Grüne digitale Startups verändern die Welt

18.04.2017 – ein Beitrag von Robert Plantus.

Die grüne Startup-Szene boomt. Obwohl Deutschland den USA in dieser Hinsicht noch hinterherhinkt, sind auch hierzulande positive Entwicklungen auf dem Markt zu verzeichnen. Die digitalen Innovationen grüner Startups wollen auch dem Endkunden mehr Kontrolle über die Nachhaltigkeit seines Handelns zukommen lassen – meist via zugeschnittener Smartphone-App.

Was macht eine Unternehmensgründung zum grünen Startup?

Ein Startup ist laut DSM ein junges Unternehmen (maximal Zehn Jahre alt) mit innovativer Technologie und/oder Geschäftsmodell, das ein signifikantes Wachstum aufweist oder anstrebt. Der Green Economy Gründungsmonitor, ein Projekt des Borderstep Instituts in Zusammenarbeit mit der EXIST-Gründerhochschule Universität Oldenburg, definiert „Grüne Gründungen“ als „Unternehmensgründungen, die mit ihren Produkten, Technologien und Dienstleistungen einen Beitrag zu den ökologischen Zielen der Green Economy leisten“.

Während die Anzahl neuer Unternehmensgründungen von 162.000 im Jahr 2006 auf 124.000 in 2014 gesunken ist, also einen Rückgang von 23,5 Prozent verzeichnet, nimmt der Anteil an Neugründungen im Bereich Nachhaltigkeit weiter zu. Allein im Jahr 2014 wurden laut den Erhebungen des GEG 21.500 neue Betriebe im Bereich der Green Economy gegründet. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich hier ein Wachstum von 28,7 Prozent.

Dabei ist es nicht verwunderlich, dass junge, grüne Unternehmen den digitalen Markt für sich entdeckt haben. Da ein nachhaltiges Projekt immer auch einen Kommunikationsauftrag hat, verspricht das Internet gerade im Zusammenhang mit flächendeckend verbreiteten Smart-Devices (Smartphones, Tablets, Laptop und PCs) den Unternehmern, in kurzer Zeit hohe Reichweiten zu generieren. Technisch gesehen war es nie leichter, eine große Anzahl von Menschen direkt zu erreichen. Apps (und Webapplikationen) sind in diesem Kontext das digitale Produkt der Stunde. Sie bringen von Natur aus das Potential mit, als Werkzeuge der Vernetzung zu wirken, indem sie wichtige Schnittstellen zwischen Unternehmen, Staat und Endverbraucher nutzbar machen. Sie können eine wichtige Rolle auf dem Weg in eine nachhaltigere Gesellschaft spielen, indem sie innovative Entwicklungen und deren marktwirtschaftliche Etablierung maßgeblich unterstützen.

Grüne Apps für Smarte Heizungen, Straßenlampen mit E-Car Steckdosen, Kleidung mit QR-Codes und vegane Lieferdienste

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Grüne digitale Startups haben sich einer Reihe von Herausforderungen gestellt, um die Gesellschaft von Morgen nachhaltiger zu gestalten. So sollen Energie- und Wärmeeffizienz sowohl in Unternehmen als auch beim Endnutzer gesteigert werden – mit Hilfe responsiver, digitaler Komponenten aus dem Bereich „Internet of Things” und Applikationen, die dazu in der Lage sind, solche bereitgestellten Daten sinnvoll zu verarbeiten. Re- und Upcycling soll begünstigt und vereinfacht werden, indem grüne Apps die Mitspieler von Produktkreisläufen stärker miteinander vernetzen. Transparenz wird bei Produkten und Dienstleistungen gefördert, indem Informationen vor Ort und vor allem vor dem Kauf verfügbarer und zugänglicher gemacht werden. So soll am Ende der Kunde mehr Möglichkeiten haben, beim Konsum nachhaltig zu handeln. Dabei wird vor allem auf existente Technologien wie QR-Codes und standardmäßig in Smart-Geräten eingebaute Kameras zurückgegriffen.

Grüne Software auf problematischer Hardware

Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Smart-Geräte selbst zu einer für die Nachhaltigkeit problematischen Produktgruppe gehören, da der Großteil von ihnen schadhafte Bestandteile und unökologische Herstellungsprozesse aufweist. Unternehmen wie Fairphone und Shiftphone haben sich der Aufgabe angenommen, nachhaltiger produzierte Smartphones auf dem Markt zu etablieren. Mehr dazu auf LifeVERDE-Themenwoche Faire Handys.

Grüne Apps – Potential und Hoffnung der Green Economy?

Nicht zuletzt durch zunehmende legislative Maßnahmen und Transparenz wird Nachhaltigkeit für Unternehmen auf lange Sicht vom Siegel-Feature zur Notwendigkeit. Dabei spiegelt sich der Konflikt zwischen Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit in der Rolle der Unternehmer – wer hier langfristig kalkuliert, ist besser aufgestellt für den Markt von Morgen. In grünen digitalen Startups liegen nicht zuletzt Potential und Hoffnung, nachhaltiges Handeln sowohl auf Seiten des Anbieters, als auch der des Endkunden langfristig attraktiver zu machen – Grund genug, uns in dieser Themenwoche mit ihnen zu befassen.

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