Sie retten Lebensmittel – 7 Grüne Startups gegen Verschwendung von Essen

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Weltweit wird ein Drittel der produzierten Lebensmittel weggeworfen. Diese Verschwendung schadet dem Klima, der sozialen Gerechtigkeit und dem Geldbeutel. Hier findest du 7 grüne Startups, die Essen in Not retten. 

12 Millionen Tonnen. So viel Lebensmittelabfall soll in Deutschland jedes Jahr entstehen. Laut einer Studies des WWF könnten es sogar 18 Millionen Tonnen jährlich sein. Schon auf dem Feld fällt einiges an Abfall an, wenn „unschönes“ Gemüse und Obst aussortiert und weggeworfen wird. Bevor die Lebensmittel dann im Supermarktregal liegen, geht noch einiges an Ware während den Transporten und Lagerungen drauf. Wegen Überportionen und schlechter Planung werden auch viele Lebensmittel in der Gastronomie verschwendet. Durch die Pandemie hat sich das wahrscheinlich verschlimmert, da ständige Schließungen nicht zu einer guten Planung beitragen. Der meiste Abfall wird allerdings immer noch in den privaten Haushalten produziert, etwa 52 Prozent. Im Durchschnitt wirft der deutsche Bürger jedes Jahr 75 Kilogramm Lebensmittel einfach in den Müll. Unbewusstes Einkaufen, wie zum Beispiel hamstern, trägt zu dieser Verschwendung bei. Eine übergroße Menge an Lebensmittelabfällen bedeutet auch, dass Ressourcen, wie Wasser, Fläche und Energie umsonst eingesetzt wurden. Dass das nicht besonders nachhaltig ist, muss nicht erklärt werden. Außerdem können die Essensabfälle, die auf riesigen Mülldeponien lagern, Methan freisetzen, einer der Hauptreiber des Klimawandels

Was aktuell gegen Lebensmittelverschwendung getan wird

Trotz diesen schockierenden Zahlen, ist das Containern in Deutschland noch immer strafbar. Prinzipiell genießbare Lebensmittel aus den Müllcontainern von Supermärkten zu retten, stuft das Bundesverfassungsgericht als Diebstahl und Hausfriedensbruch ein. Ärgerlich, da die Mehrheit der deutschen Bevölkerung für eine Legalisierung von Containern ist. Anderwärtig passiert in dieser Thematik dann doch was. Um sich gegen die Essensverschwendung im eigenen Land einzusetzen, hat das BMEL die Informationskampagne „Zu gut für die Tonne!“ ins Leben gerufen. Damit wollen sie mehr Wertschätzung und weniger Wegwerfen im Thema Lebensmittel erzeugen. Da es aber auch private Unternehmen braucht, stellen wir dir jetzt 7 grüne Startups vor, die der Lebensmittelverschwendung ein Ende setzen wollen. 

Restlos bringt’s zurück in den Kreislauf

Gemeinsam mit seinen Unterstützung konnte das Startup Restlos bereits mehr als 160 Tonnen Lebensmittel retten, welche anschließend im Rettermarkt angeboten wurden. Restlos setzt sich dafür ein, dass Lebensmittel wieder mehr wertgeschätzt werden. Deshalb werden die Gewinne aus dem Rettermarkt auch benutzt, um informative Projekte über Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung in Schulen und anderen Einrichtungen durchzuführen. Außerdem kocht Restlos jeden Samstag in einem Food-Truck, welchen man auch buchen kann, vor dem Laden. Die Mahlzeiten bestehen rein aus geretteten Produkten, nach dem Motto „Essen mit gutem Gewissen“. 

Zahl so viel, wie es dir wert ist: so das Prinzip von fairTEiLBAR

Die fairTEiLBAR ist gleichzeitig ein Laden, ein Bistro und eine kleine Manufaktur in Einem. Wie man’s nennt, die fairTEiLBAR bietet ausschließlich gerettete Lebensmittel an, welche die Kundschaft nach dem Prinzip „Pay what you feel“ einkaufen kann. Damit die Lebensmittel noch länger haltbar sind, verarbeitet das Team das Gerettete in Produkte, wie Saft, Chutney oder Marmelade. Nebenbei wird in ihrer Projektküche regelmäßig Bildungsarbeit zu Themen wie „nachhaltige Ernährung“ und „Essensverschwendung“ geleistet. So will fairTEiLBAR den Menschen zeigen, wie genießbar und wertvoll Lebensmittel noch sind, die täglich in den Produktionsketten auf der Strecke bleiben. 

Be bananas Bananenbrot rettet Leben(smittel)

Die Banane. In Deutschland ist sie die Frucht, die am allermeisten von Verschwendung betroffen ist. Das Startup be bananas rettet genau dieses gelbe Wunder vor der Entsorgung. Zusammen mit der Bäckerei „Ihr Bäcker Schüren“ werden dann schmackhafte und vegane Bananenbrote hergestellt. Dabei gilt: je reifer die Banane, desto köstlicher das Brot. Um Ressourcen zu schonen, wird nur auf Nachfrage gebacken. Be bananas ist mittlerweile deutschlandweit bei über 150 gastronomischen Partnern zu finden, sowie an 10 deutschen Universitäten. Durch diese Vielzahl an Abnehmern, kann das Startup momentan 10 Tonnen Bananen im Monat vor der Entsorgung bewahren. 

Fruchtiges Esspapier aus dem Dörrwerk

3,3 Milliarden Tonnen CO2 werden bei der weltweiten Produktion von Lebensmitteln freigesetzt, die im Endeffekt weggeworfen werden. Das war einer der Fakten, welche die Gründer des Dörrwerk echt aus den Socken gehauen hat. Um nicht selbst zu diesen katastrophalen Zahlen beizutragen, verarbeiten sie gerettete Früchte zu Snacks nämlich Fruchtpapier. Ihre Basis dafür sind Äpfel aus ganz Europa, die für den konventionellen Verkauf nicht als geeignet angesehen werden. Andere Früchte für den Geschmack, wie etwa Mango oder Ananas, werden direkt von den Landwirten und -wirtinnen abgekauft, sobald diese sie als unverkaufbar einstufen. Teile ihrer Erlöse spendet Dörrwerk außerdem an weitere Projekte, die sich gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln einsetzen. 

SPRK will den Essensüberschuss bis 2030 um 6 Millionen Tonnen reduzieren            

Geleitet werden die Handlungen von SPRK durch die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Das Startup ist eine technologiebasierte Vertriebsplattform, die Teilnehmende der Lieferketten verbindet. Unter anderem mit Hilfe von künstlicher Intelligenz kann SPRK das Angebot und die Nachfrage besser koordinieren und bei Überschuss Lebensmittel rasch umverteilen. Somit wird verhindert, dass große Mengen an Essen entlang der Lieferkette verschwendet werden. Bis dato konnte das Startup bereits 30 Tonnen Essen retten, indem sie es an „Die Arche Kinderstiftung“, einer ihrer Partnerorganisationen, weiterverteilt haben. Außerdem verarbeitet SPRK in seiner eigenen Manufaktur überschüssige Lebensmittel in leckere Produkte, wie etwa eine Tomatensuppe. 

Querfeld hat ein Herz für verstoßenes Obst und Gemüse

Bei Gemüse- und Obst-Ernten werden 30 Prozent aussortiert. Mal sind die Produkte zu klein, zu groß, zu dick, zu dünn oder zu krumm. Bei Querfeld gibt es dieses „zu“ nicht. Hier kommt es auf die inneren Werte an: lecker, bio, gesund und frisch. Ganz ohne Plastik, wird die Papiertüte mit dem Lastenrad oder dem E-Van bis zu dir geliefert. Allerdings ist das Startup in Berlin ansässig und kann nur im nahen Umkreis handeln. Mehr regionale Produktion und Lieferung sind aber überall wichtige Faktoren für eine gute, wertschöpfende Zukunft. So bietet Querfeld seiner Kundschaft beste Qualität zu günstigen Preisen und trägt zum positiven Wandeln bei. 

Brüderlich und schwesterlich teilen mit der UXA-App

Eine digitale Lösung gegen Lebensmittelverschwendung ist UXA, eine kostenlose Foodsharing-App. Das Prinzip ist ganz einfach. Wer zuhause übrig gebliebene Lebensmittel hat, kann ein Foto des Produkts, samt Beschreibung, Mindesthaltbarkeitsdatum, Menge und Abholort hochladen. Mit Hilfe einer Karte können anderen Nutzer*innen das Angebot entdecken, den/die Besitzer*in im Chat kontaktieren und die Lebensmittel anschließend abholen. So muss nichts unnötig in die Tonne geworfen werden. Zurzeit ist die Beta-Version bereits im Apple und Google Play Store zu finden. Wenn es einem so einfach gemacht wird, gibt’s keine Ausreden mehr!

 

Fazit: In die Tonne gehört’s sicher nicht  

Wertschätzen statt wegwerfen. Egal, ob man das Essen verschenkt, in eine Mahlzeit verwandelt oder es preisgünstig verkauft wegwerfen sollte man es auf keinen Fall. Auch wenn es viele wie die hier erwähnten Startups gibt, sollte sich jede/r Einzelne auch gut überlegen, wie er oder sie durch bewussteres und prinzipiell weniger Einkaufen gegen die Lebensmittelverschwendung vorgehen kann. Denn nur so können nachhaltig und langfristig alle Menschen mit Essen versorgt werden

 

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