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Nomoo – das Eis ohne Kuh aber mit gutem Gewissen

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Nomoo Eissorten
Bild: Nomoo

Gutes Gewissen und Genuss vereint: das Startup Nomoo hat pflanzliches Eis auf den Markt gebracht, was nicht nur lecker sondern auch klimapositiv ist.

Mittlerweile liegen pflanzliche Produkte total im Trend und es gibt unzählig Angebote an Ersatzprodukten für Fleisch, Käse, Milch oder Eis. Vor ein paar Jahren sah das Ganze noch etwas anders aus. Die wenigen pflanzlichen Alternativen die es gab, schmeckten meist nicht und stellten einen oft vor die Entscheidung: Gutes Gewissen oder Genuss? Aus diesem Impuls heraus ist das Startup Nomoo gegründet worden und hat das erste pflanzliche Eis auf den Markt gebracht, welches das Thema Nachhaltigkeit vollständig abgedeckt. Wir haben uns mit Rebecca Göckel, einer der Gründerinnen von Nomoo unterhalten und sie erzählt uns über die Finanzierung des Startups, welche Meilensteine bereits erreicht wurden und was für die Zukunft geplant ist.

Grüne-Startups.de: Zuallererst: Was macht Nomoo, wer steckt hinter der Idee und wie kam es letztendlich zur Gründung des Startups?

Rebecca Göckel: NOMOO ist das Eis ohne Kuh und verbindet die Themen Geschmack und Nachhaltigkeit. Bereits im fünften Semester fingen Jan und ich damit an, pflanzliches Eis zu produzieren – nachts in einer Gastroküche – das war im Sommer 2016. Zuvor hatte Jan eine Doku gesehen, die beleuchtete, welchen Einfluss die Agrarwirtschaft und Viehzucht auf das Klima hat. Anschließend wollte er sofort vegan werden, zwei Wochen später dann die Erkenntnis, dass viele vegane Lebensmittel damals noch sehr viel mit Verzicht zu tun hatten. Das gute Gewissen war zwar da, aber der Genuss blieb plötzlich auf der Strecke. Dennoch musste es doch möglich sein, beides in einem Produkt zu vereinen: Gutes Gewissen und Genuss. Nach den ersten Gehversuchen in der Eisproduktion standen wir dann in unserer nächtlich angemieteten Gastroküche und produzierten pflanzliches Eis, welches wir tagsüber an Kölner Cafés und Restaurants vertrieben. Als wir im Februar 2018 mit dem Studium fertig waren, lag die Entscheidung nahe, das Produkt in den Handel zu bringen. So gründeten wir offiziell unsere erste Firma und im Juni 2018 stand NOMOO dann tatsächlich das erste Mal im Supermarktregal.

Die Gründer von Nomoo
Bild: Nomoo

In welchen Aspekten von Nomoo findet sich Nachhaltigkeit wieder?

NOMOO verfolgt einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz. Sprich, die Rezeptur besteht zu 100% aus pflanzlichen Bio-Zutaten und der Eisbecher ist biologisch abbaubar. Darüber hinaus kompensiert das gesamte Unternehmen doppelt so viel CO2 wie es ausgestoßen hat. Das macht NOMOO nicht nur zu einem klimaneutralen Eis, sondern zu einem klimapositiven. NOMOO engagiert sich schließlich an einem brasilianischen Regenwaldschutzprojekt. Aber auch die kleinen Dinge machen viel aus: So bezieht NOMOO im Büro und auch in der Produktion selbst grünen Strom, statt neuen werden gebrauchte Laptops benutzt und auch das papierlose Büro wird hier gelebt.

Welche Rolle spielt eurer Meinung nach unsere Ernährung in Puncto Nachhaltigkeit?

Der Bereich Ernährung hat einen immensen Einfluss auf unser Klima. Schätzungsweise 40% aller Treibhausgase sind auf unser Essverhalten bzw. den hohen Anteil tierischer Lebensmittel zurückzuführen. Bei einer wachsenden Weltbevölkerung werden wir auch aufgrund von Flächen Problemen immer mehr auf eine pflanzliche Ernährung umschwenken müssen. Extrem problematisch ist zudem die Regenwaldrodung für die Viehzucht. Das zerstört die grüne Lunge unserer Erde. Der breiten Bevölkerung ist es vermutlich noch gar nicht so klar, welch großen Beitrag eine pflanzliche Ernährung am Klimaschutz hat.

Nomoo Produktabbilung
Bild: Nomoo

Inwiefern erweitert sich das Angebot an veganem Eis? Was hebt Nomoo von der Konkurrenz ab?

Als wir mit NOMOO starteten, gab es genau eine weitere Marke, die veganes Eis und Milchspeiseeis zugleich herstellte. Heute ist das Angebot an veganem Eis stark gestiegen, auch große Konzerne wie REWE bieten mittlerweile vegane Eigenmarken an. NOMOO ist allerdings die erste Marke, die von Anfang an nur auf veganes / pflanzliches Eis gesetzt hat und das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich denkt. In erster Linie ist NOMOO nämlich kein veganes Eis sondern ein nachhaltiges Eis, dass vegan ist. Das Thema vegan ist nur ein Pfeiler in unserem Nachhaltigkeitsansatz. Zudem schauen wir bei NOMOO ständig kritisch auf das Thema und prüfen, wie wir den Bereich Nachhaltigkeit stetig weiter optimieren können, denn Nachhaltigkeit ist ein Prozess.

Wer ist eure Zielgruppe und wie erreicht ihr diese marketingtechnisch?

Unsere Hauptzielgruppe ist weiblich, sehr trendaffin, qualitäts- und gesundheitsbewusst und zwischen 25 – 35 Jahre alt. Diese erreichen wir über unsere Social Media Kanäle, Events und den Point-of-Sale im Handel.

Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Habt ihr Investoren an Bord geholt?

NOMOO ist durch Fremd- und Eigenkapital finanziert. Erste Investoren kamen im Frühjahr 2019 an Bord.

Stichwort Corona-Krise: Welche Auswirkungen hatte die Krise auf Nomoo und welche Maßnahmen konntet ihr dagegen einleiten?

Als Corona Mitte März so richtig losging, wäre eigentlich auch unsere Eissaison gestartet. Damit einher geht, neue Märkte zu akquirieren, neue Listungen aufzuschalten und die Gastronomie wieder zu beliefern. Auch die Eventsaison sollte wieder losgehen. Stattdessen wurde plötzlich alles mögliche abgesagt und geschlossen. Uns blieb nur der telefonische Kontakt zu unseren Bestandskunden und das war der Moment, wo wir anfingen, kreativ zu werden und richtig gut in der telefonischen Kaltakquise zu werden. Zudem saß das gesamte Team im Home Office. Obwohl wir uns über anderthalb Monate nicht in echt sehen konnten, ist der Teamzusammenhalt dadurch nochmals viel stärker geworden.

Welche Meilensteine habt ihr mit Nomoo bereits erreicht und was sind eure Ziele für das nächste Jahr?

Mit NOMOO sind wir mittlerweile in mehr als 1000 Supermärkten erhältlich und auch über den eigenen Online-Shop können sich alle Eis-Begeisterten das Eis direkt nach Hause liefern lassen. Zudem haben wir eine konsistente Marke mit klarer Strategie geschaffen und ein Eissortiment bestehend aus 9 Sorten aufgebaut. Schließlich ist auch unser Team stark gewachsen, jetzt sind wir fast bei 20 Köpfen im Unternehmen. Für nächstes Jahr steht die Expansion in die DACH-Region ganz groß auf dem Plan

 

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Bilder: Nomoo

Vera Kluck
Über Vera Kluck 44 Artikel
Kommunikation und Marketing. Redakteurin bei Gruene-Startups.de.

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