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Dieses klimaneutral produzierte Filmprojekt regt zum Umdenken an

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Das Filmprojekt “THE STORY OF A NEW WORLD”, welches erst von der Fridays for Future Bewegung handeln sollte, zeigt weltweite Lösungsansätze gegen den Klimawandel. Johanna erzählt im Interview, wie man einen Film klimaneutral produziert, wie zudem Menschen aus dem globalen Süden ermöglicht wird, den Film ebenfalls zu sehen und was ihre Visionen sind.

Das Thema Klimawandel ist aktuell präsenter denn je – Zurecht! Doch ist der erhobene Zeigefinger der beste Weg, um ein nachhaltiges Bewusstsein für die Thematik zu schaffen? Das funktioniert wahrscheinlich nur bedingt. Doch der Ansatz des Filmprojekts “FRIDAY – THE STORY OF A NEW WORLD” sieht unkonventioneller, lösungsorientierter aus. Durch Dramaturgie und anhand einer spannenden Storyline wird das Thema interessant transportiert. Im Interview erhalten wir aufschlussreiche Einblicke in die Filmbranche, zur Nachhaltigkeit und Inspiration aus Johannas Treffen mit Greta Thunberg, welches sie zum Kreieren des Films motivierte.

 

Gruene-Startups.de: Hallo Johanna, bitte erzähle unseren Leser*innen kurz etwas zu eurem Filmprojekt “THE STORY OF A NEW WORLD (AT)“.

Johanna Jaurich: Wir starten gerade ein Impact Filmprojekt, was es so noch nie gegeben hat. Mit THE STORY OF A NEW WORLD (AT) vereinen wir dokumentarische Inhalte und eine Spielfilmdramaturgie und zeigen weltweite Lösungen für die Klimakrise und welche Kraft in jedem/jeder von uns steckt, den nachhaltigen Wandel mitzugestalten. Bei unserer Crowdfunding-Kampagne auf Startnext kann man sich schon jetzt Tickets für den Film sichern, der im Winter 2021 mit tausenden lokalen Aktionsveranstaltungen in die Kinos auf vier verschiedenen Kontinenten kommen soll. Gleichzeitig wird mit der Kampagne die klimaneutrale Produktion ermöglicht und das Beste daran: Ein verkauftes Ticket beinhaltet vier weitere kostenfreie Tickets für Menschen im globalen Süden. Die Klimakrise geht uns alle etwas an, deshalb soll auch jeder Zugang zu den Lösungen erhalten.

Wie kam die Idee zum Film zustande? 

Im Februar 2019 habe ich Greta Thunberg in Schweden besucht (mit dem Zug natürlich) und schnell stellten wir fest, dass FridaysforFuture keine einmalige Sache ist, sondern eine weltweite Umweltbewegung in Gang gesetzt hat. Deshalb war das Projekt auch zuerst als Film über FridaysforFuture geplant. Doch COVID-19 hat auch uns zum Stillstand gezwungen und so hatten wir Zeit, das Filmkonzept weiterzuentwickeln. Straßenproteste sind nur ein Baustein zur Lösung, es geht auch um politische Maßnahmen, um technische Ansätze und vor allem um einen inneren Wandel im Menschen. So entschieden wir den Film weiterzuentwickeln und die „Geschichte einer neuen Welt“ zu erzählen, wie wir dort hinkommen, was wir dafür schon längst in uns tragen – und das Ganze in einem einzigartigen doku-fiktionalen Ansatz gepaart mit einer weltweiten Impact- und Klimabildungs-Kampagne.

Fridays Johanna Carl
Bild: FRIDAYS

Ihr finanziert das Filmprojekt komplett unabhängig und eigenständig. Wie funktioniert das und wieso habt ihr euch dafür entschieden?

So haben wir auch unsere bisherigen Kinofilme DIE 4. REVOLUTION und POWER TO CHANGE finanziert – über die Kraft der breiten Masse. Unserem Selbstverständnis nach machen wir Filme von und für die Gesellschaft: Uns unterstützen Privatpersonen, nachhaltige Unternehmen, NGOs, Stiftungen, die MFG Filmförderung Baden-Württemberg und Klima-Initiativen. Mit THE STORY OF A NEW WORLD (AT) gehen wir sogar noch einen Schritt weiter und ermöglichen über unser derzeit laufendes Crowdfunding auf Startnext jedem Menschen bereits ab 20€ dabei zu sein. Indem sich jeder schon heute Tickets im Vorverkauf sichern kann, wird die klimaneutrale Herstellung des Films gewährleistet und die weltweite Impact Kampagne vorangebracht. Das ist für uns auch ein politisches Werkzeug, denn so können wir weiterhin unabhängig arbeiten und nachhaltige Visionen in die Welt tragen.  

Der Film wird klimaneutral produziert. Wie kann ich mir das vorstellen?

Mit THE STORY OF A NEW WORLD (AT) sind wir eine von 100 Produktionen der Green Shooting Initiative der MFG, die zeigt, dass sich Nachhaltigkeit und Kreativität nicht ausschließen, sondern beflügeln können. Für uns heißt das konkret, dass wir ausschließlich energiesparende Technik einsetzen, uns vegetarisch und vegan ernähren, innerhalb Mitteleuropas ausschließlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Elektroauto von Co-Regisseur, Produzent und Geschäftsführer Carl-A. Fechner reisen. Wir beziehen auch die soziale Komponente der Nachhaltigkeit in unsere Arbeit ein, indem wir nach New-Work-Prinzipien an unterschiedlichen Orten in Deutschland arbeiten, an denen wir glücklich sind. Zudem werden unsere Firmenräume mit Erneuerbaren Energien betrieben, um nur einige Beispiele zu nennen. Die nicht vermeidbaren Flugreisen für die internationalen Dreharbeiten versuchen wir so weit wie möglich zu reduzieren, was auch bedeutet, dass nur ein ganz kleiner Teil der Crew fliegen wird und wir mit Teams vor Ort zusammenarbeiten. Insgesamt werden alle durch das Projekt entstandenen CO2-Emmissionen kompensiert.

Fridays Logo
Bild: Fridays

Was bedeutet für euch persönlich Nachhaltigkeit? 

Nachhaltigkeit bedeutet für uns, dass wir uns in allem was wir tun, wie wir arbeiten, wie wir leben und wie wir als Team zusammenarbeiten, bewusstzumachen, wie wir das im Einklang mit der Natur und unseren Mitmenschen ressourcenschonend gestalten können. Leider müssen wir feststellen, dass wir nach wie vor in Systemen leben, die nachhaltiges Verhalten nicht unbedingt erleichtern oder begünstigen. Für uns heißt Nachhaltigkeit demnach auch mit unserer Arbeit Alternativen, Perspektiven, Chancen und Visionen aufzuzeigen und Menschen Zugang zu Bildung und Lösungen zu ermöglichen. Wir sind überzeugt, dass wir uns konstruktive Geschichten erzählen dürfen um den Weg aus dieser Menschheitskrise zu finden und dass alle Menschen in diese Geschichte einbezogen werden sollten. Auch das ist für uns gelebte Nachhaltigkeit, ein dynamischer, mitmenschlicher, emotionaler und globaler Prozess.

Gibt es in der Filmbranche grundsätzlich ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei der Produktion? 

Langsam aber stetig wächst auch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Filmbranche. Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg hat dazu auch den bereits erwähnten Green Shooting Arbeitskreis initiiert und bringt die Bemühungen in Deutschland maßgeblich voran. Ich finde, es ist an der Zeit, dass ProduzentInnen bei allen Projekten selbst auf mehr Nachhaltigkeit achten, was übrigens zum Teil auch viel günstigere Herstellungskosten mit sich bringen kann. Dabei ist Nachhaltigkeit nicht nur auf die Film- und Fernsehbranche beschränkt und auch nicht auf den Einzelnen. In der gesamten Medienbranche sollten politische Maßnahmen getroffen werden, die nachhaltiges Handeln begünstigen, um es zum neuen Normal werden zu lassen.

Bild: FRIDAYS

Was sind eure Ziele und Visionen mit “THE STORY OF A NEW WORLD (AT)”? 

Wir möchten mit THE STORY OF A NEW WORLD (AT) Menschen mit ihrer ureigenen, schöpferischen Kraft zum Wandel in Verbindung bringen. Wie kein anderes Lebewesen können wir uns die Zukunft vorstellen und antizipatorisch Handeln. Nur tun wir das im Alltag meiner Ansicht nach zu wenig. Wir sollten anfangen, uns die wirklich großen Fragen zu stellen und sie gemeinsam zu beantworten: Wie wollen wir 2030, 2050 leben? Wie kann eine Wirtschaft aussehen, die die natürlichen Ressourcen-Kreisläufe berücksichtigt und zum Wohle aller beiträgt? Wie kann weltweite Klimagerechtigkeit aussehen? Wie wollen wir uns ernähren, sodass 10 Milliarden Menschen davon leben können? Wie verstehen wir unser Verhältnis zur Natur und zu unseren Mitmenschen? Wir wollen mit diesem weltweiten Impact Filmprojekt Menschen für diese Themen sensibilisieren und sie in die Lage versetzen, ihre eigenen Antworten auf diese Fragen zu finden und sich mit anderen zusammenzuschließen, um ihre Visionen in die Tat umzusetzen. Wir glauben zutiefst an das Gute im Menschen und das wollen wir mit diesem Projekt verbildlichen – denn sobald wir anfangen uns als Teil dieser Geschichte zu begreifen, ergeben sich daraus notwendige Konsequenzen für unser Handeln und unsere geteilte Zukunft.

 

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Bilder. Fridays – The Story Of A New World

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