Klimaschutzorganisation atmosfair kompensiert unseren CO2 Ausstoß

„Wenn Sie als Privatperson oder Unternehmen unvermeidbares CO2 ausstoßen, dann können wir mit Ihrem Geld z.B. kleine Biogasanlagen für Bauern in Nepal finanzieren, die wieder genausoviel CO2 einsparen.“

07.06.2017

Grüne-Startups.de: Herr Brockhagen, würden Sie uns atmosfair kurz vorstellen und die bisherige Entwicklung schildern?

Dietrich Brockhagen: Wir sind eine Klimaschutzorganisation mit dem Schwerpunkt Kompensation: Wenn Sie als Privatperson oder Unternehmen unvermeidbares CO2 ausstoßen, dann können wir mit Ihrem Geld z.B. kleine Biogasanlagen für Bauern in Nepal finanzieren, die wieder genausoviel CO2 einsparen. Atmosfair ist seit 10 Jahren kontinuierlich gewachsen, heute betreiben wir Klimaschutzprojekte in 14 Ländern des globalen Südens, die jährlich über eine halbe Millionen Tonnen CO2 einsparen, soviel, wie eine deutsche Kleinstadt mit 60.000 Einwohnern jährlich an CO2 produziert.

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Biogas in-the-making. © atmosfair

Welches grüne Problem möchte atmosfair lösen und welche Vision steckt hinter dem Konzept?

Es gibt Sektoren wie den Flugverkehr, wo es derzeit noch keine technische Lösungen für weitreichende CO2-Minderungen gibt. Das wird sich in den nächsten zwei Jahrzehnten wahrscheinlich auch nicht ändern. Die CO2-Kompensation bietet hier eine erste Hilfe und lindert das Zeitproblem. Die Vision dabei ist, dass wir mit unseren Projekten Menschen Zugang zu bezahlbarer sauberer Enegrie verschaffen, die sonst einfach nur die ersten Opfer des Klimawandels sind, den sie selbst kaum verursacht haben. Nur ca. 5% der Menschheit fliegt überhaupt.

Wie und von wem wird Ihr Angebot genutzt und ist eine gesteigerte Nachfrage erkennbar?

Wir sind leider bisher in der Ökonische geblieben, weniger als 1% aller Passagiere kompensieren z.B. ihre Flüge.

Wie kann man klimafreundliches Verhalten für die breite Masse attraktiver machen?

Durch positive Geschichten: Fahrradfahren ist super, weil es Spass macht, Dir der Wind um die Nase pfeift und Du gut aussiehst. Dass Du damit auch noch das Klima schonst, sollte nicht der erste Gesprächspunkt sein.

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Bau einer Biogasanlage. © atmosfair

Wie sieht ihr Geschäftsmodell aus?

Wir sind gemeinnützig: Wenn Sie uns 100 EUR geben, stecken wir davon 90 in unsere Projekte in Indien etc. 10 behalten wir für unser Büro, die Angestellten etc..

Kompensationsdienste standen aufgrund der Berechnunsmethoden bereits häufiger in der Kritik – wie wird die CO2-Kompensation bei Ihnen ermittelt?

Unsere Rechner beziehen das neueste Wissen des IPCC ein und sind vom Umweltbundesamt geprüft. Beim Flugzeug wissen wir, welcher Flugzeugtyp mit welchen Triebwerken und welcher Auslastung wieviel CO2 ausstößt, Ozon und Kondensstreifen produziert. Unser Rechner ist genau genug, um Airlines zu vergleichen. Damit bringen wir einmal im Jahr den atmosfair Airline Index heraus: 200 Fluggesellschaften weltweit, die sauberste oben, die dreckigste unten.

Was waren die bisher größten Herausforderungen für atmosfair?

Bei einer UN-Prüfung unseres Projektes in Nigeria in 4 Tagen 60 von 20.000 verkauften Öfen zu finden, anhand der eingprägten Kontrollnummer. In einem riesigem Land mit viel Wüste, Chaos und ohne Strassenschilder.

Welche Rolle werden klimafreundliche Kompensationsdienste ihrer Meinung nach in Zukunft spielen?

Sie werden wichtiger werden, weil die Zeit zunehmend Faktor wird. Aber sie werden Vermeidung und Reduktion von CO2 nicht ersetzen und das sollen sie auch gar nicht.

Ihr Insidertipp: Welches grüne Produkt hat Sie zuletzt fasziniert?

Hafermilch.

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Befüllung einer Biogasanlage. © atmosfair

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