Vertical Farming @home

Frisches Essen aus der vertikalen Farm im Wohnzimmer, entweder als Fertiglösung oder zum selbermachen – denn Fresh Square geht jetzt auch Open-Source. Solène Guere im Interview.

18.05.2017

Grüne-Startups.de: Würden Sie uns Fresh Square kurz vorstellen und die bisherige Entwicklung schildern?

Solène Guere: Fresh Square ist ein umweltfreundliches Urban Gardening System aus nachhaltigen, wiederverwertbaren und biologisch abbaubaren Materialien. Fresh Square ist schon auf unserer Webseite vorbestellbar. Jetzt entwickeln wir ein neues Projekt, um das System Open-Source zu machen. In kürze werden günstigere DIY-Kits zum selbst bauen verfügbar sein. Unsere Vision ist, Urban Gardening für alle Stadtbewohner leichter zu machen.

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© Fresh Square  

Wie will Fresh Square zu einer nachhaltigeren Gesellschaft beitragen?

Verzicht auf Transport mit dazugehörigem CO2 Ausstoß, keine Monokulturen, keine Ausbeutung des Bodens – so weiß man hundertprozentig, woher das eigene Essen kommt und insbesondere, was wirklich darin enthalten ist. Das bringt Vertrauen in die eigenen Lebensmittel zurück.

Am wichtigsten ist für uns, dass dieses Indoor-Garten-System keine Hydrokulturen verwendet. Der Boden ist frei von Chemikalien – alles ganz natürlich und mit nachhaltigen Nährstoffen. Er besteht aus organischen Abfällen und Biosaatgut, entsprechend dem Anhang II der EU-Verordnung 2092/91 für die Bodenverbesserer im ökologischen Landbau. Entwickelt wurde der Boden von Fresh Square mit Hilfe von Gembloux Agro – Bio Tech, einer der bekanntesten belgischen Institutionen für Landwirtschaft.

Mit unserer Open-Source Community kann außerdem jeder eigene Videos und Tutorials uploaden, um neue Fresh Square Designs mit anderen Recyclingmaterialien anzubieten. Der neue Gärtner erhält eine schrittweise Einweisung, um nachhaltige Pflanzen anzubauen.

Was überwiegt ihrer Meinung nach beim Vertical Farming: CO2 Ausstoßminderung oder erhöhter Energiebedarf?

Unsere Kits können komplett mit regionalen Abfallmaterialien selbst gebaut werden. Auf diese Weise ist der Energiebedarf minimal. Um dies sicherzustellen, insbesondere wenn unsere Kunden bevorzugen, die Materialien kaufen, arbeiten wir mit zwei Klima-Studenten zusammen. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass auch mit bei uns bestelltem Material CO2 Ausstoßminderung erzielt wird.

Welche Trends verfolgen Sie im Bereich Urban Agriculture mit Spannung?

Für eine wirklich nachhaltige Urban Agriculture sollten wir mehr Forschung betreiben und biologische Lösungen finden (biologische Gemeinde Garten, biologische Hydrokultur…) Diese Technologien stehen noch vor vielen Herausforderungen. Deshalb werden beim Vertical Farming meist Industrielle Nährstoffe verwendet. Dank der akademischen und privaten Forschung sollte sich das in den nächsten 10 Jahren ändern!

© Fresh Square
© Fresh Square

Was waren die bisher größten Herausforderungen für Fresh Square?

Der nachhaltige und leicht zu verwendende Boden war die größte Herausforderung für Fresh Square. Viel Entwicklung und Forschung mit Partner-Universitäten war dazu erforderlich. Für die Open-Source Plattform suchen wir jetzt Partner, die biologische Lösungen für Boden und Nährstoffe anbieten, und Experten, die spezifische Einweisungen geben können.

Welche langfristigen Ziele verfolgt das Unternehmen?

In der Zukunft werden dank Fresh Square alle Stadtbewohner einen grünen Daumen haben. Auch die ärmeren Familien werden mühelos hochqualitative Vitamine und grünes Gemüse zu Hause erhalten. Wir entwickeln uns zuerst in Europa, und dann werden werden wir unser Geschäft im asiatischen und amerikanischen Raum ausbauen.

Welche Rolle wird städtischer Gartenbau ihrer Meinung nach in zehn Jahren spielen?

Gartenbau entspricht schon 20% der Nahrungsmittelproduktion. In Zehn Jahren, mit immer größerer Städten, sollen es 40% bis 50% werden. Man wird viele Gärten in Wohnungen sehen, aber auch auf Dächern, in Parks und im größeren Umfeld von Städten sehen.

Ihr Insidertipp: Welches grüne Produkt hat Sie zuletzt fasziniert?

Auf der Seeds and Chips hat es mich fasziniert, die Meeresalgen des irischen Herstellers Seamore zu probieren – 100% vegan und schmeckt genau so wie Speck!

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