Ridesharing in Berlin – BerlKönig macht’s vor

Der Berlkšnig der BVG aufgenommen am 07.09.2018 in Berlin. Foto: BVG /Oliver Lang

Ridesharing bezeichnet man Fahrten, auf denen mindestens zwei Personen gemeinsam ein Fahrzeug nutzen, um einen Weg zurückzulegen. Fahren zwei Kollegen gemeinsam in einem Auto zur Arbeit oder zwei Freunde gemeinsam zu einer Feier, oder bucht jemand über eine Ridesharing Plattform, etwa Blablacar, eine Fahrt von Hamburg nach München, handelt es sich um Ridesharing. Dadurch wird einerseits die Umwelt weniger belastet, da ein Fahrzeug weniger Emissionen verursacht, also zwei. Für den Fahrer des Fahrzeugs, der meistens auch der Besitzer ist, bietet Ridesharing außerdem die Möglichkeit die Fahrtkosten mit anderen zu teilen. Im Idealfall verkürzt sich durch die Gesellschaft der Mitfahrenden die Fahrt.

Der Berlkšnig der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) aufgenommen am 07.09.2018 in Berlin. Foto: BVG /Oliver Lang

Fahrgemeinschaften und Mitfahrgelegenheiten sind bei den Deutschen ein beliebtes Verkehrsmittel. So geben zwischen Mai 2016 und September 2017, 10-16% der Befragten das Mitfahren in einem Fahrzeug als ihr Hauptverkehrsmittel an. So macht das Mitfahren in einem Fahrzeug in manchen Bundesländern den dritt größten Anteil bei der Verteilung der genutzten Hauptverkehrsmittel aus (Quelle: BMVI\ ©Statista).

Dem Trend des Ridesharing ist auch Uber gefolgt. Das US-Unternehmen hat sein Angebot von klassischen Fahrdienstleistungen schon längst weiterentwickelt. So kann ein Fahrgast beispielweise mit der Nutzung von UberPOOL Geld sparen, in dem er sich die Fahrt mit einem oder mehreren anderen Gästen teilt, die in die gleiche Richtung müssen. Eine ähnliche Möglichkeit bietet Ubers Angebot des ExpressPOOL, bei der der Fahrgast zu einem nahegelegenen Treffpunkt laufen muss, um seine Fahrgemeinschaft anzutreffen. Andere Angebote von Uber sind unter anderem UberBLACK und UberSUV als Luxusangebot und UberEATS als Restaurantlieferservice. Mit ihrem Angebot legt Uber 2017 weltweit 15 Millionen Fahrten am Tag zurück (Quelle: Roland Berger\ ©Statista 2018) und verbucht somit im Jahr 2017 einen Umsatz von 7,4 Milliarden US-Dollar (Quelle: Forbes; Uber; Bloomberg\ ©Statista 2018).

Ridesharing geht mit dem BerlKönig nun auch in Berlin. Der Unterschied zu Uber ist, dass man mit dem BerlKönig nur Ridesharing Fahrten machen kann und nicht, wie bei Uber, auch die Wahl hat eine Fahrt alleine zu buchen oder ein spezielles oder luxuriöses Fahrzeug anzufragen. Der BerlKönig ist ein Angebot der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und dem von den Unternehmen Mercedes-Benz und Via gegründeten Joint Venture ViaVan, einem Anbieter für Transportdienste auf Abruf. Der BerlKönig soll das Angebot des bestehenden ÖPNV erweitern, vor allem in den nächtlichen Stunden und für schlechter angebundene Stadtteile. Überzeugen kann der BerlKönig mit einem günstigen Preis, der durch die geteilte Fahrt ermöglicht wird, und gleichzeitig mit der Flexibilität eines eigenen Fahrzeugs. Außerdem schützt Ridesharing, also auch der BerlKönig, die Umwelt, in dem die Anzahl der Fahrzeuge auf der Straße reduziert werden.

Wie nutze ich den BerlKönig?

Die Nutzung des Ridesharing-Anbieters BerlKönig ist simpel und funktioniert über eine App. Der Nutzer lädt die BerlKönig-App herunter, die es sowohl für Apple als auch Android Geräte gibt, und gibt dort seinen Start- und Zielpunkt ein, diese müssen innerhalb des östlichen S-Bahn-Ringes, im Gesundbrunnen-, Michelangelokiez und Komponistenviertel, sowie in Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte oder Prenzlauer Berg liegen. Es gibt circa 5000 Haltestellen, an denen man in den bestellten BerlKönig einsteigen kann. Die Abholorte werden in der App angezeigt. ViaVans Technologie sorgt dafür, dass Fahrten in die gleiche Richtung zusammengefasst werden und bildet so die Fahrgemeinschaften, die dann zusammen im BerlKönig an ihre Ziele gebracht werden. Die Fahrzeuge des BerlKönigs sind von Mercedes-Benz, die zu 80% E-Fahrzeuge sind. Neben dem Umweltschutz durch die Reduzierung der Fahrzeuge aufgrund der zusammengeführten Fahrten, schont auch die Elektromobilität die Umwelt vor zusätzlichen Emissionen.

Wie viel kostet eine Fahrt mit dem BerlKönig?

Der Preis einer Fahrt liegt bei mindestens 4€ mit einem Kilometerpreis von 1,50€. Den Preis bekommt der Fahrgast schon bei der Buchung mitgeteilt, wie auch bei Uber. Anders als bei Uber, gibt es jedoch durch einen zusätzlichen Mitfahrer in der gleichen Buchung einen 50 %-igen Rabatt. Bezahlt werden kann in der App direkt, mit Kreditkarte oder per PayPal. Der BerlKönig liegt preislich zwischen dem ÖPNV und einem normalen Taxi, bietet dabei allerdings eine direktere Verbindung als der ÖPNV, aber gleichzeitig den gleichen Komfort wie ein Taxi an.

Uber, BerlKönig & Co.

Die Taxibranche sieht neue Fahrtdienstleister oft kritisch und protestierte bereits bei der Einführung von Uber in manchen Städten, teilweise erfolgreich. So wird Uber in Deutschland überwiegend verboten, da die Uber-Fahrer oft keine Taxilizenz besitzen, die in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben ist. Auch der BerlKönig könnte vielen Taxifahrern ein Dorn im Auge sein, da sie den BerlKönig als Konkurrenz wahrnehmen. Die BVG versichert jedoch, dass der BerlKönig keine Konkurrenz zu dem klassischen Taxiservice darstellen, da zum einen eine andere Nutzergruppe angesprochen wird und zum anderen eine Ergänzung zum ÖPNV-Angebot sein soll. Außerdem können die Fahrzeuge des BerlKönigs nicht auf der Straße heran gewunken, sondern nur vorbestellt werden. Es handelt sich schließlich um einen Fahrtdienst auf Abruf. Ob die Taxifahrer Berlins damit beruhigt sind, bleibt fraglich.

Nachhaltigkeit durch Ridesharing

Der BerlKönig bietet durch sein Ridesharing-Angebot günstige Fahrten mit Komfort. Nebenbei schonen die Nutzer des BerlKönigs die Umwelt, da weniger Emissionen verursacht werden durch die Reduzierung der Fahrzeuge auf den Straßen. Für eine Großstadt wie Berlin ist das eine Möglichkeit, den Verkehr und die Staus zu verringern und somit die Lebensqualität zu steigern. Die Berliner nehmen das Angebot des BerlKönig gerne an, so werden bereits mehr als 100.000 Fahrten in den ersten 100 Tagen, in denen der BerlKönig im Einsatz ist, zurückgelegt.

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