Erbsendrink statt Kuhmilch – gesunder und nachhaltiger Genuss von vly

Ein Interview geführt von der Grüne-Startups-Redaktion

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INTERVIEW | Die Auswirkungen von Kuhmilch sind nicht jedem bewusst. Vly Gründer Nicolas klärt uns im Interview auf und zeigt die Vorteile der Erbsenproteine.

Nicolas Hartmann – Gründer von vly

Milchersatz aus Erbsen – kann das funktionieren? Ein Blick durch den Supermarkt zeigt, dass es bereits eine stattliche Auswahl an Milchalternativen gibt. Jedoch ist vly der Vorreiter, wenn es um Milchersatz aus Erbsen geht. Nicolas Hartmann ist einer der drei Gründer von vly und verrät uns im Interview, wie der Erbsendrink so cremig und proteinreich wird und was ihn außerdem besonders macht.

Grüne Startups: Für die User*innen, die vly noch nicht kennen, stell euer Startup doch mal kurz vor.

Nicolas Hartmann: Ich habe vly 2018 zusammen mit meinen Freunden Niklas Katter und Moritz Braunwarth gegründet. Unsere Mission: gesunde Milchalternativen ohne Kompromisse im Geschmack. Dank Erbsenprotein sind die Produkte von vly proteinreich und zuckerfrei, schmecken cremig-lecker und lassen sich perfekt aufschäumen. Wir forschen, entwickeln und produzieren in Deutschland. Kaufen kann man vly seit 2020 in großen Supermarktketten und in unserem eigenen Online-Shop. Wir wachsen rasant: Bis Ende des Jahres wollen wir zahlreiche Neuprodukte launchen und die Zahl der Mitarbeiter auf 35 verdoppeln.

Mittlerweile gibt es ja jede Menge pflanzliche Alternativen zu Kuhmilch. Was macht Erbsenprotein so besonders?

Vly toppt nicht nur Kuhmilch, sondern auch andere Pflanzendrinks in Sachen Geschmack, Nährwerte und Nachhaltigkeit. Die Liste der Vorteile ist lang: Ein nussig-süßlicher Geschmack, der kein bisschen an Erbse erinnert. Mehr Protein, weniger Fett und Kalorien als in Kuhmilch und – je nach Sorte – wenig bis null Zucker. Wobei Zucker keinem der drei Drinks zugesetzt wird: die Süße bei „Original“ und „Barista“ stammt vom Reis. Vly kommt ohne Allergene wie Laktose, Soja, Nüsse und Gluten aus. Und Protein aus Erbsen ist viel umweltfreundlicher: Im Vergleich zu Kuhmilch fällt bei der Herstellung nur ein Sechzehntel CO2 an, man braucht nur ein Fünftel der Anbaufläche und viel weniger Wasser. Hinzu kommt: Erbsen weisen nicht nur eine hervorragende CO2-Bilanz auf, sondern binden auch Stickstoff. Das steigert die Bodenqualität und macht künstlichen Dünger überflüssig.

Wie wird euer Erbsendrink hergestellt?

Wir verwenden gelbe Spalterbsen aus Nordfrankreich. Produziert wird vly in einer Molkerei in Nordrhein-Westfalen. Zunächst werden die Erbsen mit Wasser angemischt und vermahlen. Eine Zentrifuge trennt dann Stärke und Fasern vom Erbsenprotein. Schließlich wird die Erbsenproteinlösung getrocknet und das reine Erbsenprotein bleibt als Pulver übrig. Das Pulver landet dann in der Molkerei und wird mit Wasser und anderen Zutaten angemischt: Reis soll das Süße der Laktose ersetzen, Rapsöl sorgt fürs Fett. Wir mischen auch noch Mikronährstoffe hinzu wie Vitamin B12, Kalzium, Magnesium oder Selen.

Woher kommt das Know-how, euer Produkt zu entwickeln und herzustellen?

Mein Mitgründer Moritz ist Lebensmitteltechnologe und hat an der Technischen Universität Berlin studiert. Ich selbst bin Ernährungsberater für vegane Profisportler. Zwei Jahre lang haben wir zusammen in den Laboren der Uni an verschiedenen pflanzlichen Milchalternativen geforscht, finanziert mit Erspartem und einem Exist-Gründerstipendium. Dabei sind wir auf die Erbse gekommen: mit ihr ist die Cremigkeit möglich, die Verbraucher von Tiermilch gewohnt sind. Die Hülsenfrucht lässt sich lokal anbauen und enthält viel Eiweiß. Bei der Entwicklung arbeiten wir eng mit Konsumenten zusammen, die unsere Neu-Kreationen testen und auch zu bestehenden Produkten direktes Feedback geben. Mit unseren Produkten ist es wie mit dem iPhone – wir machen sie immer besser. Die jeweilige Versionsnummer steht hinten auf der Packung.

Nicolas (vorne) und Mitgründer Moritz Braunwarth im vly Lab

Wo können Interessierte vly bekommen?

Vly gibt schon bei Rewe, Edeka und Rossmann sowie in unserem Online-Shop: www.vlyfoods.com

Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit bei der Verpackung und den Lieferungen aus?

Nachhaltigkeit ist uns extrem wichtig. Die Verpackung besteht zu 82 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Deckel beispielsweise sind aus Zuckerrohr. Unser Ziel ist es, möglichst bald hundert Prozent zu erreichen. Wir produzieren außerdem in Deutschland, um lange Transportwege zu vermeiden. Und unser Online-Shop versendet klimaneutral.

Auf welche Neuheiten können sich Kund*innen in Zukunft noch freuen? Vielleicht eine neue Geschmacksrichtung?

Für September ist ein Schoko-Drink geplant. Aber auch Quark und Joghurt sind in der Entwicklung, wir haben dafür Forschungsfördergelder in Millionenhöhe bekommen. Bis Ende des Jahres wollen wir zehn neue Produkte auf den Markt bringen. Wir verkosten wöchentlich die verschiedenen Prototypen – vieles ist schon nahe der Marktreife.

Die drei Gründer (v.l.) Niklas Katter, Nicolas Hartmann und Moritz Braunwarth.

Vielen Dank für das Interview, Nicolas! 

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne vly stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare – wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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Fotos: vly

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