Sei klimapositiv – Aufforsten und CO2 kompensieren als monatliches Abo

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INTERVIEW | Ein monatliches Abo abschließen, um klimapositiv zu werden? PLANTED macht das möglich. Wie genau das geht, erfährst du im Interview mit dem PLANTED-Gründerteam. 

Der Zustand der Wälder in Deutschland verschlechtert sich. Neben dem Borkenkäfer bedrohen auch massive Rodungen und die Folgen des Klimawandels die Wälder. Dabei ist erwiesen, dass Bäume einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten, da sie CO2 binden. PLANTED will die deutschen Wälder aufforsten und nebenbei die Emissionen seiner Kundschaft kompensieren. Unter dem Motto “Baum- statt Netflix-Abo” können Kundinnen und Kunden monatlich Geld spenden, um aktiv zum Klimaschutz beizutragen und folglich klimapositiv zu werden. Wie es zu der Idee kam und wie sich das Ganze verwirklichen lässt, haben wir das Gründerteam von PLANTED gefragt. 

GRÜNE-STARTUPS: Für die User*innen, die euer Startup noch nicht kennen. Was ist PLANTED und wie kam es zu der Gründung? 

PLANTED ist ein gemeinnütziges Start-up aus Köln, das seinen Kund:innen ermöglicht, klimapositiv zu leben. Über Spenden zum Preis eines Netflix-Abos pflanzen wir für unsere Kund:innen monatlich Bäume in Deutschland und gleichen ihre jährlichen Emissionen aus. Dies geschieht mithilfe von zertifizierten globalen Klimaschutzprojekten. Wichtig ist uns allerdings, dass reduce und replace immer an erste Stelle stehen. Wir sind nicht die Lösung für alles, bieten aber erste Tipps und Hilfestellungen, wie klimaschädliche Handlungen ersetzt werden können und wollen die Menschen motivieren, ihr alltägliches Verhalten zu überdenken. Die Kompensation durch uns ist erst der dritte Schritt und letztendlich der Einstieg in den aktiven Klimaschutz. Unsere Gründer, Wihelm und Heinrich, hatten zur gleichen Zeit dieselbe Idee und sind über einen gemeinsamen Bekannten zusammengekommen. Bei ein paar gemeinsamen Kölsch entstand aus der Idee dann schnell ein konkretes Business Modell: Planted war geboren. Jan, unser eigener Klimaförster, kam dann einige Zeit später über Wilhelms Netzwerk hinzu und Cindy, unseres letztes Puzzleteil, ist die Vierte im Bunde und kümmert sich die Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam haben wir die Mission, Klimaschutz so leicht und zugänglich wie möglich zu machen, für Jede und Jeden. Dabei sind wir zu 100% transparent und transportieren das Thema cool und positiv, damit wir die breite Masse erreichen können. Denn nur wenn alle gemeinsam anpacken, schaffen wir die Lösung für eine hoffnungsvolle und lebenswerte Zukunft.

v. l. n. r.: Heinrich Rauh, Cindy Schüller, Wilhelm Hammes, Jan Borchert – Copyright: Sarah Sondermann

Wen will PLANTED mit seinen Angeboten und Produkten erreichen? 

Mit unserem Angebot möchten wir die Menschen erreichen, die aktiv etwas für den Klimaschutz tun möchten. Dabei ist unsere Zielgruppe im B2C-Bereich vor allem weiblich orientiert. Eine Konsumentin, die sich der Klimakrise bewusst ist, Interesse an Umweltschutz hat, bereits einige nachhaltige Aspekte in ihren Alltag integriert hat, aber noch viel mehr tun möchte, ohne ihren Lifestyle komplett einzuschränken. Auf der B2B-Ebene bilden vor allem Marken unsere Zielgruppe, die ihr Image verbessern wollen. Unternehmen mit starker Abhängigkeit von Humankapital wie Beratungen, Recht oder Finanzen.

Woher bezieht PLANTED das Know-How das es braucht, um so große Projekte umzusetzen? 

Für die Aufforstung der Wälder haben wir unseren eigenen Klimaförster mit an Board. Jan ist gelernter Forstwissenschaftler, verfügt über all unser Wissen zum Thema Wald und forstet gemeinsam mit uns klimastabile Mischwälder hier in Deutschland auf. Zudem haben wir einen Vertrag mit dem Hessischen Forst geschlossen, der in Zukunft bei größeren Pflanzungen mit professionellen Forstmitarbeiter:innen und Baumschulen unsere Bäume pflanzen wird. Neben seinem Spezialgebiet der Bäume verfügt Jan auch über Knowledge zu den CO2-Berechnungen. Da er TÜV-zertifiziert ist, kann er die Emissionen ganzer Unternehmen berechnen. Bei dem Kauf der CO2-Zertifikate arbeiten wir mit einer Firma zusammen, in unserem Fall South Pole aus London, die Projekte zur CO2-Zertifizierung initiiert und betreut. Die Prüfung findet dann von Zertifikationsstellen statt, wie z.B. dem Gold Standard oder dem Verified Carbon Standard (VCS) – zwei der angesehensten Standards für CO2-Zertifizierungen. Aktuell unterstützen wir ein Projekt der United Nations in Indien, das durch den Bau eines Windparks sauberen Strom und Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung ermöglicht.

Jan Borchert, Klimaförster – Copyright: Dennis Oellig

Der offizielle Launch von PLANTED war ja erst vor Kurzem. Was waren die größten Herausforderungen? 

Die technische Automatisierung hat zu unserem Launch noch nicht funktioniert, sodass wir die Datenbank teilweise manuell pflegen mussten. Auch einige administrative Prozesse haben sehr lang gedauert und auf unser nachhaltiges Geschäftskonto warten wir immer noch. Eine Herausforderung stellt aktuell das fehlende Gefühl des klimapositiven Lebens dar. Das war auch eine der Schwierigkeiten beim Launch, da wir den ersten Kund:innen nichts Greifbares geben konnten. Natürlich können unsere Planter:innen unsere gepflanzten Bäume besuchen gehen, aber wir möchten ihnen das Gefühl gerne nach Hause bringen. Daher planen wir zusätzlich Produkte, die einen positiven Impact haben. 

Hat die Pandemie den Erfolg von PLANTED eher gebremst oder gestärkt? 

Natürlich hatte die Pandemie einen Einfluss auf unseren Launch. Inwiefern aber unser Erfolg darunter gelitten hat, ist schwer zu beurteilen. Es war schade, keinen offiziellen Launch mit einer kleinen Veranstaltung stattfinden zu lassen oder die ersten Gespräche mit Kund:innen und Geschäftspartnern nur online führen zu können. Auch kleine Kooperationen in der Öffentlichkeit waren nicht möglich und konnten nur online stattfinden. Dennoch haben wir das Beste aus der Situation gemacht und uns digital so gut wie möglich eingerichtet. Da für uns als Start-up die Marketingaktivitäten gerade zu Beginn von besonderer Bedeutung sind und diese in der heutigen Zeit fast nur digital stattfinden, haben wir letztendlich nur wenige Einschränkungen erfahren.

Equipment – Copyright: Dennis Oellig

Was sind eure großen Ziele für die Zukunft? 

Unser größtes Ziel ist der Umweltschutz. Denn bereits jetzt werden wir täglich mit den Folgen der Klimakrise konfrontiert: Extreme Wetterereignisse, die Wälder sterben, der Permafrost taut – wobei jährlich zwischen 300 und 600 Millionen Tonnen an Treibhausgasen freigesetzt werden. Für uns zählt schon heute jeder einzelne Baum und jede ausgeglichene Tonne CO2. Zukünftig möchten wir jedoch viele einzelne Aufforstungsprojekte in Deutschland umsetzen. Überwiegend in der Nähe von Großstädten, damit auch die urbane Bevölkerung die Möglichkeit hat, die Wälder zu besuchen, die durch ihre Spenden entstanden sind. Außerdem planen wir eigene zertifizierte Klimaschutzprojekte in Europa, über die wir CO2-Emissionen kompensieren können. Unser Ziel ist es, die größte Aufforstungs-Organisation Europas zu werden und so viele Menschen wie möglich für unsere Umwelt zu begeistern.

Vielen Dank für das Interview, Team von PLANTED!

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Bilder: PLANTED, Sarah Sondermann, Dennis Oellig

 

 

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