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Mehr Effizienz in der Wasserversorgung

Das junge Startup pydro macht sich stark für eine höhere Effizienz in der Wasserversorgung. Aktuell wird in unseren Rohrleitungsnetzen durch Drosselarmaturen viel Energie „vernichtet“, die nun mittels einer eigens entwickelten Turbine zurückgewonnen werden soll.

GRÜNE STARTUPS: Herr Müller, stellen Sie doch bitte Ihr grünes Startup PYDRO kurz vor.

FELIX MÜLLER: pydro wurde im August von drei Gründern ins Leben gerufen und hat sich zur Aufgabe gemacht, die Wasserversorgung energieeffizienter zu gestalten.

Welches „grüne“ Problem lösen Sie und welche Vision steckt hinter Ihrem Konzept?

Weltweit wird für den Wassertransport ca. 1,5 % des weltweiten Energieverbrauchs benötigt. Ein Großteil dieser Energie wird in unseren Rohrleitungsnetzen durch Drosselarmaturen „vernichtet“. Wir entwickeln eine kompakte Turbine zwischen 35-100 kW, um diese vernichtete Energie zurück zu gewinnen.

Wie geht es Ihrer Branche aktuell?

Wasserversorger stehen aufgrund steigender Energiekosten und klimapolitischer Maßnahmen immer mehr unter dem Druck, ihre Energieeffizienz zu erhöhen. Daher sind Lösungen wie unsere gerne gesehen.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

Wir sind klassischer Hersteller. Wir bieten unseren Kunden aber auch Contracting-Modelle an, wobei wir uns zusätzlich um die Stromvermarktung kümmern.

Was waren und was sind die größten Herausforderungen für Ihre Unternehmung auf dem bisherigen Weg?

Die größte Herausforderung besteht in der Vermarktung des zurückgewonnenen Stroms, da der durch unsere Turbine produzierte Strom ungerechterweise meist nicht EEG vergütet wird und Wasserversorger seit 2012 auf eigens gewonnenen und genutzten Strom EEG-Umlage zahlen müssen, auch wenn Sie ISO 50001 zertifiziert sind. Hier könnte die Bundesregierung wesentlich mehr tun, um mehr Anreize für die Wasserversorger zu schaffen.

Eine weitere Herausforderung sind Datensicherheitsbedenken bei Wasserversorgern. Die gesetzliche Lage, was Wasserversorger bei der Datenerfassung und Datenverarbeitung tun oder nicht tun dürfen, ist nicht eindeutig, was dazu führt, dass Wasserversorger zögerlich sind, was den Einsatz neuer Technologien angeht.

Wie ist Ihr Gründerteam aufgestellt? Welche fachlichen und sozialen Kompetenzen waren für den bisherigen Erfolg ausschlaggebend?

Wir sind 3 Gründer mit unterschiedlichen Kompetenzen in Maschinenbau, Mechatronik und BWL. Nach unserem Studium haben wir alle Erfahrung in der Forschung oder freien Wirtschaft gesammelt. Ausschlaggebend für unseren bisherigen Erfolg ist vor allem unsere Motivation und Risikobereitschaft. Fehlendes fachliches Knowhow kann man sich mit genügend Motivation jederzeit aneignen. Zudem würde vermutlich zu viel Branchenknowhow bei uns zur Branchenblindheit führen. Wir glauben, der Grund, dass wir alles in Frage stellen, bringt uns den Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren gestandenen Konkurrenten.

Suchen Sie aktuell Mitarbeiter und wenn ja, welche Qualitäten sollten diese mitbringen?

Zurzeit suchen wir einen Praktikanten oder Werkstudenten für den Bereich Strömungsberechnung und Programmierung von GPUs.

Wir sind aber jederzeit offen für Bewerbungen im Bereich Konstruktion oder Mechatronik.

Wo soll die Reise für Ihr Startup in den nächsten 3 Jahren hingehen?

In drei Jahren werden wir unseren Break-Even erreicht haben und Turbinen an Wasserversorger in ganz Europa verkaufen.

Zum Abschluss: Welchen Tipp möchten Sie zukünftigen Gründern mit auf den Weg geben?

Die Kunst liegt beim Gründen darin, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, wann und ob man einen Pivot hinlegen sollte oder nicht. Die Idee zu früh zu verwerfen oder damit gegen die Wand zu fahren ist das größte Risiko.

Das Produkt spielt zwar eine wichtige, aber nur eine sekundäre Rolle, da es sich sowieso im Laufe der Zeit verändern wird.

Vielen Dank

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