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Low-Tech Lab – Problemlösung durch nachhaltige und einfache Technologien

Low-Tech Lab

Concarneau/Bretagne, München, 1. Oktober 2018 – Täglich stehen weltweit Millionen von Menschen vor immensen Herausforderungen bei ihrer Grundversorgung, die durch geeignete technologische Lösungen bewältigt werden könnten. Entsprechend angepasste, einfache und oft traditionelle Technologien können zur Problemlösung beitragen und spielen eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Lebensqualität unterversorgter Gemeinschaften weltweit. Dies kann auch ein Beitrag sein, um Fluchtursachen zu bekämpfen. Das internationale Projekt Low-Tech Lab, das seine Wurzeln in Frankreich hat, hilft durch Aufbau einer Open Source-Datenbank, einfache und leicht nachzubauende Technologielösungen für den Alltag vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern weltweit, aber auch bei uns zugänglich zu machen. Low-Tech Lab ist wie „Nomade des Mers“ ein Projekt der NGO Gold of Bengal.

Der Fernsehsender ARTE berichtet ab dem 29. Oktober 2018 in einer 15-teiligen täglichen Sendereihe unter dem Titel „Mit Kompass und Köpfchen auf hoher See“ über das Low-Tech Lab und die Erprobung der Low-Tech-Lösungen an Bord des Katamarans „Nomade des Mers“ während einer dreijährigen Expedition der international tätigen Organisation Gold of Bengal.

Einfache technische Lösungen können eine Schlüsselrolle spielen, um die Lebenssituation vieler Menschen erheblich zu verbessern. Dabei sind die Bedürfnisse, Herausforderungen und Arbeitsbedingungen der Menschen vor Ort ein zentraler Ausgangspunkt für langfristige positive Veränderungen. Einfache Technologien ermöglichen es beispielsweise Landwirten und Handwerkern, effizienter zu arbeiten, unabhängiger zu handeln und damit die Lebensbedingungen ihrer Familien und Gemeinschaften zu verbessern.

So wird etwa die Hälfte der Ackerfläche weltweit von Kleinbauern bewirtschaftet, die den Teil ihrer Ernte, der nicht für den Eigenbedarf bestimmt ist, auf regionalen Märkten verkaufen. Doch führen fehlende Kühlmöglichkeiten häufig dazu, dass ein beträchtlicher Teil ihrer Feldfrüchte schon vor dem Verzehr bzw. Verkauf verderben. Kühlmöglichkeiten würden ihren Absatz und damit ihren Verdienst erhöhen. Es mangelt jedoch an Geld sowie einer Energieversorgung, um elektrische Kühlschränke oder Aggregate zu betreiben. Klassisches Beispiel, wie hier durch Low Tech-Lösungen Abhilfe geschaffen werden kann, ist der traditionelle Zeer Pot: Er arbeitet auf Basis von Verdunstungskühlung und wird seit Jahrhunderten genutzt. Hier die Bauanleitung sowie ein Video-Tutorial.

Überall auf der Welt entwickeln Menschen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln Innovationen und Lösungen, um zentrale Probleme ihres Alltags zu lösen und so ihren Lebensstandard zu erhöhen. Bei diesen Lösungen handelt es sich meist um Low-Technologien, die im Gegensatz zu Hightech kein spezielles Know-how und nur sehr geringe finanzielle Mittel erfordern und einfache, langlebige und zugängliche Systeme darstellen.

Genau hier setzt die Arbeit von Low-Tech Lab an. Nach dem Motto „Kollektive Intelligenz zur Verbreitung nützlicher Innovationen“ werden weltweit bereits existierende und bewährte Low-Tech Lösungen recherchiert, gesammelt und dokumentiert sowie neue Low-Tech-Lösungen entwickelt und getestet. Eine weltweite Open Source-Datenbank unter http://lowtechlab.org/wiki/Accueil mit Tutorials und Bauanleitungen ermöglicht es, Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen und Regionen wertvolle Instrumente und Lösungen zur Verfügung zu stellen, die sie selbst produzieren sowie einfach warten und reparieren können.

Anbei finden Sie Beispiele für innovative Low-Tech Lösungen aus den folgenden Bereichen:

 

Low-Tech-Lösungen helfen, Fluchtursachen zu bekämpfen Die globale Flüchtlingssituation ist ein Symptom für den aktuellen Zustand der Welt. Viele der 60 Millionen Flüchtenden weltweit sind durch existenzielle Not gezwungen, ihre bisherige Heimat zu verlassen. Um Fluchtursachen zu bekämpfen und die Situation in den Herkunftsländern verbessern zu helfen, können auch Low Tech Lösungen ihren Teil zu einer besseren Versorgung im Alltag beitragen. Low-Tech Lab leistet hier schon heute einen kleinen Beitrag, beispielsweise in einem Projekt mit Geflüchteten auf der griechischen Insel Lesbos. Würden Low-Tech-Ansätze schon heute in den Herkunftsländern der Flüchtlinge zur Verfügung stehen, könnten die Fluchtursachen in vielen Fällen damit bekämpft und die Abwanderung verhindert werden.

Die technischen Lösungen sind relativ einfach zu produzieren und anzuwenden und unterstützen lokale Gemeinschaften nachhaltig in ihrem Alltag. Ziel des Programms ist es, die Verbreitung lokaler und effizienter Low-Tech-Lösungen zu ermöglichen, um umfassend auf die von den Vereinten Nationen festgelegten Ziele der nachhaltigen Entwicklung zu reagieren. Wenn die Grundversorgung der Menschen gesichert ist, kann sich auch die Situation in Bezug auf Gesundheit, wirtschaftlichen Aufschwung, Bildung und Klimafestigkeit verbessern.

Der Gründer

Das Projekt Low-Tech Lab wurde von dem Franzosen Corentin de Chatelperron und seiner Organisation Gold of Bengal initiiert. Corentin de Chatelperron, 35, hat nach Abschluss seines Ingenieurstudiums in Lille und einem Praktikum im Bereich der Windenergie eigentlich ein Ökotourismus-Unternehmen gründen wollen. Doch bald orientierte er sich um und nutze seine im Studium erworbenen Fähigkeiten zur Entwicklung von Low-Tech-Innovationen. So arbeitete er bei einem Arbeitsaufenthalt auf einer Werft in Bangladesch statt mit umweltschädlichem Glasfasergewebe im Bootsbau mit natürlichen Jutefasern. Dies war auch Startpunkt eines Abenteuers, das ihn dazu brachte, mit dem Katamaran „Nomade des Mers“, einem schwimmenden Labor zur Erprobung und Entwicklung  von Low-Tech-Innovationen, drei Jahre um die Welt zu segeln. Um Corentin bildete sich bald ein internationales Team Gleichgesinnter.

„Unser Projekt Low-Tech Lab hat seine Wurzeln zwar in Frankreich, ist aber definitiv international: So starteten die Aktivitäten in Bangladesch, das Boot der ?Nomade des Mers“ befindet sich derzeit in Thailand, das Pilotprojekt für Low-Tech in Migrantenlagern befindet sich auf der Insel Lesbos in Griechenland, die Agami-Expedition wird von Madagaskar nach Frankreich durch ganz Afrika führen, lokale Low-Tech Gemeinschaften sprießen in Marokko, etc. Es ist also ein globales Projekt, das Low-Tech-Wissen weltweit sammelt und es online als Open-Source für jedermann auf der ganzen Welt zugänglich macht“, erklärt Marjolaine Bert, Sprecherin von Low Tech Lab und zuständig für die Koordination internationaler Solidaritäts-Projekte. „Unsere Strategie basiert auf einem Pulling-Ansatz: Wir glauben, dass Menschen und Organisationen die Low-Tech-Philosophie (Ansätze, Lebensstile, etc.) und Low-Tech- Lösungen nutzen werden, weil sie davon positiv inspiriert werden.“

Sendereihe von ARTE

Der deutsch-französische Kultursender ARTE begleitet das Low-Tech Lab an Bord des Katamarans „Nomade des Mers“ während seiner außergewöhnlichen dreijährigen Expedition. Gründer Corentin Chatelperron und seine Crew sind seit 2016 auf Weltumsegelung und erproben an Bord unterschiedlichste Low-Tech-Lösungen auf ihre Tauglichkeit. Unter dem Link https://www.arte.tv/de/videos/RC-014864/mit-kompass-und-koepfchen-auf-hoher-see/ sind bereits einige der Low Tech-Lösungen beschrieben. Die ARTE-Dokumentation zeigt unter dem Titel ?Mit Kompass und Köpfchen auf hoher See“ in 15 halbstündigen Episoden ab dem 29. Oktober jeweils eine Low-Tech-Anwendung, die auf der Weltreise des Katamarans ?Nomade des Mers“ von Erfindern aus aller Welt entwickelt und umgesetzt wurden. Auch 2019 wird ARTE weitere Kurzfilme zum Low-Tech Lab drehen.

Low-Tech Lab

Das Low-Tech Lab ist ein Open-Source-Forschungs- und Dokumentationsprojekt der Organisation Gold of Bengal, das seit 2015 darauf abzielt, Low-Tech-Innovationen zu sammeln, zu dokumentieren und über eine Open-Source-Plattform im Web zu teilen, um es jedem Menschen weltweit zu ermöglichen, seine Grundbedürfnisse unabhängig und nachhaltig zu erfüllen. Bei der Erforschung von Low-Tech Lösungen für eine ihrer Expeditionen stellte das Team um Gründer Corentin de Chatelperron fest, dass es einen Mangel an Wissenstransfer für solche Low-Tech-Systeme und eine große Notwendigkeit für die Verbreitung solcher innovativer Methoden und Lösungen gibt, die Menschen und Umwelt vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern, aber auch in Industrienationen zugute kommen. Deshalb startete man mit Low-Tech Lab ein umfangreiches Projekt zur weltweiten Erforschung und kollaborativen Dokumentation von Low-Technologien.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.lowtechlab.org

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