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Energiesparherde als Bausatz für Entwicklungsländer

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Fotografien von Jens Distelberg

Wir von GloW entwickeln, produzieren und vertreiben Energiesparherde als Bausatz für Entwicklungsländer. Unsere Herde sparen im Vergleich zu einem offenen Kochfeuer ca. 75% Energie und in der Kombination mit den isolierten Kochkörben kann nochmals ein großer Teil der Energie eingespart werden. 

 

GRÜNE-STARTUPS.de: Herr Erdmann, stellen Sie doch bitte Ihr grünes Startup „glow energy“ einmal vor.

SEBASTIAN ERDMANN: Wir von GloW entwickeln, produzieren und vertreiben Energiesparherde als Bausatz für Entwicklungsländer. Neben den Herden können wir Anleitung zum Bau von sogenannten Kochkörben bieten, die komplett mit billigen, vor Ort befindlichen Materialien z.B. von Frauengruppen gebaut werden können. Unsere Herde sparen im Vergleich zu einem offenen Kochfeuer ca. 75% Energie und in der Kombination mit den isolierten Kochkörben kann nochmals ein großer Teil der Energie eingespart werden. Außerdem haben wir Solarlampen im Programm, da wir mit diesen einen weiteren wichtigen Baustein in der Haushaltsenergieversorgung abdecken können. Die Lampen liefern Nachts Licht und verfügen zudem über eine Handyladefunktion.

Sie sind nominiert für den Next Economy Award 2016. Was denken Sie, war der ausschlaggebende Grund für Ihre Nominierung?

Wir sind in der Kategorie „People“ nominiert. Ich vermute das wir dort nominiert wurden, weil unser Produkt und das Geschäftsmodell dahinter in der Lage ist vielen Menschen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität zu bieten. Außerdem werden durch die lokale Montage und den Vertrieb Arbeitsplätze an der Basis der Pyramide geschaffen und somit eine nachhaltige Entwicklung vorangetrieben. Ein Weiterer Aspekt für die nominierung könnte die Skalierbarkeit unseres Geschäftsmodells sein.

Welches „grüne“ Problem lösen Sie und welche Vision steckt hinter Ihrem Konzept?

Wir lösen das Problem, das viele Haushalte im globalen Süden keinen Zugang zu sicherer, sauberer und günstiger Haushaltsenergie haben. Die derzeitigen Lösungen (offene Kochfeuer, Paraffinlampen…) sind einfach und kurzfristig gesehen auch nicht billig. Die Brennstoffausgaben über eine längere Zeit sind jedoch enorm und Familien geben einen Großteil des Haushaltsbudgets für diese Brennstoff aus. Sammeln die Familien Feuerholz haben sie zwar keine direkten Kosten, müssen allerdings sehr viel Zeit zum Sammeln aufbringen, die für andere Arbeiten wieder fehlt. Für unsere primäre Zielgruppe sind Kosten- und Zeitaspekte die wichtigeren Faktoren. Für uns als Unternehmen steht allerdings auch der Umweltschutz stark im Fokus unserer Arbeit.

Wie geht es Ihrer Branche aktuell?

Schwer zu sagen. Eine richtige Branchenzuordnung ist recht schwer. Energiesparherde sind durchaus gefragt. Brennstoffe werden immer knapper und damit teurer und gleichzeitig wächst die Bevölkerung im globalen Süden.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

Wir verkaufen unsere Energiesparherde in Deutschland als soziales BBQ Gadget zu einem erhöhten Preis. Dadurch decken wir unsere laufenden Kosten der GmbH und sind in der Lage Herde für den globalen Süden für einen günstigeren Preis zu verkaufen.

Was waren und was sind die größten Herausforderungen für Ihre Unternehmung auf dem bisherigen Weg?

Die Testphasen in Uganda und Tansania zu organisieren waren recht große Hürden. Als nächstes wäre es super, wenn wir einen Partner gewinnen könnten, der eine größere Stückzahl Herde benötigt, sodass wir einen eigenen Container versenden können – oder gerne auch mehrere.

Wie ist Ihr Gründerteam aufgestellt? Welche fachlichen und sozialen Kompetenzen waren für den bisherigen Erfolg ausschlaggebend?

Wir sind Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler. Markus und Sebastian haben ein Jahr in Uganda einen Freiwilligendienst absolviert, über den sie sich und die Probleme in Uganda kennengelernt haben. Die Kenntnis der Probleme und Möglichkeiten vor Ort sowie ein gutes Netzwerk in dem entsprechenden Gebiet sind bei unserer Gründung unabdingbar.

Suchen Sie aktuell Mitarbeiter und wenn ja, welche Qualitäten sollten diese mitbringen?

Aktuell nicht.

Wo soll die Reise für Ihr Startup in den nächsten 3 Jahren hingehen?

Wie oben schon erwähnt würden wir gerne einen oderer mehrere Container mit Blechzuschnitten für unsere Herde und die benötigten Werkzeuge verschicken. Außerdem wollen wir in Deutschland durch den Verkauf unserer sozialen BBQ-Gadgets ein Bewusstsein über die weltweite Kochsituation schaffen und ineffiziente Kohlegrills verdrängen.

Zum Abschluss: Welchen Tipp möchten Sie zukünftigen Gründern mit auf den Weg geben?

Ja es dauert vieles länger als man denkt. Also immer mehr als genug Zeit einplanen!

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