E-Bikes Made in Germany

Die Nachfrage nach E-Bikes wächst und mit ihr der Markt. Längst besteht die Kundschaft nicht mehr nur aus Senioren – das sieht man auch den Designs an.

24.10.2017 – Ein Text von Bianca Schillinger

Spätestens als das Münchner Startup Fazua  Anfang des Jahres circa Drei Millionen Euro von diversen Investoren bekam, war klar: das ist erst der Anfang. Das Unternehmen baut selbst keine E-Bikes, sondern hat sich seit seiner Gründung 2013 auf Elektro-Antriebe spezialisiert. Diese fertigt es für sogenannte Pedelecs, zu denen ein Großteil der E-Bikes auf dem deutschen Markt zählen. Ein Pedelec macht aus, dass es an der Steckdose geladen wird und dann mit bis zu 250 Watt das Fahren nur unterstützt. Reine E-Bikes hingegen können auf Wunsch vollautomatisch fahren.

Laut Informationen des Zweirad-Industrie-Verbandes fahren allein in Deutschland 2,5 Millionen E-Bikes auf den Straßen. Allein im Jahr 2015 wurden 535.000 Räder verkauft. Zu den Kunden zählen längst auch Sportler und junge Menschen, die Wert auf Design legen.

Der Fokus liegt auf Design

Das ebenfalls aus München stammende Startup Elbike setzt daher auf schlichte Eleganz. Kein unnötiger Schnickschnack, dafür Komfort und Fahrvergnügen. Man soll dem Elbike nicht sofort ansehen, was es ist. Dann kann es auch mal ohne Bedenken vor dem Supermarkt angeschlossen werden ohne dass man sofort Angst haben muss, dass es geklaut wird. Trotzdem hat man beim Kauf reichlich Raum für Individualität: Es gilt sich für eine von 200 Farbvarianten zu entscheiden. Eine Besonderheit ist die erleichterte Demontage durch den Vorderrad-Narben-Motor. Dieser erlaubt es, das Rad im Vergleich zu anderen Modellen schnell auseinanderzubauen. Sollte der Motor defekt sein, kann so das gesamte Vorderrad einfach an Elbike zurückgeschickt werden. Preislich bewegt es sich eindeutig im erschwinglichen unteren Bereich, wodurch sich das sehr leichte Bike zusätzlich von der Konkurrenz abhebt. Die ersten Räder sollen Anfang 2018 ausgeliefert werden.
Hier geht’s zur Kickstarter-Kampagne.

Nicht jeder hat dauerhaft Erfolg

Neben den ganz neuen Unternehmen schlagen sich natürlich auch die etwas erfahreneren Gründer weiterhin erfolgreich. Auch wenn diese Erfolge, wie überall in der Startup-Branche, schnell ein jähes Ende nehmen können, wie Anfang des Jahres der Fall des insolventen E-Bike-Herstellers Freygeist deutlich machte.
Coboc ist eines der Unternehmen, das über die Crowdfunding-Phase hinaus Erfolge verzeichnet. Im Onlineshop finden sich mittlerweile ganze 8 Modelle, zumeist erhältlich ab 2018. Nachdem bisher Wert auf die Fixie-Optik gelegt und dafür auf eine Gangschaltung verzichtet wurde, wird man ab nächstem Jahr zwei Modelle mit siebenstufiger SRAM-Kettenschaltung kaufen können. Trotzdem wird natürlich nicht auf elegantes Design verzichtet – und das hat seinen Preis. Das günstigste Modell kostet schon stolze 4000€.

Manchmal ist mehr eben doch mehr

Ein wenig befahrener Pfad im E-Bike Sektor sind die sogenannten Fatbikes, auch Fatties genannt. Der klangvolle Name rührt von den überdurchschnittlich breiten Reifen her. Sie gehören zu den Mountainbikes und sind Offraod-Räder, mit denen man besonders gut über unwegsames Gelände und sogar Schnee fahren kann. Der Reifendruck kann je nach Untergrund angepasst werden, was sie sehr flexibel einsetzbar macht. Das Startup Wicked E-Bike hat es sich zum Ziel gesetzt, die Elektrotechnologie auch in diesen Bereich der Radszene zu bringen. Im Frühjahr 2018 sollen die Räder verkaufsbereit sein, Vorbestellungen sind schon jetzt möglich. Die Zukunftspläne des Münchner Startups sind groß: In Planung sind außerdem noch ein MTB, ein Wicked Cargo und ein Wicked Urban.

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