“Mode und Nachhaltigkeit lässt sich definitiv vereinen” – Grüne Sneaker von TURNS

Ein Interview geführt von der Grüne-Startups-Redaktion

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INTERVIEW | TURNS will nachhaltige Schuhe für jedermann produzieren. Die Gründerin Katja Wagner kennt sich mit der Textilbranche aus und hat in über zehn Jahren Berufserfahrung besonders die Schattenseiten kennengelernt. Daraus entstand der Wille, etwas tun zu müssen. Mit den Schuhen will TURNS gegen schlechte Arbeitsbedingungen und umweltschädliche Produktion vorgehen. Und wie genau sie das schaffen, erzählt uns Katja Wagner im Interview.

Modell 00 von TURNS

LifeVERDE: Dein Startup gibt es ja noch nicht lange. Stell TURNS doch einmal kurz vor.

Katja Wagner: TURNS – abgeleitet vom Wort ‘Turnschuhfabrik’ wurde mit dem Ziel gegründet, nachhaltige Sneaker für jeden Tag zu produzieren. Unter fairen Arbeitsbedingungen mit den Kernwerten Transparenz in der Kommunikation, Nachhaltigkeit im Produkt und Bodenständigkeit beim Wirtschaften. Das anfängliche Ziel einer deutschen Produktion mussten wir im September 2020 aus verschiedenen Gründen verwerfen. So entstand aber eine tolle Partnerschaft mit unserem Produktionspartner in Portugal, der sowohl Komponenten als auch die kompletten Schuhe für uns aus einer Hand produziert.

Welche Erfahrung oder welcher Umstand hat dich dazu motiviert, TURNS zu gründen?

Seit meinem Schulabschluss vor 12 Jahren arbeite ich bei Textilunternehmen und habe viel hinter die Kulissen blicken dürfen. Der Anblick der Arbeitsbedingungen und die Komplexität der Lieferketten ließen mich oft an der Güte von Produkten zweifeln. Dass ein Verkaufspreis wenig mit den Arbeitsbedingungen und der Qualität des Produktes zu tun hat, dass auch ein Zertifikat nicht zwingend bessere Bedingungen sicherstellt und dass ein normaler Konsument kaum die Möglichkeit hat, zwischen gutem Marketing und wirklich guten Arbeitsbedingungen zu unterscheiden,  haben mich wütend gemacht.

Wie und woraus werden die Sneaker hergestellt?

Unser Ziel ist, möglichst viel recyceltes Material zu verwenden und unsere Produkte auch kreislauffähig zu gestalten. Für den Anfang haben wir uns für ein Schaftmaterial aus 60% recycelter Baumwolle und 30% recyceltem Kunststoff für die Sohle entschieden. Unsere Damenhandtasche, die wir gerade noch entwickeln, wird aus Apfelleder sein – wir werden viele alternative Materialien testen und somit neue Wege in Sachen Zutateneinkauf gehen.

TURNS sind lässig, modisch und umweltbewusst. Würdest du eure Zielgruppe ähnlich beschreiben?

Auf jeden Fall! Wir stehen auf lässige Menschen, die Lust an modischen Produkten haben, dabei aber gerne ein Auge auf ihren Konsum werfen. Mode und Nachhaltigkeit lässt sich definitiv vereinen.

Wie hast du TURNS finanziert?

TURNS ist komplett aus meinen Eigenmitteln finanziert. Die Crowdfunding Kampagne war ein wichtiger Meilenstein, um vor allem die richtigen Größen für die ersten Kunden zu bestellen und damit das Risiko eines falschen Größenschlüssels zu minimieren. Anfragen von Investoren liegen mir vor – jedoch möchte ich hier die Richtigen finden. Ganz nach dem Prinzip Bodenständigkeit muss der Investor sowohl zu meinen Werten passen als auch eine gewisse Risikofreudigkeit mitbringen.

Die Sneaker müssen ja auch zu ihren Käufer*innen kommen. Wie sieht es mit dem Thema Nachhaltigkeit beim Transport aus?

Von Portugal aus werden die Schuhe per LKW ins Versandlager nach Ansbach transportiert. Aufgrund der kleinen Mengen ist ein anderer Transportweg für uns bis dato nicht möglich. Der Käuferkreis rund um Ansbach wird per Lastenrad beliefert, die anderen Käufer mit DHL go green. Hierzu sei angemerkt, dass die CO2 Emissionen, die durch die Sneaker entstehen, zum Großteil auf die Produktion der Materialien zurückzuführen ist. Um einen wirklichen Impact zu erzeugen, müssen wir den Fokus als Erstes auf die Kompensation der Produktherstellung legen. Hier sind wir gerade dabei eine Kooperation mit einem Projekt für CO2 Ausgleich einzugehen.

Wo siehst du TURNS in einem Jahr?

TURNS hat in einem Jahr eine wesentlich höhere Bekanntheit, insbesondere über die fränkischen Grenzen hinweg. Mit drei Kollektionen im Jahr werden wir unseren Kunden ein tolles, modisches Angebot machen können, dass über Schuhe hinaus geht. In Sachen Produkt werden wir noch bessere Materialien gefunden haben – die vielleicht sogar schon kreislauffähig sind; in Sachen Wirtschaften werden wir einen gewissen Grundumsatz erreichen, der uns ein bisschen mehr Planungssicherheit und damit auch Entwicklungsfreiheit verschafft. Wir freuen uns auf all die spannenden Ereignisse!

Instagram Foto von myturns.eu

Vielen Dank für das Interview, Katja! 

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne TURNS stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare – wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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Bilder: TURNS

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