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Bonus- und Kompensationsprogramme: Das Leben als grünes Spiel

Spielerisch und belohnend wollen diese grünen Apps und Dienste unsere Gewohnheiten umweltfreundlicher und gesünder machen.

6.06.2017 – Ein Beitrag von Robert Plantus.

Dem Weg in eine Green Economy sind eigentlich diverse Weichen schon gestellt, auch wenn Herr Trump aus Übersee gerne an unbeschwertere Zeiten denkt. Mit dem Aufkommen der Startup-Kultur hat die Wirtschaft sichtbar begonnen, sich zu ändern und wichtige Innovationen zu fördern. Der öffentliche Dialog und geforderte Transparenz machen Druck auf die Industrie, deren Einlenken für die Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 von großer Bedeutung ist, auch wenn diese Deadline inzwischen nicht realistisch wirkt, wie die CO2-Uhr des MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) in Echtzeit vor Augen führt.  Womit die Sache steht und fällt, ist letzten Endes aber das menschliche Handeln – im Großen wie im Kleinen. Keine Zigaretten mehr zu kaufen alleine hat auch noch keinem geholfen, wirklich mit dem Rauchen aufzuhören. Nachhaltiger zu leben stellt uns vor das Mammutprojekt, unsere Gewohnheiten zu ändern – weg von den zu komfortabel gewordenen Alltagsroutinen und hin zu einem achtsameren und gesünderen, aber auch aktiveren Lebensstil. Den Faktor “Menschliches Verhalten” hätte man ruhig mehr im Klimaschutzplan berücksichtigen dürfen.

Wir wollen belohnt werden

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Neue Verhaltensweisen sollen sich als Vorteilhaft bewähren, uns belohnen. Denn die überzeugende Schönheit der Natur hat längst nicht mehr jeder vor der Haustür. Durch die heute verfügbaren Technologien kann es vor allem leichter gemacht werden, beim Konsum jene Entscheidungen zu treffen, durch welche die Natur und die Menschen hinter den Produktionsvorhängen nicht benachteiligt oder geschädigt werden. In Sachen Mobilität sind unsere Verhaltensweisen im Besonderen durch das GPS (Global Positioning System) erfassbar, was nicht jedem Datenschützer schmeckt. Die Technologie, durch die heutzutage fast jeder aufgespürt werden kann, hat ihren Ursprung in den siebziger Jahren, wurde vom amerikanischen Verteidigungsministerium entwickelt und ist seit ca. 2000 auch für die Öffentlichkeit nutzbar. Mit Google Maps (und ähnlichen Diensten) den besten Weg zu finden, ist eine Alltagsübung geworden. Aber auch jede Strecke, die wir zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen – und den guten alten Brennstoffmotor in der Garage lassen – kann erfasst und ausgewertet werden.

Belohnung und Kompensation

Den globalen Ausstoß von CO2 durch Fahr- und Flugverkehr zu senken, ist ein langwieriges Vorhaben. Eine Möglichkeit, die eigene Bilanz zu verbessern, bieten diverse grüne Startups und Institutionen mit ihren Apps und Webapplikationen an: die freiwillige Kompensation. Was bereits bei einer Reihe von Reisegesellschaften und Transportdienstleistern bei Buchung angeboten wird, wollen auch externe Dienste in Eigenregie ermöglichen. Wird eine Reise vorgenommen, kann durch das auswerten der eigens zur Verfügung gestellten Daten der verursachte CO2-Ausstoß ermittelt werden. Hierauf kann man beispielsweise mit einer entsprechenden Spende Projekte fördern, die sich positiv auf die CO2-Bilanz auswirken und so einen ansatzweisen Ausgleich ermöglichen. Auch können die Wahl umweltfreundlicher Transportmittel oder die effizientere Nutzung von Fahrzeugen und Fahrten belohnt und gefördert werden.

Dass Kompensation keine dauerhafte Strategie für den Klimawandel sein kann, liegt auf der Hand. Das soll sie auch nicht. Handlungen anzubieten, die schon jetzt einen positiven Beitrag leisten, ist aber immerhin produktiver, als in einem allzu verlockenden Kulturpessimismus zu verharren. Bonus- und Kompensationsprogramme können unser Belohnungssystem stimulieren und uns gleichzeitig wichtige Informationen zuspielen.  Sie können Anreize schaffen, nachhaltig zu handeln und praktische Wege zur Verfügung stellen. Die Technik, die wir dafür benutzen, sollten wir aber genau im Auge behalten. Zeit, etwas gutes aus der Technologie zu ziehen und sie für Mensch, Tier und Natur arbeiten zu lassen. Die Innovatoren der jungen Wirtschaft haben das verstanden – wir riskieren einen Blick in unserer Themenwoche.

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