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sustainabill – Nachhaltig auf ganzer Strecke innerhalb der gesamten Lieferkette

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Bild: Unsplash

Das Startup sustainabill hat eine Cloud Plattform zur optimierung der Nachhaltigkeit innerhalb der gesamten Lieferkette entwickelt.

Die höchsten CO2-Emissionen eines Produktes oder eines Unternehmens entstehen entlang der Lieferkette. Die Schwierigkeit liegt hier besonders in fehlenden Daten und Informationen, um entsprechende Maßnahmen zur Optimierung einzuleiten. Das Startup sustainabill hat eine Cloud Plattform entwickelt, die genau das ändert. Wie wichtig Nachhaltigkeit innerhalb der Lieferkette ist, welche Kosten damit verbunden sind und welche Auswirkungen die Corona Krise auf das Startups hatte, erfahrt ihr im Interview mit einem der Geschäftsführer von sustainabill, Klaus Wiesen. 

Grüne-Startups.de: Was macht sustainabill?

Klaus Wiesen: Wir sind ein Startup im Bereich Nachhaltigkeit mit Sitz in Köln. Mit unserer Cloud Plattform und den damit verbundenen Services helfen wir Unternehmen, die Lieferkette aufzudecken, die Nachhaltigkeit ihrer Lieferanten zu managen und entlang der Lieferkette Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen.

Die Geschäftsführer Klaus, Thorsten und Christoph mit dem StartGreen-Award | Bild: sustainabill

Was hat euch dazu inspiriert sustainabill zu gründen?

Vor der Gründung von sustainabill habe ich am Wuppertal Institut (einer der international führenden Nachhaltigkeits-Thinktanks) Methoden der Nachhaltigkeitsbewertung erforscht und angewendet, also Fußabdrücke von Produkten und Unternehmen ermittelt. Dabei habe ich schnell erkannt, dass für die meisten Unternehmen, vom Retailer bis zum Produzenten, ein hohes Risiko von der Lieferkette ausgehen – von CO2-Emissionen über soziale Missstände. Den Unternehmen fehlt es aber bisher an Daten und Erkenntnissen, um Maßnahmen entwickeln und umsetzen zu können. Es ist also schlicht kein Management der Risiken möglich. Zusammen mit meinen Mitgründern haben wir das Potenzial von moderner Cloud-Technologie erkannt, um die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch entlang der Lieferkette zu ermöglichen und dieses Problem zu lösen.

Denkt ihr, dass für Unternehmen die Nachhaltigkeit innerhalb der Lieferkette relevant ist oder dass nicht doch eher die Kosten an erster Stelle stehen?

Bis vor wenigen Jahren standen die Kosten an erster Stelle. Das war insofern absurd, weil Nachhaltigkeit und Kosten Hand in Hand gehen. Nachhaltigkeitsrisiken kosten Unternehmen am Ende immer Geld, diese Risiken zu managen heißt also Geld zu sparen. Bisher war es aber eine Frage des „Return on Invest“. Die meisten Unternehmen konnten rein auf Risiken keinen Business-Case rechnen. Inzwischen ist der Druck aber von den Stakeholdern – Investoren und Kunden – so stark, dass Nachhaltigkeit in den Vordergrund gerückt ist. Da die externen Kosten für die Belastung der Umwelt durch eigene Produkte zukünftig nicht mehr auf die Gesellschaft abgewälzt werden können, wie die geplante CO2-Steuer zeigt, werden nachhaltige Unternehmen zukünftig auch kostengünstiger produzieren als Wettbewerber, die nicht nachhaltig sind. Dieses Verständnis kommt langsam in den Köpfen des Topmanagements an.

Wie generiert ihr Umsatz bei sustainabill?

Wir arbeiten Projekt- oder Lizenzbasiert mit unseren Kunden, die Kunden zahlen also für unsere Services und die Nutzung der Software. Lieferanten, die von unseren Kunden auf die Plattform eingeladen werden, zahlen nichts und können einen kostenfreien Account erstellen, um Daten zu teilen bzw. von ihren Lieferanten abzufragen.

Die Plattform | Bild: sustainabill

In welchen Branchen kann sustainabill genutzt werden und viele Nutzer habt ihr bereits?

Grundsätzlich funktioniert unser Ansatz in allen Branchen mit physischen Produkten – theoretisch sogar im Dienstleistungssektor. Derzeit arbeiten wir mit Unternehmen aus Textil-, Automobil- und Lebensmittelsektor zusammen.

Viele Startups trifft die Corona Krise besonders stark. Wie sieht eure aktuelle Situation aus?

Grundsätzlich ist das Thema Lieferkette durch die Corona-Krise eher in den Fokus gerückt. Dennoch merken wir, dass die Budgets knapp sind, viele Projekt werden auf das kommende Jahr verschoben. Wir gehen aber davon aus, dass es im nächsten Jahr wieder viel zu tun gibt.

Wie geht es weiter – wo sehr ihr euch in drei Jahren?

Wir wollen die führende Plattform für Nachhaltigkeitsdaten in der Lieferkette werden. Zurzeit ist der Markt allerdings noch sehr klein. In drei Jahren wird das Thema Nachhaltigkeit aber die Strategien der Unternehmen dominieren und die meisten werden sich in diesem Zusammenhang mit der Lieferkette auseinandersetzen. Insofern erwarten wir einen stark wachsenden Markt, indem aber natürlich auch der Wettbewerb zunimmt

 

Nach der optimierten Lieferkette noch CO2-Emissionen kompensieren? Dann lies: Greenfree – Kompensation durch Pflanzenkohle

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Bilder: sustainabill, Unsplash

Vera Kluck
Über Vera Kluck 44 Artikel
Kommunikation und Marketing. Redakteurin bei Gruene-Startups.de.

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