Grüne-Startups ist die Plattform für Startups zu den Themen Nachhaltigkeit und grüne Innovationen.

Hier kannst du mitbestimmen – der Pflanzendrink im Glas

Newsletter abonnieren und Neues über die Grüne Startup-Szene erfahren

Bild: Unsplash

Das startup Havelmi*** stellt Pflanzendrink in der Glasflasche her. In der Genossenschaft kann jeder mitbestimmen wie es weiter geht.

Schon wieder ein Unternehmen, dass Pflanzendrinks herstellt? Haben wir davon nicht mittlerweile genug? Nein haben wir nicht, denn das Startup Havelmi*** ersetzt nicht nur die ethisch und ökologisch fragwürdige Kuhmilch, sondern legt dabei auch noch großen Wert auf Nachhaltigkeit bei der Auswahl der Zutaten und der Herstellung. Und das Beste ist: Du kannst dabei mitbestimmen, denn Havelmi*** ist eine Genossenschaft. Einer der Gründer, Paavo Günther, erzählt uns im Interview warum er sich für die Gesellschaftsform der Genossenschaft entschieden hat, wie das Startup finanziert wurde und was die weiteren Pläne für die Zukunft sind.

Grüne-Startups.de: Was ist Havelmi*** und welche Vision steckt dahinter?

Paavo Günther: Regionale, rein pflanzliche und nachhaltige Produkte herzustellen, ist das Ziel von Havelmi***. Mit unserem Haferdrink möchten wir, Mitgründer Achim Fießinger und ich, uns von den gängigen Marken absetzen und noch ökologischer agieren. Das oberste Ziel ist dabei immer, konkurrenzfähige Grundnahrungsmittel herzustellen, die Kuhmilch nicht nur ethisch und ökologisch, sondern auch geschmacklich und in der Weiterverarbeitung überlegen sind. Verwendet werden nur hochqualitative Zutaten in Bio(land)qualität. Besonderes Augenmerk wird auf eine handwerkliche Produktion und interne Weiterbildung gelegt.

Für welche Werte in Bezug auf Nachhaltigkeit steht Havelmi***?

  1. Regionalität
  2. Naturbelassenheit unserer Produkte
  3. Transparenz
  4. Postwachstum
  5. Ökologische Nachhaltigkeit
  6. Mitbestimmung
  7. Ganzheitlicher Ansatz
  8. Kooperation
Bild: Havelmi***

 

Ihr nehmt den Verbraucher*innen die leider oft unvermeidbare Entscheidung zwischen vegan, regional, bio und plastikfrei ab. Überall wo das nicht möglich ist, was ist eurer Meinung nach das kleinere Übel?

“Das kleinere Übel” halte ich für einen negativ fokussierten Ansatz. “Das größte Glück” fände ich als Anspruch besser. In meinem Verständnis sind nachhaltige Produkte nur ein Schritt auf dem Weg zur Klimapositivität. Denn solange die nicht erreicht ist (auch bei uns nicht), gibt es keine “nachhaltigen Produkte”. Den geringsten Nachteil für den Planeten und andere Lebewesen bietet sicherlich eine Kombination aus Subsistenz und Suffizienz, also Prosumption und eine allgemein reduzierte Nutzung von klimaintensiven Konsumgütern.

Wie habt ihr Havelmi*** finanziert?

Die Anschubfinanzierung lief über ein Crowdfunding sowie über eine Unterstützung durch die Regionalwert AG. Als Genossenschaft werben wir fortlaufend Mitglieder, mit deren Anteilen wir eine gemeinschaftliche getragene Finanzierung und damit Mitbestimmung sicherstellen.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell? Und wie groß ist das Marktpotenzial?

Ganz allgemein verkaufen wir unser noch Nischenprodukt (einen regionalen frischen Haferdrink) über den Großhandel an den Naturkostfachhandel, Cafés, Unverpacktläden, weiterverarbeitende Betriebe usw.… Später werden weitere Produkte folgen. Das Marktpotential ist riesig, da unsere Zielgruppe sowohl Konsument*innen von Haferdrinks in Getränkekartons sind als auch klassische Kuhmilchtrinker*innen.

Eine Besonderheit von Havelmi*** besteht darin, dass ihr eine Genossenschaft seid. Es kann also jede*r Mitglied werden. Wieso habt ihr euch dazu entschlossen und welche Vorteile ergeben sich aus dieser Gesellschaftsform?

Zwei Gründe waren für die Wahl der Rechtsform Genossenschaft ausschlaggebend:
A) Es sollten keine Abhängigkeiten hergestellt werden, die es nicht braucht. Für Havelmi*** sind Eigentum, Nutzung und Nutzen miteinander verknüpft. Und das lässt sich mit der Genossenschaft juristisch am besten abbilden.
B) Die Trennung von Konsum und Produktion halten wir für genauso überholt wie den Glauben an grenzenloses Wachstum. Nachhaltig kann ein Wirtschaften nur dann sein, wenn alle drei Ebenen (Ökonomie, Soziales, Ökologie) einbezogen werden. Das heißt in der Praxis, dass keine künstlichen Hierarchien geschaffen werden – und sei es nur informell. Auch wir sind nicht unfehlbar und deshalb höchst interessiert an Input von allen Berührungsgruppen ihrer Produkte.

Bild: Havelmi***

Was sind eure Wünsche und Pläne für die Zukunft?

In der Zukunft werden wir gemeinsam mit der Mostmanufaktur Havelland und ggf. weiteren Unternehmen an einen neuen Standort in Brandenburg an der Havel umziehen, da unserer aktueller zu klein ist. Hier werden wir auch die Produktion optimieren und weitere Mitarbeiter*innen einstellen. Es wird weitere Produkte geben und wir bemühen uns um die Inklusion aller Berührungsgruppen der Wertschöpfungskette in unsere Genossenschaft. Der Aufbau eines kooperativen Anbaus sämtlicher Rohstoffe in unserer unmittelbaren Entfernung sowie die Einführung eines effizienten Nachhaltigkeitsmanagementsystems komplettieren unseren Anspruch an ein enkeltaugliches Wirtschaften.

 

Du hast immer noch nicht genug von Pflanzendrinks? Schau mal hier vorbei: Zurück zum Ursprung – der Haferdrink aus der Region

Wir sind jetzt auch auf Instagram! Schau doch mal vorbei und folge uns: Gruene_Startups.de

Bilder: Havelmi***, Unsplash

Vera Kluck
Über Vera Kluck 44 Artikel
Kommunikation und Marketing. Redakteurin bei Gruene-Startups.de.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Unsere Premium Partner

Logo High Tech Gründerfonds
Logo Next Economy Award
Logo OMR
Logo Bits und Pretzels
Logo Postcode Lotteries