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Menstruation – Vom Rand in die Mitte der Gesellschafft

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Nicole Doberstein; Photography; Portrait; People, Product; Beauty; Fashion

Das Thema weiblicher Körper findet immer mehr Anklang in der Gesellschaft. Dieses Startup schafft mit ihren Periodenprodukten mehr Bewusstsein für Menstruation & Nachhaltigkeit.

Die KORA MIKINO Gründerin Julia produziert mit ihrem Team Periodenprodukte aus einem einfachen Grund: Mangelndes Angebot an nachhaltigen und komfortablen Menstruationsprodukten. Gerade weil das Thema Nachhaltigkeit für das Unternehmen eine Herzensangelegenheit ist, werden Produkte nicht als Marketingmaßnahme reduziert, damit Kunden nur kaufen wenn tatsächlich Bedarf besteht. Erfahre außerdem im Interview was für Erfahrungen Julia in der konservativen Geschäftswelt machen musste.

Gruene-Startups.de: Lisa, bitte stell uns einmal KORA MIKINO vor.
Lisa Knüver: Wir sind ein von Frauen geführtes Femcare-Startup und produzieren fair hergestellte und nachhaltige Menstruations-Panties. Unser Ziel ist die Enttabuisierung der Periode – eigentlich aller weiblicher Körperflüssigkeiten – und das mit einem super bequemen, veganen und wiederverwendbaren Produkt.

Bild: KORANIKINO

Was ist das Alleinstellungsmerkmal der KORA MIKINO Periodenunterwäsche?
Wir produzieren regional auf der schwäbischen Alb und im europ. Umland in zertifizierten Betrieben. Wir streben Klimaneutralität an und passen unsere Panties stetig an, um noch weniger Müll zu produzieren. Wir entwickeln alle Neuprodukte in Co Creation mit unserer Community. So stellen wir sicher, dass wir nur die Produkte auf den Markt bringen, die die Menschen auch wirklich brauchen und tragen wollen.

Auf eurer Website kann man lesen „Wir lieben Nachhaltigkeit“. Wie macht sich das bei KORA MIKINO bemerkbar?
Neben oben genanntem versuchen wir permanent alle internen und externen (Liefer-) Prozesse zu optimieren. Wir arbeiten an einer nachhaltigeren Verpackung und sind extrem transparent, was unsere Größen und Passformen angeht, damit wir so wenige Retouren wie möglich haben. Wir rabattieren unsere Produkte nicht, um zum Kauf anzuregen. Wir wollen, dass nur bei uns gekauft wird, wenn auch echter Bedarf dahinter ist.

Ihr​ seid nominiert für den deutschen Nachhaltigkeitspreis 2021. Was glaubst du, hebt euch von den anderen Nominierten Unternehmen ab?
Leider sind wir nicht in die nächste Runde gekommen 🙂 Aber allein die Nominierung hat uns krass gefreut und zeigt uns ganz klar, dass das Thema Periode langsam aber sicher in den Mainstream überschwappt. Meiner Meinung nach, waren wir von allen Nominieren das Unternehmen mit der besten Vision und dem tollsten Produkt – aber ich entscheide das ja leider nicht!

Bild: KORAMIKINO

Die Geschäftswelt ist ja zu einem großen Teil noch ziemlich konservativ. Im Gegensatz dazu ist eure Geschäftsidee modern und innovativ. Gab es in der Vergangenheit deshalb Hürden, die ihr auf euch nehmen musstet?
Klar, die gibt es immer wieder. davon kann unsere Gründerin Julia ein Lied singen. das beginnt schon mit Meetings wo auf “den Chef” gewartet wird, weil den Leuten nicht klar ist, dass Julia die Chefin ist 🙂 Inzwischen können wir aber ganz gut damit umgehen und sind es gewohnt, unser Produkt jedem Publikum schmackhaft zu machen.

Welche Trends und Entwicklungen im Bereich Periodenprodukte findest du momentan besonders spannend?
Ich finde die ganzen Panty-Anbieter natürlich cool, weil es zeigt dass da einfach ein Markt für nachhaltige und wiederverwendbare Produkte ist. Ich hoffe dass Tampons und Binden, also alle Wegwerfprodukte, bald ein Ding aus der Vergangenheit sind!
Die ganzen DIY Sachen sind auch spannend: kleine Kollektive, die ihre wiederverwendbaren Binden selbst nähen und dann auf dem Flohmarkt verkaufen – that’s the spirit!

Was war der Beweggrund bzw. die Beweggründe nachhaltige Menstruationswäsche zu vertreiben?
Julia hat das Unternehmen aus dem eigenen Bedarf heraus gegründet. Ihr fehlte so ein Produkt auf dem deutschen Markt und sie wollte die riesigen Müllberge der konventionellen Produkte nicht mehr akzeptieren und ein Teil davon sein. Eine Umfrage unter 800 Frauen* hat dann ergeben: ja, es besteht Bedarf an nachhaltigen Periodenpanties! Da gab es für sie kein Zurück mehr!

Und was treibt euch weiter an?
Ganz klar: wir wollen bis 2025 Marktführerinnen für nachhaltige Periodenprodukte werden und unser Portfolio weiter ausbauen. Das Ende von Period Poverty ist unsere Herzensangelegenheit, für die wir im Rahmen unseres Period Pledge kämpfen. Dafür haben wir die Technologie zur Herstellung unserer Panties via Open Source für NGO’s zugänglich gemacht. Momentan schneidern Frauen* auf Sumatra, Sansibar, in Uganda, und der kolumbianischen Wüste ihre Panties mit unseren Schnittmustern. Das macht uns wahnsinnig stolz!

 

Bilder: KORAMIKINO

 

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