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ecotab – Putz dich grün mit nachhaltigen Reinigungsmitteln

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ecotab Reinigungsprodukte
Bild: ecotab by Viktor Strasse

Plastikfreie Reinigungsmittel in Tab Form für mehr Nachhaltigkeit und weniger Verpackung im Alltag.

Viele Menschen gehen davon aus, dass die nachhaltigere Variante auch immer die teurere ist und bleiben daher lieber beim Altbewährten. Aber stimmt das wirklich? Wenn man sich z.B. Reinigungsmittel einmal genauer anschaut, fällt auf, dass sie zu 90% aus Wasser bestehen – etwas das jede*r Zuhause hat. Das Startup ecotab hat hier Potential erkannt und Reinigungsmittel in Tab Form entwickelt, die erst im eignen Haushalt mit Wasser angemischt werden. So sind die Reinigungsprodukte leichter beim Transport, sparen unnötigen Verpackungsmüll und sind insgesamt sogar günstiger als Herkömmliche Mittel. Einer der Gründer, Nicolas Pless, erzählt uns im Interview wie die Idee hinter ecotab entstanden ist, wie das Startup finanziert wurde und wie die Produkte bei den Verbraucher*innen ankommen.

Grüne-Startups.de: Nicolas, was ist ecotab und wie ist die Idee dahinter entstanden?

Nicolas Pless: Unter dem Namen ecotab bieten wir innovative Reinigungsmittel für den Haushalt an. Tabs, die ganz einfach in Leitungswasser aufgelöst werden und somit Putzmittel ergeben – ohne jedes Mal eine Einweg-Plastikflaschen zu produzieren und auch ansonsten nachhaltiger als herkömmliche Reinigungsmittel: Mit ecotab muss man nie mehr eine Einweg-Plastikflasche mit Haushaltsreiniger kaufen. Das heißt auch, dass diese schwere Plastikflasche gar nicht in LKWs transportiert werden muss. Das spart richtig viel C02 und Energie ein. Wir sind der Überzeugung, dass ein Putzmittel, das zu 90 % aus Wasser besteht, nicht komplett angemischt, abgefüllt, transportiert, in Regalen im Handel präsentiert, nach Hause getragen und am Ende auch noch die leere Plastikflasche entsorgt werden muss.

Das geht cleverer mit ecotab, wenn man die Tabs im Onlineshop bestellt, sich bequem nach Hause in den Briefkasten liefern lässt und dort mit Leitungswasser zum Reinigungsmittel macht.  Ganz nebenbei ist diese Lösung auch noch günstiger für die Haushaltskasse.

Wie habt ihr Gründer euch zusammengefunden und wer bringt welches Know-How mit?

Jannes und ich haben uns nach dem Studium bei einem gemeinsamen Praktikum kennengelernt. Ich hatte ursprünglich an der TU Berlin Chemie und Verfahrenstechnik studiert und bin über Umwege bei einem fachfremden Berliner Start-Up gelandet. Dort habe ich Jannes kennengelernt, und wir haben uns einige Zeit später zusammengetan, um das existierende globale Plastikproblem mit unserem Start-Up „Green Home Living“ und unserem ersten Produkt „ecotab“ anzugehen.

Gründer von ecotab, Jannes Meier und Nicolas Pless
Bild: ecotab

In welchen Aspekten trifft man bei ecotab auf Nachhaltigkeit?

Bei ecotab trifft man eigentlich in allen Bereichen auf Nachhaltigkeit. Es fängt direkt mit dem Produkt an, welches in Summe viel Energie, Ressourcen und CO2 spart im Vergleich zu herkömmlichen Reinigern. Natürlich hört es da nicht auf und wir setzen bei der Verpackung auf Weidegraskartons, die über 96 % weniger Wasser in der Herstellung verbrauchen, benutzen auch sonst nur recycelte Materialien, versenden CO2-neutral, pflanzen pro Bestellung einen Baum und spenden für das The Ocean Cleanup Projekt. Natürlich sind wir nicht perfekt, aber wir verstehen Nachhaltigkeit auch als Prozess. Jeder Schritt, den wir als ecotab und auch alle Konsumenten mit oder ohne uns in die richtige Richtung gehen, verbessert die Welt von morgen.

Anfang des Jahres habt ihr bei einer Seed-Investment-Runde einige Kapitalgeber an Bord holen können. Um wen handelt es sich dabei? War das euer Startschuss oder habt ihr vorher schon Kapital in ecotab gesteckt?  

Wir haben zuerst geliehenes Startkapital in die Firma gesteckt. Familie und Freunde standen seit Tag 1 hinter uns und haben uns private Darlehen gegeben, um die Firma auf die Beine zu stellen. Durch viele interessante Gespräche, die wir in der darauffolgenden Zeit geführt hatten, konnten wir etliche Business Angels begeistern. Wir haben hier darauf geachtet, erfahrene Unternehmer mit ins Boot zu holen, um hier auch von deren Expertise zu profitieren.  Hier sind zum Beispiel Max Laarmann zu nennen, der Gründer von „Emma Matratzen“ oder Matthias Wilrich, der Mitgründer von „Lesara“.

Seit April dieses Jahres werden die ecotabs geliefert. Wie ist die Nachfrage? Habt ihr den Break-Even-Point bereits erreicht?

Die Nachfrage sowie das Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Allgemein sind sensationell, was uns natürlich sehr freut. Wir glauben, dass wir mit ecotab eine wirklich nachhaltigere Alternative für die Kunden geschaffen haben, ohne dass diese Kompromisse eingehen müssen. Dabei sind wir sehr stolz darauf, dass die ecotabs eine nachhaltigere Alternative sind, die für alle Haushalte erschwinglich ist und zudem natürlich auch noch einfach funktioniert. Denn ohne eine optimale Putzleistung wäre unser Produkt auch nicht so gefragt.
Als junge Firma steht momentan für uns das Wachstum sowie die Markenbekanntheit im Vordergrund, dabei wollen wir aber den wichtigsten Aspekt nicht unbeachtet lassen: nachhaltig zu wirtschaften.

ecotab Reinigungsprodukte
Bild: ecotab by Viktor Strasse

Wer ist eure Zielgruppe und wie erreicht ihr diese marketingtechnisch?

Unsere Zielgruppe ist bunt gemischt und das entspricht auch unserer These: Wir wollten eine Lösung für jeden Haushalt schaffen, und somit ist auch prinzipiell jeder Haushalt Teil unserer Zielgruppe. Putzen muss jeder und unser Produkt ist für die Endverbraucher ohne Nachteile: Sie erwerben ein nachhaltiges Produkt, tun damit aktiv etwas für die Umwelt, müssen nicht mehr Einweg-Plastikflaschen nach Hause schleppen und dann auch wieder entsorgen. Dann ist unser Produkt auch noch optisch ansprechend. Und das alles zu einem Preis der geringer ist als herkömmliche Reinigungsmittel. Diese Zielgruppe erreichen wir daher über verschiedenste Kanäle, aktuell primär über Social Media und die Berichterstattung in den Medien. Dabei setzen wir auf Transparenz und erklären die Wirkweise von ecotab. Wir lassen uns testen, so dass jeder versteht, warum unser neues Produkt ein Mittel ist, mit dem wir gemeinsam die Welt ein bisschen besser machen können.

Was sind eure Ziele und Wünsche für die Zukunft?

Für die Zukunft wünschen wir uns als ecotab natürlich, dass wir so viele Haushalte wie möglich von Einweg-Plastikflaschen befreien können. Eine Million Flaschen im ersten Jahr ist unser Ziel, mindestens. Ansonsten haben wir das Gefühl, dass die Gesellschaft durch die Corona-Krise etwas weniger aufmerksam für die Klimawandel-Problematik geworden ist. Wir möchten erreichen, dass die Wichtigkeit eines anhaltenden Handelns zugunsten der Umwelt nicht vergessen wird. Wenn hier gemeinsam im Dialog an den entsprechenden Problemen gearbeitet wird, kann man deutlich mehr erreichen.

 

Für mehr Nachhaltigkeit im Alltag: SWIBIO – das Gleiche in grün

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Bilder: ecotab

Vera Kluck
Über Vera Kluck 44 Artikel
Kommunikation und Marketing. Redakteurin bei Gruene-Startups.de.

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