Hängepflanzen im Origami-Stil

Wir möchten durch das Design und den Do-it-yourself-Charakter die Haltung zu Pflanzen in ein etwas zeitgemäßeres Lichtrücken.“ – Christian Atz von Mobile Garden im Interview.

Würden Sie uns Mobile Garden kurz vorstellen und die bisherige Entwicklung schildern? 

Mobile Garden ist ein handlicher und tragbarer Blumen- und Kräutertopf. Er ist in verschiedenen Farben erhältlich und wurde von „Tsurishinobu“, traditionellen, japanischen Mooskugeln sowie von Origami inspiriert. Er ist als DIY-Kit sowie bereits zusammengefaltet und bepflanzt erhältlich.

Gegründet haben wir Mobile Garden 2013 als Nebenprojekt um die Entrepreneurship-Welt etwas besser kennenzulernen und Erfahrung in der Entwicklung von Produkten zu sammeln, da wir zuvor nur digitale Geschäftsideen entwickelt haben. 2015 wurden wir zum Pitch in die „Höhle der Löwen“ eingeladen, was uns zu einem großen Schub verholfen hat.

Wie will Mobile Garden zu einer umweltfreundlicheren Gesellschaft beitragen?

Wir möchten durch das Design und den Do-it-yourself-Charakter die Haltung zu Pflanzen in ein etwas zeitgemäßeres Licht rücken. Außerdem möchten wir verdeutlichen, dass man gar nicht so viel Platz oder Zeit braucht, um etwas Grün um sich zu haben, wie man eventuell denkt. Und bereits eine kleine Pflanze im Umfeld wirkt positiv auf das persönliche Wohlbefinden.

Ein tragbarer Blumentopf – wie kam die Idee?

Akiko hat schon als Kind sehr gerne gegärtnert und vermisste dann während ihres Studiums aufgrund von Platz- und Zeitmangel die Arbeit und das Umgebensein von Pflanzen. Während eines Aufenthalts als Gastwissenschaftlerin an der Kunstuniversität Linz hat sie dann zur Eigennutzung erste Prototypen eines kleinen Behälters entworfen, der recht beliebig platziert oder aufgegangen werden kann. 

Welche Trends verfolgen Sie im Bereich Urban Agriculture mit Spannung?

Die Urbane Imkerei finde ich persönlich klasse und bin gespannt wie sie sich weiterentwickeln wird.

Was waren die bisher größten Herausforderungen für Mobile Garden?

Einen Produzenten zu finden, der unsere Produkte mit einer gleichbleibenden Qualität stanzt.

Welche langfristigen Ziele verfolgt das Unternehmen?

Wir arbeiten aktuell an einer Onlineplattform namens Planthub. Darüber können Samen, Ableger und Pflanzen miteinander getauscht werden. Die Weitergabe oder Verbreitung der Samen und Ableger wird anschließend visuell auf einer Landkarte dargestellt und es kann rückverfolgt werden wie sich die weiteren Ableger oder gezogenen Samen wiederum weiterverbreiten. Wir sehen darin einen tollen Weg mit anderen Pflanzenfans in Kontakt zu kommen und Pflanzen eine Historie zu geben.

Welche Rolle wird städtischer Gartenbau ihrer Meinung nach in zehn Jahren spielen?

Das kann ich nicht einschätzen. Auf der einen Seite zieht es immer mehr Menschen in die Städte, was eine Verdichtung und Verknappung von Raum zur Folge hat, auf der anderen Seite wird der Drang nach Grün in der Stadt, nach Transparenz in der Lebensmittelproduktion und nach Mitbestimmung im Städtebau immer größer, sodass es interessant wird zu sehen, wie ein Ausgleich zwischen diesen Polen aussehen wird.

Ihr Insidertipp: Welches grüne Produkt hat Sie zuletzt fasziniert?

Ich finde das betongruen von heimgrün einen gelungenen Ansatz Ampeln und Straßenlaternen in ein positiveres Licht zu rücken.

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