Clevere Lösungen bringen Energiewende zum Endkunden

© Greenergetic

Mit den innovativen Weblösungen von Greenergetic können Solaranlagen für das Eigenheim oder Unternehmen geplant und preislich verglichen werden, wodurch eine Brücke zwischen Anbieter und Endkunde geschlagen wird.

Michèl Dichter von Greenergetic im Interview.

GRÜNE-STARTUPS.de: Herr Dichter, stellen Sie uns Greenergetic kurz vor.

Michèl Dichter, COO: Greenergetic ist ein 2012 gegründetes Startup mit Sitz in Bielefeld, das Onlinekonfiguratoren für Solaranlagen und andere Energieeffizienzprodukte anbietet. Energieversorger können diese im eigenen Design in die Website implementieren. Zusätzlich dazu übernehmen wir den Vertrieb und die Projektabwicklung und bieten Unterstützung im Marketing. Mittlerweile nutzen über 60 Lizenzpartner unser Angebot.

Welches grüne Problem lösen Sie und welche Vision steckt hinter ihrem Konzept?

Unser Konzept löst zwei Probleme: Die Komplexität der Planung individueller Energielösungen und den wachsenden Anspruch der Endkunden an ihre Energieversorger. Eine Steigerung der Energieeffizienz im eigenen Haus ist für gewöhnlich mit viel Planungsaufwand verbunden. Man recherchiert, wägt ab, kontaktiert Handwerker. Die algorithmusgestützte Onlineplanung macht es dem Endkunden sehr viel einfacher, die optimale Lösung zu finden und sein Projekt zügig zu verwirklichen. Energieversorgern bieten wir eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit, umweltfreundliche Technologien ins Portfolio aufzunehmen und sich im Markt der Energiedienstleistungen zu etablieren.

Kann man Ihrer Meinung nach davon sprechen, dass der Bereich Erneuerbare Energien Schritt für Schritt auch dem Endkunden zugänglicher wird?

Absolut, und zwar in zweifacher Hinsicht. Zum einen werden die Produkte immer günstiger – die Preise für Solarmodule beispielsweise sind in den letzten Jahren sehr stark gesunken –, zum anderen lassen sich die Produkte via Internet problemlos vergleichen, planen und bestellen. Angesichts des Klimaschutzplans 2050 darf man darüber hinaus in der nächsten Zeit auf weitere Zugeständnisse aus der Politik hoffen, von denen Interessenten profitieren können.

Welche Rolle spielt Digitalität hierfür und für Greenergetic allgemein?

Eine digitale Plattform ermöglicht Automatisierung. Diese Automatisierung ist der Schlüssel zur Massentauglichkeit individueller Lösungen. Im ersten Schritt plant der Kunde selbst auf Grundlage einiger weniger Daten beispielsweise seine optimale Solaranlage, den dazu passenden Batteriespeicher oder weitere Elemente eines umfassenden neuen Energiekonzepts. So kann er innerhalb weniger Minuten selbst herausfinden, was sich überhaupt für ihn lohnt. Der Konfigurator berechnet schnell und anschaulich Kosten und Ersparnisse. Anschließend führen wir, falls für das Produkt notwendig, eine fachliche Revision der Kundenplanung durch und involvieren einen Handwerkspartner aus der Region, der die Begebenheiten vor Ort prüft und das Produkt installiert.

Wie sieht ihr Geschäftsmodell aus?

Unser Geschäftsmodell setzt da an, wo Energieversorger durch die Energiewende und die Digitalisierung vor große technologische und personelle Herausforderungen gestellt werden. Unser Angebot – der Onlinekonfigurator mitsamt den dazugehörigen Dienstleistungen – lässt sich besonders einfach in die bestehenden Strukturen integrieren. Wir reduzieren den Aufwand seitens der Energieversorger, sich in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen erfolgreich umzupositionieren und dem wachsenden Kundenwunsch nach dezentralen und umweltfreundlichen Energielösungen zu entsprechen, auf ein Minimum. Davon profitieren beide Parteien.

Was waren bisher für Greenergetic die größten Hürden?

Die Energiebranche ist sehr etabliert. Man rennt da als Startup nicht immer offene Türen ein. Natürlich hat man auch mit allen „üblichen“ Hürden zu kämpfen: Personalaufbau, Professionalisierung, Unternehmensfinanzierung und natürlich einen zunehmenden Wettbewerb. Wir sehen das sportlich, schließlich liegen wir vorn.

Zurzeit richten sich viele Hoffnungen bei erneuerbaren Energien auf das „Internet of things“ und die damit verbundenen Möglichkeiten zur Einsparung von Energie und Wärme. Wie positioniert sich Greenergetic hierzu?

Auch wir betrachten Smart Home als zukunftsweisende Technologie und können Komponenten für solche Systeme über unser neues EDL-Portal anbieten. Gerade in Verbindung mit einer Reihe von Energieeffizienzprodukten kann eine Smart-Home-Vernetzung sinnvoll sein. Neben dem Vorteil zusätzlicher Energieeinsparungen spielen die Aspekte der Sicherheit und des Komforts eine wichtige Rolle. Damit spricht die Idee des Smart Home weitere Kundengruppen an. Wir gehen davon aus, dass Smart-Home-Systeme über kurz oder lang zum durchschnittlichen Haushalt gehören werden.

Welche langfristigen Ziele verfolgt das Unternehmen?

Die Digitalisierung der Energiebranche, sowohl auf Anbieter-, als auch auf Kundenseite ist kein Trend. Es ist eine Entwicklung, die sich nicht aufhalten lässt und unser tägliches Leben nachhaltig und hoffentlich positiv beeinflussen wird. Wir verfolgen das Ziel, der Partner der Energiewirtschaft zu sein, der eben diese Entwicklungen erkennt, verarbeitet und in passgenaue Angebote verpackt.

Was würden Sie jemandem raten, der heute ein grünes Startup gründen will?

Was ist ein grünes Startup? Wenn es ein gewinnorientiertes Unternehmen werden soll, sollte man das auch genauso führen. Man muss sich im Klaren sein, ob man ökologisch vertretbares Geschäft machen möchte, oder einen Verein gründen. Ich würde ihr oder ihm also raten, sich genau zu überlegen, was „es“ mal werden soll, damit man nicht in unüberwindbare Zielkonflikte gerät.

 

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