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Neues Verfahren für dezentrale Biogas-Erzeugung

Solaga entwickelt ein neuartiges Verfahren, um Sonnenlicht und CO2 in sauberes Biogas umzuwandeln. Der dezentrale Ansatz spielt dabei eine große Rolle

GRÜNE STARTUPS: Herr Bauerfeind, stellen Sie doch bitte Ihr grünes Startup Solaga kurz vor.

JOHANN BAUERFEIND (Mitgründer): Solaga ist ein Spin-Off-Projekt an der Humboldt-Universität zu Berlin. Wir entwickeln ein neuartiges Verfahren, um Sonnenlicht und CO2 in brennbares, speicherbares und vor allem sauberes Biogas umzuwandeln. Das zentrale Element unserer Innovation sind robuste Algenfassadenelemente, welche wir nutzen um CO2 aus der Luft oder aus Verbrennungsprozessen zu recyclen und autark Biogas herzustellen.

Welches „grüne“ Problem lösen Sie und welche Vision steckt hinter Ihrem Konzept?

Langfristig wollen wir damit eine attraktive Alternative schaffen, um die dezentrale Energiewende mit Hilfe von Biomethan voranzubringen. Unsere Systeme sollen Kunden überzeugen auf fossile Energieträger für die eigene Wärmeversorgung zu verzichten, indem wir ihnen ermöglichen ihren eigenen speicherbaren Energieträger lokal zu erzeugen. Damit wird der Verbraucher direkt an der Energiewende – insbesondere der Wärmewende – beteiligt.

Wie geht es Ihrer Branche aktuell?

In der Energiewirtschaft und insbesondere im Bereich der erneuerbaren Wärme herrscht derzeit eine Aufbruchsstimmung. Zahlreiche kleine Start-Ups entwickeln gerade ein starkes Momentum und verändern die alten festen Energiestrukturen mit innovativen Lösungen. Der dezentrale Ansatz spielt dabei eine große Rolle. Großkonzerne erkennen dies und interessieren sich zunehmend für neue Ideen. Es ist also gerade eine gute Zeit für neue Ideen im Energiesektor.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

Wie bereits schon unsere Nähe zur Humboldt-Universität zeigt, besteht in unserem Projekt noch F&E-Aufwand. Wir sehen uns selbst aber in Zukunft als Komponentenlieferer für autarke Energiesysteme. Gegenüber Konkurrenzprodukten rechnet sich unser System bereits nach 4 Jahren und das bei Nutzung von 100% CO2-neutralem Biogas.

Was waren und was sind die größten Herausforderungen für Ihre Unternehmung auf dem bisherigen Weg?

Die größte Herausforderung ist die Finanzierung. Als forschendes Unternehmen steht man im Konflikt zwischen wissenschaftlicher Publikation und Firmengeheimnissen. Das Interesse uns zu finanzieren besteht, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. Das ist schade denn genau jetzt hätte eine gute Finanzierung den größten Impact für uns. Klar gibt es immer zu klärende Details, aber unser Alleinstellungsmerkmal skalierbar sauberes Gas aus dem Klimagas CO2 zu erzeugen, spricht für sich und ist definitiv bereit für einen Test.

Wie ist Ihr Gründerteam aufgestellt? Welche fachlichen und sozialen Kompetenzen waren für den bisherigen Erfolg ausschlaggebend?

Im Gründerteam sind Ben und ich. Aber wir werden von unserem Team unterstützt. Ben und ich kennen uns von einem Forschungsprojekt an der TU Berlin, welches mehrfach vom MIT und Harvard ausgezeichnet wurde (http://www.igem.berlin). Ben als Biologe und Jurist hatte damals die Idee, da er zuvor viel mit Pflanzen und Algen gearbeitet hatte. Ich bin dann als Biotechnologe hinzugekommen und bringe Knowhow im Prototyping sowie der Verfahrenstechnik mit. Wir kennen uns schon lange und ergänzen uns durch Zielstrebigkeit und Kreativität.

Suchen Sie aktuell Mitarbeiter und wenn ja, welche Qualitäten sollten diese mitbringen?

Ja wir suchen derzeit für ein weiteres Projekt einen BWLer, der am Aufbau und der Vermarktung eines innovativen Produktes im Nahrungsergänzungsmittelbereich interessiert ist. Dabei suchen wir immer Kontakte, die unsere Leidenschaft für nachhaltige Projekte teilen.

Wo soll die Reise für Ihr Startup in den nächsten 3 Jahren hingehen?

Für unsere Solargasanlagen brauchen wir noch etwas F&E-Zeit, um letztendlich ein marktreifes Produkt anbieten zu können. In nächsten Jahren wollen wir unser System unter Realbedingungen testen und optimieren. Dazu arbeiten wir mit Partnern wie dem ökologischen Wohnprojekt der Ufafabrik, der GASAG sowie weiteren kleineren Partnern zusammen.

Zum Abschluss: Welchen Tipp möchten Sie zukünftigen Gründern mit auf den Weg geben?

Geht mit Eurer Idee nach Außen und sammelt Feedback und Kontakte ohne dabei aber Eure Schutzrechte zu gefährden. Wir haben viele gesehen, die komplett alles Preis geben ohne jeglichen Schutz – das kann ein großer Fehler sein. Ben ist glücklicherweise auch Patentingenieur, sodass wir da nie Probleme hatten. Er betreibt übrigens die Rechercheplattform Patentnetz – definitiv ein Klick wert.

Vielen Dank

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