Mobility on Demand

Re-Publica_2017, Croove, Daniel Rohrhirsch und Jonas Stüdemann

Während Carsharing weiter wächst, bilden sich unterschiedliche Mietmodelle heraus, für den Weg zur Arbeit oder den Wochenendtrip – Daniel Rohrhirsch, CEO von Croove, im Interview.

11.05.2017

Würden Sie uns Croove kurz vorstellen und die bisherige Entwicklung schildern?

Croove ist eine Peer-to-Peer Carsharing Plattform, welche private Autobesitzer mit privaten Mietern verbindet. Croove selbst besitzt keine Autos, sondern agiert lediglich als Vermittler mit einer vertrauensvollen Plattform. Unser Angebot zielt auf längere Mietdauern (größer zwei Tage) ab und ergänzt damit Angebote wie z.B. car2go, welche den spontanen Mobilitätsbedarf abdecken. Nach einer erfolgreichen, dreimonatigen Pilotphase in München, welche im Dezember 2016 startete, sind wir seit April 2017 in Berlin am Start und werden sukzessive unseren Service in weiteren deutschen Städten anbieten.

Die Ergebnisse aktueller Studien zu den Themen Carsharing und CO2 Ausstoßreduzierung sind unscharf. Wie schätzen Sie den Stellenwert von Carsharing hier ein?

Carsharing ermöglicht eine effizientere Nutzung von Ressourcen, da die Auslastung von Fahrzeugen gesteigert werden kann. Speziell die Kombination unterschiedlicher Mobilitätsangebote bringt eine Entlastung für Umwelt und Verkehr.

Wie will Croove konkret zur Energiewende beitragen?

Croove steigert die Auslastung der existierenden Fahrzeuge und verhilft Menschen zu mehr Mobilität. Mit der zunehmenden Bedeutung von Elektrofahrzeugen würden wir uns zudem freuen unser Portfolio mit privaten Batterie getriebenen Fahrzeugen zu verstärken.

Welche Trends verfolgen Sie im Bereich Carsharing mit Spannung?

Die zunehmende Vermietung von Autos Peer-to-Peer und gänzlich neuartige Geschäftsmodelle im Bereich Carsharing – außerdem natürlich die Entwicklung von autonom fahrenden Fahrzeugen.

Was waren die bisher größten Herausforderungen für Croove?

Als Startup konzentrieren wir uns natürlich darauf, Wachstum zu generieren und die Menschen – neben Carsharing im Generellen – speziell auf Croove aufmerksam zu machen.

Hinzu kommt, dass immer noch viele Menschen Bedenken haben, ihre Autos bereit zu stellen – ihnen die mit einer Vermietung ihres Autos verknüpften Sorgen zu nehmen, ist momentan eine zentrale Herausforderung für uns.

Welche langfristigen Ziele verfolgt das Unternehmen?

Nach der erfolgreichen Pilotierung folgt nun die Ausweitung von Croove auf weitere deutsche Städte. Wir wollen die Plattform vertrauensvoll und langfristig aufbauen und dabei möglichst viel von unseren Kunden und Nutzern lernen, um eine attraktive Mobilitätsalternative für die Zukunft zu sein.

Welche Rolle wird Carsharing ihrer Meinung nach in zehn Jahren spielen?

Eine deutlich stärkere Rolle als zur Zeit. Man geht davon aus, dass Mobility on demand – der Wunsch nach Mobilität und gleichzeitiger Flexibilität und Ungebundenheit – für Kunden eine dominante Rolle spielen wird. Carsharing setzt genau dort an und wird versuchen die bestehenden Mobilitätslücken zu schließen. Die Angebote und Fahrzeug Flotten der Anbieter werden sich weiter an die Hauptnutzungszwecken der Kunden anpassen und es ist von einer engeren Verzahnung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Carsharing auszugehen, um grenzübergreifende Mobilität gewährleisten zu können.

Ihr Insidertipp: Welches grüne Produkt hat Sie zuletzt fasziniert?

Solar Bike“ – ein E-Bike, dass Energie über an den Reifen angebrachten, Solar-Panelen bezieht.

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