleichzeitig auch eine Menge Müll einsparen.

Sie können sich dann die RECUPs gegen 1 Euro Pfand pro Becher von uns leihen.
Auf diese Weise stellen die Becher also einen durchlaufenden Posten dar, da die Kaffeeanbieter die RECUPs  auch wieder zurückgeben können. Wir sorgen dafür, dass die Läden immer die notwendige Menge an Bechern vor Ort haben und verteilen bei Bedarf um. Außerdem werden durch unserer Pfandsystem mehr Leute auf die Kaffeeanbieter aufmerksam. Auch steigt die Sichtbarkeit beispielsweise durch die Auflistung in unserer App.

Bild: RECUP

Und auf der anderen Seite: Wie sieht der Vorteil für die Verbraucher*innen aus, RECUP anstelle eines Mehrwegbechers zu nutzen?

Für Kaffeegenießer ist RECUP ein einfacher Schritt nachhaltiger zu leben. Den eigenen Mehrwegbecher vergisst man ja öfter mal zu Hause. Der RECUP wartet direkt vor Ort, beim Kaffeeanbieter selbst. Der beliebte Kaffee zum Mitnehmen bleibt für die Kaffeetrinker*innen mit unserem Pfandsystem praktisch und verfügbar – aber im RECUP gleichzeitig ressourcenschonend und nachhaltig!

Wie finanziert sich RECPUP als Startup?

Wir finanzieren uns über eine monatliche Systemgebühr, die die Recup-Partner an uns entrichten. Jeder einzelne Partner trägt auf diese Weise dazu bei, das RECUP-Pfandsystem nachhaltig zu erhalten und auszubauen.

Seit Anfang diesen Jahres gibt es neben dem RECUP auch die REBOWL. Erzählt uns ein bisschen über das neue Projekt.

Genau, mit REBOWL haben wir ein Pfandsystem für Take-away Mehrwegschalen gestartet und bieten so auch eine Alternative zu Einwegverpackungen im Bereich To-go-Food an. Es funktioniert wie unser RECUP-System, allerdings ist die REBOWL zweiteilig und besteht aus der Pfandschale und dem Pfanddeckel. Der Pfand für das Set beträgt 5 Euro.

Wir haben schon länger an der REBOWL getüftelt und konnten eine sehr erfolgreiche Testphase abschließen.

Die letzten Monate haben uns nochmal gezeigt, dass eine Lösung für nachhaltige Mehrwegverpackungen jetzt wichtiger denn je ist.

Vor drei Wochen ist die REBOWL nun am deutschen Markt gestartet und es haben sich bereits über 120 Partner angeschlossen.

Wir testen, analysieren und optimieren momentan parallel fleißig weiter und wollen die REBOWL noch besser machen.

Was wünscht ihr euch bei RECUP für die Zukunft?

Wir wünschen uns, dass noch mehr Firmen konsequent ihren Fokus auf Nachhaltigkeit legen. Je größer das Netzwerk an nachhaltigen Firmen ist, umso mehr können wir gemeinsam bewegen. Bzgl. RECUP bleiben wir offen für neue Ideen und sind gespannt, wie die Weiterentwicklung aussehen wird. Noch gibt es auf jeden Fall eine Menge Einweggeschirr, dass wir noch nicht verbannt haben… 😀

 

Für mehr Nachhaltigkeit im Alltag: ecotab – Putz dich grün mit nachhaltigen Reinigungsmitteln

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Bilder: RECUP

Vera Kluck
Über Vera Kluck 44 Artikel
Kommunikation und Marketing. Redakteurin bei Gruene-Startups.de.

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