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Gründer-Boom in Deutschland? Nicht wirklich. Seit 2001 geht die Zahl der Gründer fast jedes Jahr in Deutschland zurück.

TV-Formate wie “Die Höhle der Löwen” auf VOX vermitteln einem das Gefühl, dass Jede und Jeder in Deutschland ein Startup gründet und Angestellte mittlerweile eher Langweiler und Exoten sind. Schaut man sich allerdings die Fakten an, dann wird ein anderes Bild sichtbar. Laut KfW gab es 2001 noch 1.548.000 Gründer in Deutschland, 2017 sind es nur noch 557.000. Dieser Wert markiert seit 2001 den absoluten Tiefpunkt was die Gründungen in Deutschland anbelangt.

Wir haben uns daher die Frage gestellt, womit diese Entwicklung zu tun hat und warum die Medien ein so anderes Bild skizzieren. Hierzu haben wir uns einige Statistiken vorgenommen, um zu zeigen, wie der Startup-Markt segmentiert ist.

Verteilung von Startups in Deutschland nach Bundesländern 2018

Wer denkt, dass in Berlin die meisten Startups sitzen, der hat sich getäuscht. Nordrhein-Westfalen führt mit 19 % deutlich vor der Deutschen Hauptstadt, die immerhin auf 15,8 % kommt. Dicht gefolgt von Baden-Württemberg mit 12,6 % und Bayern mit 12,3 %. Dahinter rangieren Niedersachsen, Hamburg, Sachsen, Bremen und Hessen.

Quelle(n): Bundesverband Deutsche Startups; KPMG; Uni Duisburg-Essen (Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship, Prof. Dr. Tobias Kollmann, netCAMPUS)

 

Verteilung von Startups in Deutschland nach Umsatzgrößenklassen laut DSM 2018

Wie viel Umsatz macht wohl ein Startup in Deutschland? 1 Million, 10 Millionen oder gar Milliarden? Die Mehrheit der Startups leider nicht. 11,6 % erwirtschaften gar keinen Umsatz. 21,5 % hat einen Umsatz bis 25.000 €. 8,9 % hat einen Umsatz zwischen 25.000 und 50.000 €. Immerhin 13,5 % machen Umsätze zwischen 50.000 und 150.000 € und 12,1 % macht sogar einen Umsatz zwischen 250.000 und 500.000 €. So richtig klingeln tut die Kasse bei den Wenigsten: 1 bis 2 Millionen Euro Umsatz haben 5,5 % der Unternehmen, 1,4 % erwirtschaften 5 bis 10 Millionen € Umsatz und lediglich 1,2 % macht mehr als 50 Millionen € Umsatz pro Jahr.

Quelle(n): Bundesverband Deutsche Startups; KPMG; Uni Duisburg-Essen (Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship, Prof. Dr. Tobias Kollmann, netCAMPUS)

Verteilung von Startups in Deutschland nach Branchen laut DSM im Jahr 2018

In welcher Branche gibt es wohl die meisten Startups? Richtig, in der Informations- und Kommunikationstechnologie, kurz IKT. 31,6 % der Startups fühlen sich hier zu Hause. Weit abgeschlagen kommen dann Branchen wie Ernährung und Nahrungsmittel und Konsumgüter mit 9,7 %, Medizin und Gesundheitswesen mit 8,5 % oder Autmobile, Logistik und Verkehr mit 5,2 %.

Durchschnittliches Alter von Startups in Deutschland laut DSM von 2013 bis 2018

Wie alt sind die meisten Startups? Gut die Hälfte ist 1 bis 2 Jahre am Markt. 17 % existieren mehr als 2 bis 3 Jahre, 10,6 % mehr als 3 bis 4 Jahre und nur 13,6 % sind zwischen 5 und 10 Jahren alt.

Durchschnittliche Mitarbeiterzahl von Startups in Deutschland laut DMS von 2014 bis 2018

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl von Startups lag 2018 bei 12,3 Mitarbeitern und 2,4 Gründern. Diese Zahl ist seit 2014 nahezu stabil beziehungsweise variiert bei den Mitarbeitern um plus/minus 5 Personen.

Verteilung von Startups in Deutschland nach umsatzbringenden Kundengruppen laut DSM 2018

Wo bekommen Startups in Deutschland wohl ihre “Kohle” her? Von den Endverbrauchern? Nö, vom Business. 67,7 % hat das Business als Kunden, führt also eine klassische B2B-Kundenbeziehung. B2C-Kunden haben nur 27,5 % der deutschen Startups. Und lediglich 4,8 % verhandelt mit der Regierung, pflegt also eine B2G-Geschäftsbeziehung.

Verteilung der Gründer von Startups in Deutschland nach Geschlecht laut DSM

Startup-Business ist Männersache. So zumindest lesen sich die Zahlen. 84,9 % aller Gründer in Deutschland waren im Jahr 2018 männlich. Seit 2013 konnten die Frauen lediglich um 2,3 % zulegen. In den Medien jedoch gibt es zahlreiche Beispiele erfolgreicher Unternehmerfrauen. Das Magazin Gründerszene stellte Frauen vor, die die deutsche Fintech-Szene prägen, Companisto berichtete über deutsche Gründerinnen. Und auch wir kennen einige weibliche Erfolgsgeschichten, die Frauen Mut machen sollten. Zu nennen sind hier beispielsweise die Gründerinnen Anna Kaiser und Jana Tepe von Tandemploy oder Delia Fischer mit ihrem Millionen-Startup Westwing, einem Shopping-Club nach amerikanischem Vorbild.

Fortsetzung folgt …

Verteilung der Unternehmensgründungen in Deutschland nach Anzahl der Gründer

 

Verteilung des Neuheitsgrades bei Unternehmensgründungen in Deutschland

 

Verteilung der Unternehmensgründungen in Deutschland nach Formen der Gründung

 

 

 

1 Kommentar zu Gründer-Boom in Deutschland? Nicht wirklich. Seit 2001 geht die Zahl der Gründer fast jedes Jahr in Deutschland zurück.

  1. Vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Es ist schade, dass nicht mehr Start-ups von Frauen gegründet werden. Bekannterweise unterstützt SAP in den kommenden Jahren Frauen-Startups mit Summen zwischen 100.000 und 250.000 USD je Unternehmen. Auf der vergangenern DLD-Konferenz äußerte der Strategiechef SAP dazu einen m. E. nach sehr schönen Satz:
    “Auch wenn SAP vor allem in Bereichen investieren will, die inhaltlich nahe an den Aktivitäten des Konzerns liegen […] ergebe das Vorhaben für SAP unternehmerischen Sinn, betont Krishnamurthy: Frauen hätten oftmals die besseren Ideen, gleiches gelte für Minderheiten. Eine diversifizierte Sicht bringe oft viel funktionalere Lösungen, so der SAP-Strategiechef”(nachzulesen auf https://www.gruenderszene.de/business/sap-frauen-minderheiten)

    Bekannterweise setzt auch die japanische IT-Branche auf den kreativen Einfluss weiblicher Mitarbeiterinnen bei Erstellung von Software & Co.

    Schade, dass faktisch die Unternehmensgründung so stark abnimmt.

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