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Nicht nur heiße Luft – das digitale Wärmemanagement für’s Klima

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Ob in Büros, Schulen oder Verwaltungen – viel zu häufig wird in leerstehenden Räumen die Heizung angelassen. Das kostet Energie, Geld und natürlich CO2. Das Startup vilisto hat ein digitales und selbstlernendes Heizkörperthermostat entwickelt, welches Räume nur dann beheizt, wenn auch tatsächlich jemand darin ist. Wie das funktioniert und wer die Gründer hinter dem Startup sind erzählt uns Andreas Falck (Head of Marketing) im Interview.

Grüne-Startups.de: Welche Vision steckt hinter vilisto?

Andreas Falck: Wir stellen uns eine Welt vor, in der alle Menschen achtsam mit ihrer Umwelt umgehen und durch Innovationen nur so viel Energie verbrauchen, wie sie für ihr Wohlbefinden benötigen. Dafür stehen wir und daher haben wir unsere digitalen und selbstlernenden Heizkörperthermostate entwickelt, mit denen Räume nur dann beheizt werden, wenn sie auch tatsächlich genutzt werden oder eine Nutzung antizipiert werden kann. Und das völlig automatisch und ohne Aufwand für die Nutzer*innen. Damit wollen wir einen Beitrag für eine energieeffizientere und umweltfreundlichere Zukunft leisten.

Bild: vilisto

Wie ist die Idee dazu entstanden?

Die Idee zu unserem Produkt stammt von unserem CEO Christoph Berger, einer unserer 3 Gründer. Christoph hat sich im Rahmen seines Energietechnikstudiums an der TU Hamburg und UC Berkeley mit Vorhersagen von Raumtemperaturen in unbekannten Räumen und Gebäuden beschäftigt. Durch verschiedene Ereignisse, Begegnungen und auch durch etwas Glück hat sich aus dem Konzept der wissenschaftlichen Arbeit eine Produktidee ergeben, mit der wir ein EXIST-Gründerstipendium bekommen haben. Nach der Entwicklung eines MVP erhielten wir das erste Investment, konnten ein Serienprodukt entwickeln und sind inzwischen über vier Jahre gewachsen.

Wer sind die Gründer und wie haben sie als Team zueinander gefunden?

Unsere Gründer sind Christoph Berger (CEO), Lasse Stehnken (CTO) und Christian Brase (CSO). Als Energietechniker brachte Christoph nicht nur die Grundidee, sondern auch das Hintergrundwissen der Energiewirtschaft für die Produkte von vilisto mit. Lasse ist als Softwareentwickler mit Hardwareerfahrung die perfekte Ergänzung zur technischen Umsetzung der Produkte und leitet die technische Entwicklung. Beide kannten sich durch den erweiterten Freundeskreis bereits einige Jahr vor vilisto. Das Team sollte dann um einen weiteren Gründer im Sales-Bereich ergänzt werden. Über eine Stellenausschreibung als Mitgründer ist Verhaltensökonom Christian kurz nach Gründung zum Team hinzugestoßen. Seit Anfang des Jahres verantworte ich zudem als Head of Marketing den kommunikativen und werblichen Bereich von vilisto.

Bild: vilisto

Was ist euer USP?

Mit unserer selbstlernenden Heizkörpersteuerung sparen wir Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern bis zu 32% Heizkosten und CO2-Emissionen ein. Dies geschieht völlig automatisch und mühelos, da die Heizkörperthermostate über eine integrierte und patentierte Anwesenheitserkennung verfügen, bestehend aus Bewegungs-, Schall- und Lichtsensoren. Durch diese Technologie wird die Belegung des Raumes automatisch erkannt und erlernt, vollständig DSGVO-konform. Zudem wird durch die Einbeziehung lokaler Wetterdaten berechnet, wie lange der Raum benötigt, um aufgeheizt zu werden. Dadurch werden die Räume vor Nutzung vorgeheizt und selbstständig bei Nicht-Nutzung abgesenkt. Sprich, die Kunden*innen und Nutzer*innen müssen keine Einstellungen am System vornehmen, da alles automatisch geschieht. Weiterhin können die Nutzer*innen direkt am Thermostat ihre Wunschtemperatur einstellen.

Im Vergleich zu anderen Energiesparmaßnahmen ist unser Produkt eine niedrig-investive Maßnahme mit einer schnellen Amortisation. Zudem erzielen wir einen sofortigen Klimaschutz-Effekt, da direkt nach Installation Energieverbrauch und damit auch CO2-Emissionen gesenkt werden.

Gibt es etwas, das euch noch fehlt? Mitarbeiter, Investoren?

Wir sind kontinuierlich dabei unser Produkt, Angebot und unseren Kundenstamm auszubauen und dazu braucht es in der Tat neue Teammitglieder und Investoren, die gemeinsam mit uns und unserer Klima-Mission für eine energieeffizientere und grünere Zukunft einstehen. Erst vor kurzem haben wir unser Team auf nun insgesamt 33 Mitarbeiter*innen ausgebaut. Beim Ausbau unseres Teams und unserer Partnerschaften ist uns vor allem wichtig, dass wir alle für die gleichen Werte einstehen. So stehen für uns Klimaschutz und partnerschaftliche Zusammenarbeit an erster Stelle.

Wie sieht eure Zielgruppe aus?

Wir richten uns ausschließlich an B2B und B2G Kunden im Nichtwohngebäude-Bereich, da hier die meisten Energie- und CO2-Einsparpotenziale liegen. Durchschnittlich bis zu 80% der Zeit, werden die Räume in diesen Gebäuden nicht genutzt, aber meist nonstop beheizt. Zusätzlich treffen wir hier auf das sogenannte „Trittbrettfahrerproblem“. Denn in Büros, Verwaltungen und Schulen wird oft unbewusst Energie verschwendet, da die Kosten nicht vom eigentlichen Nutzer getragen werden. Das Resultat: die Räume werden oftmals durchgeheizt, obwohl sie nicht genutzt werden. Dadurch entstehen unnötige Kosten und das Klima leidet. Mit unserem System konnten wir so beispielsweise in einem Berliner Schulgebäude 25% Heizenergie senken und damit den CO2-Ausstoß signifikant reduzieren.

Bild: vilisto

Ihr wurdet bereits mehrfach ausgezeichnet. Haben euch die Auszeichnungen geholfen euch weiterzuentwickeln oder neue Investoren zu finden?

Mittlerweile haben wir wirklich schon einige Preise und Auszeichnungen gewonnen, was uns wahnsinnig glücklich und stolz macht. Denn jeder einzelne Preis bekräftigt uns in unserem Vorhaben und zeigt uns, dass wir mit unserem Produkt den richtigen Weg eingeschlagen haben. Im März diesen Jahres haben wir unsere jüngste Auszeichnung feiern können. Das BMU und der BDI haben uns den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) verliehen. Auch dieser Preis hat uns wieder viel PR und Anerkennung eingebracht. Zudem konnten wir diesen Award-Erfolg super für unsere kommunikativen Maßnahmen nutzen, was in der Tat sehr förderlich ist. So haben wir zum Beispiel zusammen mit dem IKU-Preis und dem Preisgeld, auch einen tollen Kurzfilm erhalten, welcher auf unserem LinkedIn Profil zu finden ist.

Habt ihr in Zukunft vor ins Ausland zu expandieren?

Das sind wir bereits, wenn auch aktuell nur in der Schweiz. Mittelfristig wollen wir den DACH-Raum weiter erschließen und langfristig auf europäischer Ebene unser Produkt anbieten. Aber aktuell sehen wir im deutschsprachigen Raum noch sehr viel Potenzial für uns, weswegen wir uns auf dieses Gebiet erstmal fokussieren. Dennoch verfolgen wir unser ambitioniertes Ziel, in einigen Jahren zum europäischen bzw. weltweiten Climate-Champion aufzusteigen, damit wir unseren Klimaschutz-Beitrag noch stärker ausbauen können. Für die Reise dorthin, freuen wir uns über viele neue Kontakte, Partner, Teammitglieder und Supporter, die mit uns gemeinsam das Klima schonen wollen.

 

Bilder: vilisto

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Vera Kluck
Über Vera Kluck 44 Artikel
Kommunikation und Marketing. Redakteurin bei Gruene-Startups.de.

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