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Günstiger Solarstrom für Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern

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ecoligo möchte den Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern günstigen Solarstrom anbieten und damit die stetig steigenden Energiekosten der Unternehmen verringern.

 

GRÜNE-STARTUPS.de: Herr Schwaninger, stellen Sie doch bitte Ihr grünes Startup „ecoligo“ einmal vor.

MARKUS SCHWANINGER: Die Idee für ecoligo ist schon etwas älter und entstand Ende 2013 während einer Solarkonferenz in Nairobi, Kenia. Hier habe ich meinen Mitgründer Martin Baart kennen gelernt. Wir beide waren damals in Ostafrika unterwegs um das Potential für Solaranlagen für Gewerbe und Industriekunden zu betrachten. Das Potential war groß, doch nach einiger Zeit hatte sich noch immer nichts getan und kaum eine Solaranlage wurde gebaut. Da beschlossen wir Ende 2015, unsere Jobs aufzugeben und ecoligo Anfang 2016 zu gründen. Mit ecoligo wollen wir den Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern eine Möglichkeit anbieten, günstigen Solarstrom von uns zu kaufen und damit ihre stetig steigenden Energiekosten zu verringern. Gleichzeitig bieten wir diese Projekte zur Finanzierung auf unserer Crowdinvesting-Plattform an. Hier können deutsche Privatanleger ihr Geld zu attraktiven Konditionen anlegen.

Welches „grüne“ Problem lösen Sie und welche Vision steckt hinter Ihrem Konzept? Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern kämpfen mit steigenden Energiekosten und einer unsicheren Stromversorgung. Die vielen Stromausfälle zwingen die Unternehmen dazu, teure und sehr umweltbelastende Dieselgeneratoren laufen zu lassen. Der CO2 Ausstoß dieser Generatoren ist um ein vielfaches höher als beim Strom aus dem Netz. Die Lösung des Problems liegt nahe: Installation von Solaranlagen als sichere, saubere und günstige Alterantive. Es gibt allerdings ein weiteres Problem: Die Unternehmen vor Ort haben keinen Zugang zu einer Finanzierung dieser Solaranlagen. Entwicklungsbanken fokussieren sich rein auf Großprojekte und lokale Banken bieten keine langfristigen Kredite an.

Nun kommen wir ins Spiel: Wir ermöglichen über unsere Crowdinvesting-Plattform, die Finanzierung dieser Solarprojekte. Hierdurch müssen die Unternehmen vor Ort nicht die Solaranlage finanzieren, sondern sie kaufen den Solarstrom von uns ab. Die Anlagen werden hierbei sowohl von internationalen Unternehmen als auch lokalen Firmen gebaut – nach deutschen Qualitätsstandards. So können sich die lokalen Gewerbe- und Industriekunden langfristig gegen steigende Energiepreise absichern. Sie sparen durch den günstigeren Solarstrom bis zu 40% verglichen mit dem Bezug aus dem staatlichen Stromnetz – ein klarer wirtschaftlicher Vorteil. Zudem wird der CO2 Ausstoß vor Ort deutlich reduziert.

Unsere Vision ist daher, möglichst viele Unternehmen zu motivieren, vom teuren, umweltschädlichen Strom aus dem Netz zum sauberen, kostengünstigen Solarstrom von uns zu wechseln.

Wie geht es Ihrer Branche aktuell?

Über viele Jahre galt Deutschland als Musterschüler der Energiewende: Viele neue Solaranlagen auf Dächern im ganzen Land, ein enormer Zubau von Windkraftanlagen und wachsende Anbauflächen für die Biogasproduktion. Das alles war möglich geworden durch feste Einspeisevergütungen und weil der Strom garantiert ins öffentliche Netz eingespeist werden konnte. Sehr attraktiv für institutionelle sowie private Investoren, die ihr Geld vergleichsweise sicher anlegen wollten. Diese Zeiten sind vorbei, die Regeln haben sich geändert. Investitionen in Erneuerbare Energien in Deutschland sind dadurch mittlerweile weniger attraktiv.

Gleichzeitig haben sich weltweit spannende neue Märkte entwickelt, vor allem in Ländern, in denen die Sonne viel und intensiv scheint – dem so genannten Sunbelt. Dort ist Solarenergie heute wettbewerbsfähig – auch ganz ohne staatliche Subventionen. . Viele haben inzwischen erkannt, dass die Finanzierung ein Problem ist, und sprechen uns auf unsere Lösung an.

Was waren und was sind die größten Herausforderungen für Ihre Unternehmung auf dem bisherigen Weg?

Den Fokus zu behalten. Es ergeben sich täglich spannende Möglichkeiten in weiteren Ländern aktiv zu werden, lukrative Beratungsaufträge anzunehmen oder sich auch zu sehr mit sich und seiner Firma zu beschäftigen, anstatt sich auf den Markt und die Kunden zu konzentrieren. Letztlich ist es jedoch erfolgsentscheidend, sich auf das Kerngeschäft zu fokussieren, eine klare Strategie zu haben und in diese auch konsequent zu verfolgen.

Wie ist Ihr Gründerteam aufgestellt? Welche fachlichen und sozialen Kompetenzen waren für den bisherigen Erfolg ausschlaggebend?

Dank langjähriger Berufserfahrung im Bereich Erneuerbare Energien und Entwicklungszusammenarbeit verfügen wir als Gründer über das nötige Fachwissen und ein großes Netzwerk an wichtigen Kontakten in unseren Kernmärkten Ghana, Kenia und Tansania. Ich selbst habe 2010 und 2011 in Kenia vor Ort gelebt und im Bereich Erneuerbare Energien gearbeitet. Damals wurde die erste Solaranlage in Kenia ans Netz angschlossen. Obwohl wir beide einen Hintergrund als Wirtschaftsingenieure haben, haben wir 2015 eine Fortbildung zum zertifizierten Experten für die Finanzierung von Erneuerbare Energien Projekten besucht. Unser Team haben wir mittlerweile ausgebaut und wir werden etwa in den Bereichen Marketing und Kommunikation durch zwei weitere Kollegen unterstützt. Es war uns wichtig, schnellstmöglich alle geschäftsmodellrelevanten Bereiche durch Experten zu besetzen. Gleichzeitig wollten wir ein Team aufbauen, dass an unsere Idee glaubt und mit höchster Motivation dabei ist ohne den Spaß an der Arbeit zu verlieren. Wir können mit etwas Stolz behaupten, dass erreicht zu haben

Suchen Sie aktuell Mitarbeiter und wenn ja, welche Qualitäten sollten diese mitbringen?

Wir sind aktuell auf der Suche nach einem erfahrenen Sales Manager, idealerweise mit B2B Background und Erfahrungen in unseren Zielmärkten und großer Reisebereitschaft. Am besten wäre natürlich er hat auch eine Affinität zu Erneuerbaren Energien. Im kommenden Jahr stellen wir dann auch vor Ort ein.

Wo soll die Reise für Ihr Startup in den nächsten 3 Jahren hingehen?

Wir konzentrieren uns auf die Umsetzung von Projekten in ausgewählten Entwicklungsländern, in denen die Rahmenbedingungen für unser Geschäftsmodell attraktiv sind. Das sind unter anderem Ghana, Kenia und Tansania. Wir wollen in diesen Märkten stark wachsen und damit eine Alternative zur klassischen Entwicklungszusammenarbeit schaffen und nachhaltiges Wirtschaftswachstum in diesen Ländern ermöglichen.

Zum Abschluss: Welchen Tipp möchten Sie zukünftigen Gründern mit auf den Weg geben?

Es gibt jede Menge Support für Startups in Deutschland. Entscheidend ist, sich frühzeitig ein Netzwerk aufzubauen, offen zu sein und mit verschiedenen Menschen ins Gespräch zu kommen, um letztlich die richtigen Unterstützer zu finden. Ein Accelerator oder Inkubator sollte dabei ein zentraler Bestandteil sein, da solche Programme dabei helfen, schnell ein Netzwerk zu potentiellen Partnern und Investoren aufzubauen. Auch das begleitende Coaching sowie der Austausch mit anderen Startups helfen, Probleme schnell zu lösen. Im CleanTech Bereich können wir KIC InnoEnergy, Climate KIC sowie den :agile accelerator von E.ON empfehlen.

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