Rasant unterwegs mit elektrischen Tretrollern

Das E-Scooter Sharing ist der neuste große E-Mobility Trend aus den USA. Die Nutzung eines elektrischen Tretrollers wird einfach per App freigeschaltet und nach Abschluss der Fahrt auch über die App bezahlt. Mit den E-Scootern gelangst du mit circa 25 km/h an dein Ziel. Der Preis, um mit so einem elektrischen Tretroller die Stadt unsicher zu machen, beträgt pauschal um 1$ für die erste halbe Stunde und danach ein paar Cent pro gefahrenen Kilometer bzw. gefahrene Minute.

E-Scooter von Bird und Lime

Die größten Anbieter derzeit in den USA sind etwa Bird und Lime. 2017 gegründet, bietet das Start Up Bird schon in 30 US-amerikanischen Städten, sowie in Paris, seinen E-Scooter Sharing-Dienst an. Seit dem Gründungsjahr haben Investoren schon 363 Millionen Euro in das Start Up hineingesteckt. Auch das US-amerikanische Start Up Lime wurde 2017 gegründet, bietet zunächst aber einen Fahrrad-Sharing-Dienst an. Elektrische Tretroller kommen im darauffolgenden Jahr dazu. In Lime werden insgesamt 409 Millionen Euro investiert. Auch Lime expandiert zunächst mit Paris und Zürich nach Europa. Beide Start Ups erhoffen sich durch das erste Angebot in Europa Fuß zu fassen, um auch in weiteren europäischen Städten E-Scooter anzubieten.

In Deutschland ist es noch ein holpriger Weg

In Deutschland sind die elektrischen Tretroller derzeit noch verboten, sodass auch ein E-Scooter Sharing-Anbieter seinen Service hier momentan noch nicht anbieten kann. Bisher soll der elektrische Tretroller in die „Fahrzeugklasse der Elektrokleinstfahrzeuge“ eingeordnet werden. Um einen E-Scooter zu fahren, muss ein Fahrer mindestens 15 Jahre alt sein, eine Fahrerlaubnis, etwa in Form eines Mofa-Führerscheins oder normalen Führerscheins, besitzen. Bei einem Tempo von 20 km/h darf ein E-Scooter auf dem Fahrradweg oder der Straße fahren. Einer Verordnung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, werden außerdem weitere Vorschriften für E-Scooter aufgelistet, unter anderem zwei voneinander unabhängige Bremsen, Blinker und eine Klingel. Zudem muss der E-Scooter über eine Versicherungsplakette verfügen. Sobald die Verordnung verabschiedet wird, können auch auf deutschen Straßen, und Fahrradwegen, die E-Scooter ihr Unwesen treiben. 

3,2,1 Los für E-Scooter in Deutschland

Deutsche Unternehmen und Start Ups sind längst bereit für die E-Scooter Revolution. Auch BMW Motorrad steht in den Startlöchern und wartet die Gesetzesänderung ab, mit ihrem neuen elektrischen Tretroller X2City. Der X2City ist für Wege gemacht, die nicht mit dem Auto oder Motorrad erreichbar sind. Bis zu 25 km/h kann der E-Scooter fahren, er ist leicht und kompakt, sodass man ihn auch zusammengeklappt in Bus und Bahn oder dem eigenen Fahrzeug mitnehmen kann. Eine Akkuladung hält maximal 35 Kilometer lang, je nachdem wie schnell man fährt. Der Akku reicht also für die Distanzen eines Tages aus. Nach 2,5 Stunden Ladezeit an einer normalen Steckdose über einen Außenladestecker, ist der X2City wieder fahrbereit. Auch dein Smartphone kannst du während der Fahrt an dem E-Scooter laden. Der X2City kostet 2.400 Euro. 

Auch die Firma Metz Mecatech, die eigentlich Kamerablitzlichtgeräte herstellt, produziert nun den E-Scooter Metz Moover. Der Akku des Metz Moover hält bis maximal 20 Kilometer. Auch den Metz Moover kann man problemlos zusammenklappen und so mit ihn die Bahn nehmen oder im Auto verstauen. Mit 16 Kilogramm ist der Metz Moover jedoch ein relativ schwerer Begleiter in der Bahn. Mit 2.000 Euro ist der E-Scooter von Metz Mecatech etwas günstiger als Modell von BMW Motorrad. Insgesamt ist das Unternehmen mit einer Bilanzsumme von über 12 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss von gut 181.000 Euro im Jahr 2017 positiv zu bewerten (Quelle: Bundesanzeiger). Metz Mecatech sieht großes Potenzial im Bereich der Elektromobilität und verschafft sich mit dem Metz Moover einen ersten Fuß in die Tür der E-Mobilitätsbranche.

Das Hamburger Start Up Walberg Urban Electrics geht mit der Marke Egret in das Rennen der E-Scooter-Revolution. Egret ist die unternehmenseigene Marke für E-Scooter. Den Egret-Ten V3 gibt es für 1.599 Euro zu kaufen. Er erreicht eine Geschwindigkeit von 30 km/h und hat eine Reichweite von 42 Kilometern. Der E-Scooter von Egret wiegt 17 Kilogramm. Der Akku des Egret-Ten V3 ist innerhalb von 6 Stunden wieder vollgeladen. Der Egret-Eight V2 ist für 1.199 Euro das etwas günstigere Modell. Dieses Modell wiegt nur 14 Kilogramm und fährt mit 28 km/h nur etwas langsamer als der Egret-Ten V3. Im Jahr 2017 beträgt die Bilanzsumme der Walberg Urban Electrics GmbH gut 900.000 Euro (Quelle: Bundesanzeiger). Walberg Urban Electrics sieht eine „elektromobile Zukunft“ und möchte mit ihren Produkten eine Alternative und Ergänzung zum ÖPNV ermöglichen. Mit den Egret E-Scootern sollen die Nutzer zuverlässig, emissionsfrei und kostengünstig von A nach B kommen.

Der Roller ist noch nicht abgefahren

Sobald die neue Verordnung verabschiedet ist, steht dem E-Scooter Trend auch in Deutschland nichts mehr im Wege. Unternehmen und Start Ups, die ihre elektrischen Tretroller auf der Straße präsentieren wollen stehen schon zahlreich mit entsprechenden Modellen in den Startlöchern. Wenn die elektrischen Tretroller jedoch weiterhin auf deutschen Straßen verboten bleiben, gestaltet sich der Weg zur E-Scooter-Revolution weiterhin holprig. Denn Unternehmen bleibt dann nichts anderes übrig, als sich im Ausland einen Markt aufzubauen. Damit verbaut sich Deutschland jedoch eine große Chance in der Branche der E-Mobilität Erfolge zu erzielen. Es bleibt für die Unternehmen also zu hoffen, dass es bald auch in Deutschland „volle Kraft voraus“ für die elektrischen Tretroller heißt.

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