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memoresa verbannt Aktenordner aus Deutschlands Regalen

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Wo ist denn das Abiturzeugnis, der Sozialversicherungsausweis oder der Mietvertrag nochmal? Wäre es nicht schön, eine sichere Datenplattform zu haben, auf der unkompliziert Unterlagen aller Art abgelegt werden können?

Doch genau so eine Plattform gibt es bereits: memoresa. Das Startup hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Ordnungs-Problem von Dokumenten und der zusammenhängenden Papierverschwendung entgegenzuwirken. Mit der Datenplattform ist es jetzt für User*innen möglich, Dokumente übersichtlich zu digitalisieren. Elisabeth Kropp erzählt uns in diesem Interview wie es zur Gründung von memoresa kam und wie die politische Situation in Bezug auf den massiven Papierverbrauch ist.

Grüne-Startups: Elisabeth, bitte verrate uns einmal was genau memoresa ist und wofür der Name steht.

Elisabeth Kropp, PR & Öffentlichkeitsarbeit  memoresa

Elisabeth Kropp: memoresa ist eine Datenplattform, die das digitale Ablegen von Unterlagen unterstützt und eine Nutzungsführung mit Überblick bietet. Egal, ob Fitnessstudio-Unterlagen, Mietverträge oder Regelungen zu Vertragskündigungen – wir wollen die kompetente Alternative zum klassischen Aktenordner sein. Dazu nehmen wir unsere Kundinnen und Kunden virtuell an die Hand und leiten sie durch unser Portal. An welchem Punkt im Leben stehst du gerade? Wobei bist du überfordert und wie kann dir eine strukturierte Auseinandersetzung mit dem Thema helfen? Daraus liest sich: wir arbeiten kundenorientiert. Es kann manchmal eine Herausforderung sein, die Bedürfnisse der Zielgruppe zu erkennen – aber die Bemühungen können sich echt lohnen!

Steffen Stundzig, Co-Founder und Chief Technology Officer memoresa

Achja und der Name entstand beim Familienabendessen. Die Tochter unseres Chefs Steffen Stundzig hat am nächsten Tag eine Lateinklausur geschrieben und gemeinsam haben sie über das Wort memoriae – Erinnerung auf Deutsch – gefachsimpelt. Der Wortstamm ist also lateinisch und resa war einfach eine Idee, wie es enden könnte. Wichtig dabei ist natürlich, dass es ein griffiger Begriff ist, den man sich merken kann. Das ist ihnen damit gelungen, finde ich.

 

Was ist der Unique Selling Point von memoresa?

Wir sind aktuell die einzigen in Deutschland, die ein digitales Nachlassmanagement anbieten. Dabei geht es zum einen darum, unseren Nutzerinnen und Nutzern zu helfen, alle wichtigen Unterlagen für die Zeit nach ihrem Tod zusammenzutragen. Aber auch zu Lebzeiten wollen wir Menschen dabei helfen, Struktur in ihre Angelegenheiten zu bringen. Die meisten Menschen haben keine Lust, sich mit ihren Dokumenten, Verträgen und Urkunden auseinanderzusetzen. Der Stapel wächst und wächst und landet irgendwann in einer Schublade. Das wollen wir ändern – deswegen ist unsere Datenplattform möglichst selbsterklärend und offen gestaltet. Mit unserem Portal helfen wir unseren Nutzerinnen und Nutzern dabei, Struktur und Ordnung in ihren Angelegenheiten zu finden. Wir wollen zeigen, dass man mit seinen Unterlagen einen smarten Umgang finden kann, der selbstbestimmt ist und Spaß macht. Wenn man für das Management der eigenen Daten memoresa nutzt, dann kriegt man von uns die Sicherheit, dass die Daten DSGVO-konform und mit Zweifach-Autorisierung nach aktuellem Standard geschützt werden: das Vertrauen unserer Nutzerinnen und Nutzer hat bei uns oberste Priorität!

 

Bitte erzähle unseren Leser*innen einmal wie memoresa entstanden ist. Wie habt ihr zueinander gefunden?

Es begann alles mit unserem einen Chef, Steffen. Er hatte vor einigen Jahren einen schweren Fahrradunfall, den er nur durch schnelles Handeln der Notärzte überlebte. Dieser Moment und die Zeit danach hat ihn auf die Idee für memoresa gebracht.

Jörg Schädlich, Co-Founder und Chief Financial Officer memoresa

Er wollte für seine Familie vorsorgen und alle Unterlagen in Ordnung bringen – damit sie sich darum nicht kümmern müssen, falls Steffen nochmal etwas passieren sollte. Das klingt alles ein wenig dramatisch, aber so ist die Idee für memoresa entstanden. Es ist Steffen nämlich bewusst geworden, dass es kein Speichermedium mit den Features gab, das nach seinen Wünschen und für diesen Fall ausgelegt ist. Zusammen mit Jörg Schädlich wurde 2019 memoresa ins Leben gerufen. Mittlerweile sind wir auf 15 Personen mit verschiedenen Talenten und Sprachen angewachsen, Tendenz steigend. Was uns vereint ist die Vision, den analogen Aktenordner aus dem Regal zu verbannen! Es gibt 2020 so viele gute Möglichkeiten ihn zu ersetzen – man muss sie nur nutzen!

 

Das ihr mit memoresa der Verschwendung von Papier entgegenwirkt liegt auf der Hand. Daher meine Frage: Was bedeutet unabhängig davon Nachhaltigkeit für euch?

Wir leben in einer Zeit, in der unsere Umwelt kurz vor dem Kollaps steht. Das ist nicht erst mit den flächendeckenden Bränden im Amazonas und den Bildern von abgemagerten Eisbären klar. Umso irrationaler und unverständlicher ist es gerade für uns junge Leute im Büro, dass bis heute so wenig gegen die Klimakrise getan wird. Politisch, aber auch wirtschaftlich – wir müssen Angebote schaffen, die nachhaltig und gleichzeitig attraktiv sind.

Muss ich als User*in bestimmte Dokumente trotz der Digitalisierung aufbewahren oder kann ich nach dem Digitalisieren das Papier in die Tonne schmeißen?

Lebensversicherungspolicen, Notarverträge, Bürgschaftsurkunden und Testamente – das sind die einzigen Dokumente in Deutschland, die als Original vorliegen müssen. Alles andere kann als Kopie und damit als digital abgelegtes Dokument gespeichert werden. Und hier ein kleiner Tipp von Jörg: Notare und Versicherungen sind im Notfall dazu verpflichtet, Zweitschriften zu erstellen…
 

Wie ist die politische Situation in Bezug auf Papierverschwendung? Gibt es von Seiten der Politik ein Bewusstsein dafür?

Die kurze Antwort: jein. Alle Unterlagen für die Coronahilfen wurden digital verschickt, da lief nichts per Post. Auf Nachfrage lassen sich manche Behörden auch sonst auf PDFs ein. Aber eine wirkliche Bewegung lässt sich aus unserer Sicht nicht erkennen. Deutschland ist ja auch nicht ohne Grund unter den Top 2 der Länder mit dem weltweit höchsten Papierverbrauch seit Jahren. Die Bundesrepublik bekennt sich zwar offen zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung, die primär an Unternehmen gerichtet sind, aber die Verantwortung liegt nach wie vor bei den Unternehmen selbst, sich in dem Bereich zu sensibilisieren.
 

Was ist eure Vision und was habt ihr für Wünsche für die Zukunft?

Wir wollen der digitale Aktenordner sein, der Struktur und Überblick bietet und der digitale Notfalltresor, der im Fall der Fälle Angehörige unterstützt und entlastet.

 

Vielen Dank für das Interview Elisabeth!

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Mehr innovative Ideen findest du hier: Das ist die erste nachhaltige Crowdfunding-Plattform Deutschlands

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Bilder: memoresa, unsplash

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